Ligota Mała (deutsch Klein Ellguth) ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Niemcza (Nimptsch) im Powiat Dzierżoniowski der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Lage Ligota Mała liegt etwa sechs Kilometer südlich von Niemcza (Nimptsch), 20 Kilometer östlich von Dzierżoniów (Reichenbach), und 54 Kilometer südlich von Breslau.
Geschichte „Elgot“ bzw. „Elegot“ wurde 1266 in einer Urkunde erwähnt. Der in Schlesien weit verbreitete Ortsname leitet sich vom tschechischen Wort (abgeleitet von lhůta – Gnadenfrist) ab. In den deutschen Siedlungsgebieten wurde der Name in Welhotten, Ölhütten, Ellgoth oder ähnlich eingedeutscht, in Schlesien ist seit 1945 die polnische Namensform „Ligota“ gebräuchlich.
Anfang des 14. Jahrhunderts war Grundherr der Ritter Dirsko „Sagittarius“, urkundlich 1306–1311, Erbherr auf Dirsdorf und Klein Ellguth. Seine Nachfahren nahmen den Namen Pfeil an, führten jedoch noch bis um 1600 den Namen „Dirschdorf“ weiter. Sigismund von Pfeil und Klein-Ellguth (1583–1635), Erbherr auf Klein Ellguth, war zum Ende des 16. Jahrhunderts Landesältester des Herzogtums Brieg. Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte es dem Friedrich Ludwig Karl Graf von Pfeil und Klein Ellguth.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Klein Ellguth 1741/42 mit fast ganz Schlesien an Preußen. Die alten Verwaltungsstrukturen wurden aufgelöst und Klein Ellguth in den Kreis Nimptsch eingegliedert, mit dem es bis zu seiner Auflösung 1932 verbunden blieb. 1792 bestand Klein Ellguth aus einem Vorwerk, 22 Gärtnern, zwei Wassermühlen, drei Häuslern und 164 Einwohnern.
1845 zählte das Dorf 42 Häuser, 261 Einwohner (davon 17 katholisch und der Rest evangelisch), ein herrschaftliches Schloss mit Vorwerk, zwei Wassermühlen mit vier Einwohnern, 23 Leinwebstühle, eine Brennerei und fünf Handwerker. Klein Ellguth war evangelisch zur Kirche in Ober Dirsdorf gepfarrt und katholisch zur Kirche in Nimptsch. Zur Gemeinde gehörte das „Buschhaus“, bestehend aus zwei Häusern mit zwölf evangelischen Einwohnern, die zur Kirche in Ober Dirsdorf gepfarrt waren. In der Nähe befand sich der Grenzstein zwischen den Fürstentümern Schweidnitz, Brieg und Münsterberg der im Beisein der drei Fürsten gesetzt wurde.
Nach der Auflösung des Kreises Nimptsch 1932 wurde Klein Ellguth dem Landkreis Reichenbach/Eulengebirge zugeteilt, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. Nachfolgend wurde Klein Ellguth in Ligota Mała umbenannt.
Siehe auch Ellguth
Einzelnachweise
Kategorie:Gmina Niemcza Kategorie:Ort der Woiwodschaft Niederschlesien