Zangenstein ist ein Gemeindeteil des Marktes Schwarzhofen im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf in Bayern.

Geographische Lage Das Dorf Zangenstein befindet sich ungefähr drei Kilometer nordwestlich von Schwarzhofen auf dem Ufer der Schwarzach. Am nördlichen Ortsrand von Zangenstein verläuft die Staatsstraße 2040.

Geschichte

Verschiedene archäologische Funde zeigen, dass die Gegend von Zangenstein bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. 1983 wurden einige spätmittelalterliche Scherben und Lesefunde der Urnenfelderkultur und der Hallstattzeit gefunden. 1986 fand sich an der Bahnstrecke Nabburg–Schönsee ein Klopfstein.

Das Dorf Zangenstein entstand im 14. Jahrhundert bei der Burg Zangenstein. Zangenstein wurde in Zusammenhang mit der Burg erstmals 1360 schriftlich erwähnt. In der Zeit von 1360 bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts war Zangenstein im Besitz der Familie Zenger.

Im Amtsverzeichnis von 1622 erschien Zangenstein als Landsassengut. Das Steuerbuch von 1631 führte Zangenstein auf mit 9 Häuseln (1 zerbrochen), 1 Tafern (Berufe: 1 Weber, 1 Wirt), 9 Rindern, 2 Schweinen, 4 Ziegen.

Bei der nächsten Aufzählung sind die Folgen des Dreißigjährigen Krieges erkennbar. Im Steuerbuch von 1661 war Zangenstein verzeichnet mit 1 Gütel (noch öd und abgebrannt), 8 Häusel (3 öd und abgebrannt), 1 Tafern, 1 Inwohner (Hütmann), 7 Rinder, 1 Ziege.

Das Amtsverzeichnis von 1748/49 nannte Zangenstein im Besitz von Christoph Bernhard von Saur mit 5 6/16 Höfen. 1783 wurde das Dorf und Schloss Zangenstein als Eigentum von Freiherr von Saur mit 5 3/4 Höfen, 35 Häusern und 169 Seelen verzeichnet.

Ende des 18. Jahrhunderts hatte Zangenstein 14 Anwesen. Die Namen der Eigentümer waren: Krauß, Dierschwigl, Kierndorfer, Roll, Dirndorfer, Prantl, Fischer, Lang, Höld, Friz, Pruker, Zielbauer, Schmid, Dirscherl.

1820 wurde Zangenstein eine patrimonialgerichtische Ruralgemeinde mit 19 Familien. Zur Ruralgemeinde Zangenstein gehörten außerdem das Dorf Meischendorf mit 8 Familien und die Weiler Altenhammer mit 4 Familien und Holzhof mit 2 Familien.

Im April 1945 führten die Todesmärsche von KZ-Häftlingen aus dem KZ Flossenbürg durch Zangenstein.

1978 wurde Zangenstein nach Schwarzhofen eingemeindet.

Einwohnerentwicklung in Zangenstein ab 1838 (Quelle:) + 1838–1913 Jahr Einwohner Gebäude 1838 127 17 1840 199 (ganze Gemeinde) 1861 216 (ganze Gemeinde) 1867 240 (ganze Gemeinde) 1871 128 53 1885 197 27 1890 226 (ganze Gemeinde) 1900 169 22 1910 183 (ganze Gemeinde) 1913 131 20

+ 1919–2011 Jahr Einwohner Gebäude 1919 221 (ganze Gemeinde) 1925 151 26 1933 227 (ganze Gemeinde) 1939 212 (ganze Gemeinde) 1946 250 (ganze Gemeinde) 1950 186 26 1961 248 42 1970 267 k. A. 1975 295 (ganze Gemeinde) 1987 225 59 2011 180 k. A.

Wirtschaft und Industrie 1948 gründete Ernst Hanauer sen. (1897–1970) in Zangenstein die „Elektromanufaktur Zangenstein“ (emz). Dieser Betrieb beschäftigte zunächst Hausfrauen der Umgebung, die in Handarbeit Kondensatoren herstellten. Er entwickelte sich schnell weiter und hatte Anfang des 21. Jahrhunderts 1200 Mitarbeiter. Die Produktpalette dehnte sich auf verschiedenste elektronische Zubehörteile von Hausgeräten, Haustechnik und Umwelttechnik aus.

Sehenswürdigkeiten mini|Meischendorfer Zell mit mittelalterlichem Steinkreuz Ehemaliger Hammer Zangenstein aus dem 14. Jahrhundert, Hammerstraße 10. Gasthaus, erbaut 1638, Hammerstraße 3. Burgruine Zangenstein aus dem 14. Jahrhundert mit Schlosskapelle, Hammerstraße 5. Brücke über die Schwarzach, erbaut 1921, Hammerstraße. Kruzifix mit Marienstatue, erbaut 1898, Ortsmitte. Steinfigur des heiligen Florian aus dem 18. Jahrhundert, Ortsmitte. Kapelle Meischendorfer Zell aus dem 19. Jahrhundert, daneben mittelalterliches Steinkreuz, an der Straße nach Altendorf.

Literatur Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9 Ursula Pfistermeister: Burgen der Oberpfalz. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1974, ISBN 3-7917-0394-3, S. 99. Friedrich-Wilhelm Krahe: Burgen des Deutschen Mittelalters. Grundriss-Lexikon. Flechsig, Würzburg 2000, ISBN 3-88189-360-1, S. 683. Ignatz von Voith: Der Hammer zu Meuschendorf und der Hammer zu Zangenstein. Verhandlungen des Historischen Vereins der Oberpfalz, 1841, Band 6, S. 183–198.

Weblinks

Zangenstein, Luftbild Burg Zangenstein Zangenstein Burg Zangenstein auf der Seite „neunburgerinfo.de“ (Mit Grundriss) Burgruine Zangenstein auf „burgenseite.de“ Burg Zangenstein bei „burgenwelt.de“

Einzelnachweise Zangenstein bei Bayernatlas. Abgerufen am 20. August 2019. Neustadt a.d.Waldnaab Baudenkmäler bei Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. Abgerufen am 13. August 2019. https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/landesbeschreibungen-orte

atlas.zensus2011.de Historischer Atlas von Bayern: Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 221–224 Historischer Atlas von Bayern: Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 293 Historischer Atlas von Bayern: Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 415–423 Historischer Atlas von Bayern: Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 434 Historischer Atlas von Bayern: Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 441 Todesmärsche bei digitalcollections.its-arolsen.org. Abgerufen am 20. August 2019. Robert Koch, Silvia Codreanu-Windauer, Susanne Herramhof: Archäologische Ausgrabungen und Funde in der Oberpfalz 1984-1986 [um:nbn:de:bvb:355-ubr03307-0301-0 Funde] bei Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg. Abgerufen am 20. August 2019. emz, Unternehmensgeschichte bei emz-hanauer.de. Abgerufen am 20. August 2019.

Kategorie:Geographie (Schwarzhofen) Kategorie:Ort im Landkreis Schwandorf Kategorie:Ersterwähnung 1360 Kategorie:Gemeindegründung 1820 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Schwandorf)