mini|Andreas Rettig bei einer Pressekonferenz im August 2010. Andreas Rettig (* 25. April 1963 in Leverkusen) ist ein Fußballfunktionär und ehemaliger Fußballspieler. Seit September 2023 ist er DFB-Geschäftsführer Sport.
Zuvor war er unter anderem DFL-Geschäftsführer und Manager bei den Bundesligisten SC Freiburg, 1. FC Köln und FC Augsburg. Seine Karriere begann bei der Bayer AG sowie Bayer 04 Leverkusen, wo er zuletzt Mitglied des Vorstands war.
Karriere Rettig war Spieler bei den Vereinen FV Bad Honnef, SC Viktoria Köln, SC Brück und Wuppertaler SV. Wuppertaler SV, Spielerarchiv; abgerufen am 29. Mai 2015.Frank Hellmann: Ein Fußballer mit bescheidenem Talent. Neues Deutschland vom 4. Januar 2013.
Ab 1984 war Rettig bei der Bayer AG sowie Bayer 04 Leverkusen tätig. Bis 1987 wurde er dort zum Industriekaufmann ausgebildet, bis 1989 bildete er sich im Wirtschaftswesen fort und machte eine Ausbildung zum Fußballlehrer. In Folge übernahm er das Amt des Nachwuchsleiters und wurde 1994 Assistent der Geschäftsführung. Von 1996 bis 1998 war er zudem Mitglied des Vorstands.
Zum Frühjahr 1998 holte ihn Volker Finke und Achim Stocker als Manager zum Bundesligisten SC Freiburg. Es war das erste Mal, dass dieser Verein einen hauptamtlichen Manager einstellte und es war Rettigs erste alleinverantwortliche Station im Profi-Fußball. Den Posten füllte er bis zum 20. März 2002 aus und nannte ihn rückblickend „meine erste große Fußball-Liebe“.
Am 21. März 2002 wurde Rettig Manager des 1. FC Köln. Der FC pendelte während seiner Amtszeit zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga und wurde von insgesamt sechs unterschiedlichen Trainern gecoacht. In der Saison 2005/06 übernahm er die Verantwortung für den schlechten Saisonstart und trat am 17. Dezember 2005 zurück.Rettig tritt zurück. „Blog rund um den 1.FC Köln“ auf twoday.net, 17. Dezember 2005.
Von Juli 2006 bis Juli 2012 war Rettig Manager beim FC Augsburg, der 2011 erstmals in die Fußball-Bundesliga aufstieg und seitdem im Oberhaus des deutschen Fußballs vertreten ist. In Rettigs Zeit verzehnfachten sich die Mitglieder auf 10.000, versechsfachten sich die Dauerkarten auf 18.000, und der Zuschauerschnitt verdoppelte sich auf 30.000.Rettig verlässt FCA zum Saisonende. Meldung des FC Augsburg, 21. Dezember 2011. Zum Ende der Spielzeit 2011/12 gab er seinen Abschied bekannt.
Von 2007 bis 2010 war Rettig Vorstandsmitglied der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball Bundes.
Ab dem 1. Januar 2013 folgte Rettig Holger Hieronymus als DFL-Geschäftsführer nach.Christoph Ruf: Neuer DFL-Geschäftsführer Rettig: Der große Kommunikator. Spiegel Online, 5. Januar 2013 dpa-Artikel in der Augsburger Allgemeinen, 9. Mai 2012. Anfang 2015 bat Rettig den DFL-Aufsichtsrat um Auflösung seines Vertrages, weil er seine Zukunft im Klubfußball sehe.Rettig verlässt die DFL. spox.com, 6. Jänner 2015. Abgerufen am 31. März 2016.
Ab dem 1. September 2015 war Rettig kaufmännischer Geschäftsleiter beim FC St. Pauli.Andreas Rettig neuer Geschäftsführer beim FC St. Pauli. Sport1.de, 29. Mai 2015.Andreas Rettig: „Geld ist nicht das Wichtigste“. Interview auf redbulletin.com, März 2016. Abgerufen am 31. März 2016. Im November 2016 übernahm er dort zusätzlich nach der Trennung von Thomas Meggle kommissarisch den Posten des Geschäftsleiter Sport, ehe dieser im Oktober 2017 mit Uwe Stöver neu besetzt wurde., fcstpauli.com, 21. September 2017, abgerufen am 2. März 2018. Im April 2019 übernahm er zusätzlich Stövers Aufgaben nach dessen Entlassung bis zum Ende der Saison 2018/19., fcstpauli.com, 10. April 2019, abgerufen am 10. April 2019. Zum 30. September 2019 schied Rettig aus persönlichen Gründen aus dem Verein aus., fcstpauli.com, 19. März 2019, abgerufen am 19. März 2019.
Am 2. Mai 2021 stellte Günter Pütz, Präsident des FC Viktoria Köln, Andreas Rettig als neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung vor. Die auf vier Jahre ausgelegte Zusammenarbeit, endete jedoch bereits am 2. Mai 2022, da es unterschiedliche Vorstellungen über die notwendigen nächsten Schritte bei der zukünftigen Entwicklung der Viktoria gab.
Nach der Abberufung von Martin Kind als Geschäftsführer der ausgegliederten Profifußball-Gesellschaft von Hannover 96 wurde Rettig als Nachfolger gehandelt.
Am 15. September 2023 wurde Rettig als Nachfolger von Oliver Bierhoff zum neuen DFB-Geschäftsführer Sport berufen. Nach dem Ausscheiden der Profimannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 gab Rettig bekannt, seinen zum 31. Dezember 2026 auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Sein Nachfolger wird Per Mertesacker, der bis Jahresende von ihm eingearbeitet werden soll.
Privates Rettig ist verheiratet und Vater einer Tochter. Er spricht sich für soziale Verantwortung in der Fußballbranche aus und setzt sich besonders für die Nachwuchsförderung ein. Er ist Vereinsmitglied von Rot-Weiss Essen. Gesellschaftspolitisch engagiert er sich insbesondere mit dem SAP-Gründer und Mäzen Dietmar Hopp.
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Einzelnachweise
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