Der Kreis Prüm bestand von 1816 bis 1970 im Regierungsbezirk Trier und entsprach etwa dem heutigen Gebiet der Verbandsgemeinden Prüm und Arzfeld. Die ebenfalls dazugehörigen Ortsgemeinden Birresborn, Densborn, Duppach, Hallschlag, Kerschenbach, Kopp, Mürlenbach, Oos, Ormont, Reuth, Scheid, Schönfeld, Schüller, Stadtkyll und SteffelnMehr Tempo bei der Kreisreform. Trierischer Volksfreund, 10. Juni 2011. wurden dem Landkreis Daun zugeschlagen.
Geographie Der Landkreis war 916 km² groß. Er grenzte Anfang 1969 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Kreis Schleiden (in Nordrhein-Westfalen) und an die Landkreise Daun, Wittlich und Bitburg (alle in Rheinland-Pfalz). Im Westen grenzte er an Belgien und Luxemburg.
Geschichte Der Kreis Prüm mit der Kreisstadt Prüm entstand nach dem Wiener Kongress 1815/1816, als das Rheinland nach der Franzosenzeit dem Königreich Preußen zugeschlagen wurde. Bis zu dieser Zeit gehörte das Arrondissement Prüm zum Département Sarre mit Hauptsitz in Trier. Der Kreis Prüm wurde gebildet aus 29 Bürgermeistereien, von denen 14 aus bisher luxemburgischen Mairien der Arrondissements Bitburg und Diekirch des Departements der Wälder hervorgegangen waren und unterstand nun dem Regierungsbezirk Trier in der preußischen Rheinprovinz. Er war flächenmäßig größter, aber einwohnermäßig kleinster Kreis Preußens. Als die Kreise Eupen und Malmedy mit Sankt Vith 1919 an Belgien fielen, wurde die Westgrenze des Kreises Prüm nun auch zur Staatsgrenze nach Belgien. Dies und das Ende der Zollunion mit Luxemburg hatte wirtschaftliche Nachteile zur Folge, die erst in der Zeit der Europäischen Union aufgehoben werden konnten.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam der Regierungsbezirk Trier mit seinen Landkreisen zur Französischen Besatzungszone, nach der Auflösung Preußens zum neuen Bundesland Rheinland-Pfalz.
Bei der Kreisreform, die am 7. November 1970 in Kraft trat, erfolgte die Zusammenlegung mit dem Landkreis Bitburg zum neuen Landkreis Bitburg-Prüm. Einige staatliche Behörden wurden abgezogen bzw. blieben nur noch in Bitburg erhalten.
In Bezug auf die geographische Lage wird heute noch vom „Altkreis Prüm“ gesprochen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1816 21.067 1847 31.117 1871 34.911 Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885 1885 35.349 1900 33.545 1910 36.312 1925 37.603 1939 40.598 1950 38.333 1960 38.700 1969 39.353
Landräte 1816–1817: Wilhelm Cattrein (auftragsweise) 1817: Matthias Rosbach (auftragsweise) 1817–1819: Franz Karl Fürer (auftragsweise) 1819–1834: Georg Bärsch 1834–1835: Franz Heinrich Rumschöttel (auftragsweise) 1835–1850: Conrad Moritz 1850–1851: Albert von Holleuffer (auftragsweise) 1851–1858: Gustav Bournye 1858–1859: Ludwig Ferdinand Timme (auftragsweise) 1859–1873: Alfred Graeff 1873–1876: Hugo Strom 1876–1882: August von Harlem 1882–1886: Otto von Dewitz 1886–1890: Hugo Brasch 1890–1900: Friedrich Dombois 1900–1903: August von Galen 1903–1907: Quirin Lancelle 1908–1925: Joseph Burggraef 1925–1945: Alexander Schlemmer 1945–1946: Hubert Thome (auftragsweise) 1946–1947: Jakob Schaefgen 1947–1948: Peter Maria Roßmann (auftragsweise) 1948–1952: Hans Rüdel 1952–1959: Paul Leidinger 1959–1963: Constantin Boden 1963–1970: Hermann Becker
Städte und Gemeinden Vor dem Beginn der Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz in den 1960er-Jahren umfasste der Landkreis Prüm die folgenden Städte und Gemeinden:
Die Gemeinden Berg und Großkampen wurden 1914 zur Gemeinde Großkampenberg zusammengeschlossen. Die Gemeinde Wetteldorf wurde 1960 nach Schönecken eingemeindet.
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen PRÜ zugewiesen. Es wurde bis zum 6. November 1970 ausgegeben. Aufgrund der Kennzeichenliberalisierung ist es seit dem 14. November 2012 im Eifelkreis Bitburg-Prüm erhältlich.
Literatur
Franz-Josef Faas: Die Landräte des Kreises Prüm. In: Jahrbuch Prüm 1970. S. 34 f.
Weblinks Landkreis Prüm Verwaltungsgeschichte und die Landräte auf der Website territorial.de, Stand 8. Oktober 2013.
Einzelnachweise
Prum Prum Kategorie:Geschichte der Eifel Prum Kategorie:Aufgelöst 1970 Kategorie:Geschichte (Eifelkreis Bitburg-Prüm)