mini|Marian Meinhardt-Schönfeld in seinem Atelier vor einem interaktiven Wacom-Stift-Display (2019) Marian „Mamei“ Meinhardt-Schönfeld (* 7. November 1970 in Dresden) ist ein deutscher Illustrator und Musiker.
Leben und Werk In seinen Comics kurz „Mamei“ genannt, ist Marian Meinhardt-Schönfeld ausgebildeter Schauwerbegestalter und arbeitete lange Jahre als Grafiker und Artdirector für verschiedene Agenturen in Deutschland und der Schweiz. Er ist im Dresdner Stadtteil Wachwitz wohnhaft und tätig. Seine Spezialität sind Wimmelbilder, von denen er über 150 Stück zumeist zu Werbezwecken für unterschiedlichste Firmen gezeichnet hat.
Außerdem ist er einer der ersten Hip-Hopper/Rapper Deutschlands und war zu DDR-Zeiten mit seiner Band THREE M-MEN landesweit zu Konzertauftritten unterwegs und in Musiksendungen wie Vibrationen (Moderator: Lutz Schramm) bei DT64 zu hören. Die Fantastischen Vier erwähnen die THREE M-MEN in ihrer Autobiographie Die letzte Besatzermusik (S. 73) – zitierend aus der britischen Musikzeitschrift Soul Underground vom November 1988.
Mamei lernte Ende der 1980er Jahre während seiner Ausbildung zum Gebrauchswerber in Görlitz bei Comiczeichner Günter Hain (DDR-Jugendzeitschrift Atze) klassisches Zeichnen und in den 1990er Jahren bei Günter Rätz vom DEFA-Trickfilmstudio 2D- und 3D-Animation. Bis 1998 nahm er als Privatschüler Zeichenunterricht bei dem Dresdner Kunstmaler Siegfried Adam. Ab 1997 nahm er mehrere Jahre am vom Kulturamt der Stadt Erlangen organisierten deutsch-französischen Comiczeichner-Seminar unter der Leitung von Paul Derouet teil. Seine Dozenten zu dieser Zeit waren u. a. Jean-Claude Denis, Riff Reb’s, Mazan und Isabel Kreitz.
Seit der Septemberausgabe 2023 ist Mamei festes Mitglied im Künstlerkollektiv des Schweizer Satiremagazins Nebelspalter. Sein Wimmelbild Aus dem Leben eines Beamten zierte das Titelblatt der Dezemberausgabe 2024.
Literatur (Auswahl) Wir wollen immer artig sein ... Punk, New Wave, HipHop, Independent-Szene in der DDR 1980–1990. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 978-3-89602-306-3.
Werke (Auswahl) als (Co-)Autor und Comiczeichner: Déjà-Vu: 20 Jahre Deutsch-Französisches Comic-Zeichner-Seminar. JNK Media, Berlin 2006, ISBN 3-936908-09-5. Das habe ich so nie gezeichnet. Beatcomix, Dresden 2008, ISBN 978-3-939509-97-4. Der Schatz von Wörgl: Michael Unterguggenberger und das Freigeldexperiment. Holzhof Verlag, Dresden 2008, ISBN 978-3-939509-94-3. Dave Grigger. Beatcomix, Dresden 2009, ISBN 978-3-939509-92-9. Rocket Blues: Matjes oder Bismarck. Beatcomix, Dresden 2010, ISBN 978-3-939509-88-2. L'Hekau. Beatcomix, Dresden 2011, ISBN 978-3-939509-80-6. A tribute to Robert Crumb: 80 Künstler ehren den Meister der Comix. Edition 52, Wuppertal 2013, ISBN 978-3-935229-84-5. Otto und Alwins großes Fest für Jürgen Günther: Freunde und Kollegen gratulieren zum 75. Geburtstag. Holzhof Verlag, Dresden 2013, ISBN 978-3-939509-73-8.
als Illustrator: The EU and the East in 2030: four scenarios for relations between the EU, the Russian Federation, and the Common Neighbourhood. Friedrich-Ebert-Stiftung, Scenario Group EU+East 2030. [Ed.: Felix Hett], Berlin 2014, ISBN 978-3-95861-053-8 (englisch). Ethik. Klassen 5/6. Schulbuch. Militzke, Leipzig 2016, ISBN 978-3-86189-540-4. Fantastisch! A2. Ernst Klett Sprachen, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-12-676714-9. 3e année – Livre de l’élève. Éditions Maison des Langues, Paris 2023, ISBN 978-2-35685-417-9 (französisch). Die 80er Jahre. Das große Wimmelbuch von Walkman bis Wimbledon. Pattloch, München 2024, ISBN 978-3-629-01043-8. Böblingen wimmelt. Silberburg, München 2025, ISBN 978-3-8425-2459-0.
als Musiker: THREE M-MEN – Hip Hop Hoply, Sächsische Tonträger, 2001. THREE M-MEN – Oldschool-Trax, MK Records, 2002.
Ausstellungen Schloss Nickern, Dresden 1991 Bärenzwinger Dresden, 1994 Internationaler Comic-Salon Erlangen, 1998 und 2006 Galerie Raskolnikow, Dresden, 2009 Galerie Ludi Sereni, Hannover, 2010 Moritzbastei, Leipzig, 2011 Moga Mobo, Galerie Knoth & Krüger, Berlin, 2016 Galerie Blaue Fabrik, Dresden, 2017 Galerie Holger John, C-MASKERADE, Dresden, 2020 Bongartz Music/Moga Mobo, Internationaler Comic-Salon Erlangen, 2022 Goethe-Institut, RESPEKT. Internationale Comics, Dresden, 2022–2023
Preise 2009: European Newspaper Award, Mamei Kolumnen-Illustrationen als Teil des ausgezeichneten grafischen Layouts der Sächsischen Zeitung 2011: ICOM Independent Comic Preis für „Herausragendes Szenario“ für den Comicband Rocket Blues von Ivo Kircheis/Mamei 2020: DDV Media-InnovationspreisDAWO!-Wimmelbild gewinnt Preis! In: DAWO! Dresdner Wochenzeitung, 20./21. Oktober 2020. für das Canaletto-Blick-Wimmelbild für DAWO! Dresden 2022: C2Award, Los Angeles, USA. Kategorie „Branding“. Illustration für das Design für Forum Mobilität, Verkehrsmuseum Dresden (Team Jörg Stauvermann)
Nominierungen und lobende Erwähnung 2006: Sacharow-Preis für geistige Freiheit. Nominierung als Mitinitiator, zusammen mit den Initiatoren des Projekts Art against FGM (Alexander Alvaro und Fulda-Mosocho-Projekt) 2010: ICOM Independent Comic Preis. „Lobende Erwähnung“ für den Comicband Dave Grigger von Mamei und Ivo Kircheis 2016: SABRE Awards EMEA. Nominierung für das Impfen-Wimmelbild für MSL Group/Astra Zeneca 2025: Goldener ComicGartenzwerg. Nominierung für Die 80er-Jahre – Das große Wimmelbuch von Walkman bis Wimbledon, Groh/Pattloch
Weblinks Website von Marian Meinhardt-Schönfeld
Einzelnachweise
Kategorie:Comic-Zeichner (Deutschland) Kategorie:Comic-Szenarist Kategorie:Illustrator (Deutschland) Kategorie:Musiker (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Mann