mini|Grand Hôtel, 1910
Das Grand Hôtel Alexanderplatz war ein Luxushotel am Alexanderplatz im heutigen Berliner Ortsteil Mitte. Es wurde 1884 erbaut und bis in die 1920er Jahre als Hotel genutzt. 1945 wurde das Gebäude zerstört.
Gebäude mini|Stadtplan Berlin-Mitte, 1902
Das Grand Hôtel lag an der nordöstlichen Ecke des Alexanderplatzes an der Alexanderstraße 46–48, der Neuen Königstraße und der Alten Schützenstraße. Ab 1934 lautete die Adresse Alexanderplatz 5–7. Auf dem ehemaligen Grundstück des Hotels entsteht der Covivio-Tower, der 2025 eröffnet werden soll.
Das historistische Gebäude war im Stil der Neorenaissance gestaltet, mit zahlreichen Erkern, Türmchen und weiteren architektonischen Elementen an der Außenfassade und der Innengestaltung.„F.“: Berliner Neubauten. [Folge] 28, Das Hôtel Alexanderplatz. In: Deutsche Bauzeitung, 19. Jahrgang 1885, Nr. 1 (vom 3. Januar 1885), S. 1–3 (Text, Xylografie), S. 5 (Grundrisse) / Nr. 3 (vom 10. Januar 1885), S. 13 f. (mit ausführlicher Architekturbeschreibung; Nrn. 1–9 (Januar-Ausgaben) als PDF-Dokument zum Download bei der BTU Cottbus) Es hatte vier Etagen mit 185 Gästezimmern. Im Parterre gab es zwei Festsäle, ein Foyer, ein Café und weitere Räumlichkeiten. Im Kellergeschoss lag eine Gaststube. Außerdem waren im Erdgeschoss verschiedene Ladenlokale eingerichtet, z. B. für die Musikalienhandlung Fischer, ein Blumengeschäft und einen Friseursalon.
Geschichte 1884 wurde das Grand Hôtel Alexanderplatz nach etwa anderthalbjähriger Bauzeit eröffnet. Die Architekten waren Wilhelm Martens, Mathias von Holst und Carl Zaar. Es war das dritte Luxushotel in der Berliner Innenstadt nach dem Hotel Kaiserhof in der Wilhelmstraße und dem Central-Hotel am Bahnhof Friedrichstraße. Es sollte vor allem für Geschäftsreisende in der Nähe des neueröffneten Bahnhofs Alexanderplatz Unterkunftsmöglichkeiten anbieten.
1919 wurde der Hotelbetrieb zum größten Teil eingestellt. Die Hotelzimmer wurden teils in Büros und für andere gewerbliche Zwecke umgewandelt; einige wurden weiter für Übernachtungen angeboten. Die Engelhardt-Brauerei hatte bis 1928/1929 ihre Hauptverwaltung im Gebäude. Mitte der 1920er Jahre waren dort außer weiteren Gewerbebetrieben drei Finanzämter untergebracht, außerdem wurden etliche Mitarbeiter dieser Ämter als Wohnmieter angegeben. Ende der 1920er Jahre wurde die städtische Berolina AG Immobilieneigentümerin und 1933 die Stadt Berlin. 1943 wurde das Gebäude wahrscheinlich erstmals durch Bomben beschädigt und 1945 ganz zerstört.
Theater und Kino
Theater und Konzerthaus 1894 richtete der Theaterunternehmer Richard Quarg einen Theaterraum mit 500 Plätzen in einem der Festsäle ein. Er führte Vaudeville-Theater und Singspiele auf, die Gebrüder Herrnfeld waren 1896/1897 die Direktoren.Peter Sprenger: Populäres jüdisches Theater in Berlin von 1877 bis 1933, 1997, S. 17–18.
Seit 1901 betrieb H. Glogau dort ein Neues Concerthaus, offenbar mit einfacher Unterhaltungsmusik.Neues Konzerthaus am Alexanderplatz AKpool, AnsichtskarteNeues Concerthaus Sammlerportal, Ansichtskarte 1908 gab es kein Theater mehr.
UFA-Lichtspiele mini|UFA-Lichtspiele mini|Zuschauerraum
1909 eröffnete das Union-Theater mit Stummfilmen und Orchesterbegleitung. Die Ausstattung wurde bei der Eröffnung so beschrieben:
Das Filmtheater wurde nach kurzen Unterbrechungen um 1920 als U.F.A.-Lichtspiele bis mindestens 1943 fortgeführt. Kinowiki, mit detaillierten Daten zur Geschichte (unten)
Kabarett Tiefland Im Kellergastraum gab es in den 1920er Jahren das Kabarett Tiefland (4000 Millimeter unter der Erde) von Gustav Pohle.Gastraum Archiv Berlin-Mitte, Fotografie 1920er Jahre
Weblinks
Das Grand Hôtel Alexanderplatz Anderes Berlin
Einzelnachweise
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