Paul Martin Sagittarius (* 11. November 1645 in Jena; † 31. Juli 1694 in Altenburg)Der Geburts- und der Todestag wurden schon früh falsch tradiert. Zur korrekten Bestimmung und zur Vita von Paul Martin Sagittarius, mit Quellenbelegen: Joachim Ott: Hammer, Nägel, Klebstoff. Der Thesenanschlag in Lutherdramen von 1617 und 1676 sowie in einer Jubelpredigt von 1617. In: Lutherjahrbuch 91. 2024, S. 69–112, hier S. 73–77. war ein deutscher lutherischer Geistlicher, Theologe und Pädagoge.
Leben Paul Martin Sagittarius, der am 12. November 1645 in Jena getauft wurde,Archiv der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Jena, Kirchenbuch Taufen Jena 1636–1668, S. 149. war ein Sohn des Theologen Johann Christfried Sagittarius und dessen Frau Anna Maria, geb. Reinelius. Entsprechend den beruflichen Stationen seines Vaters verbrachte Paul Martin Sagittarius seine frühe Kindheit in Jena und ab 1651 in Orlamünde. Ab 1656 absolvierte er das Altenburger Gymnasium. Im November 1664 begann er ein Studium der Philosophie, Philologie und Theologie an der Universität Wittenberg, wo er Mitte Oktober 1666 den Magistergrad erlangte. Im Juli 1667 immatrikulierte er sich an der Universität Jena. 1668 wurde seine Berufung auf die dortige Professur für Kirchengeschichte eingeleitet,Berufungsakte: Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Altenburg, Landesregierung zu Altenburg (1603–1866), 4605 doch trat Sagittarius im Frühjahr 1669 die Stelle des Rektors des Altenburger Gymnasiums an, die er bis 1679 innehatte. Im November 1679 wurde er in Altenburg zum Diakon ordiniert, wurde 1684 Archidiakon, 1685 Stiftsprediger und 1686 Konsistorialassessor. Am 31. Juli 1694 erlag Sagittarius einer fiebrigen Erkrankung und wurde am 3. August in der Altenburger Gottesackerkirche beigesetzt.
Sagittarius war ein Enkel des Philologen und Pädagogen Thomas Sagittarius. Dessen Stiefbruder war der Pädagoge und Pfarrer Caspar Sagittarius (d. Ä.), Vater des Historikers Caspar Sagittarius (d. J.). Am 16. November 1669 heiratete Paul Martin Sagittarius Rahel Maria Müller, Tochter des Ronneburger Schössers Peter Müller. Von acht bezeugten Kindern dieser Ehe erreichte nur die Tochter Rahel das Erwachsenenalter, starb jedoch 1695 mit 21 Jahren.Thomas Walther: Thüringer Pfarrerbuch, Bd. 6: Das Herzogtum Sachsen-Altenburg. 424, Nr. 1741, Leipzig 2013, ISBN 978-3-374-03051-4.
Sagittarius publizierte kleinere philosophische, theologische, historiographische und numismatische Abhandlungen sowie zahlreiche Gelegenheitsschriften.Verzeichnis seiner Werke: VD17 Eine Chronik Altenburgs, mit der ihn 1667 der Stadtrat beauftragt hatte, vollendete er nicht.Vertragliche Vereinbarung: Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Altenburg, Handschriften der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes, 338. Unter seinem Altenburger Gymnasialrektorat führten seine Schüler an Festtagen, u. a. zum Gregoriusfest, rund ein Dutzend von ihm verfasste Theaterstücke zu diversen, vor allem geschichtlichen Themen öffentlich auf.Vgl. etwa Max Meissner: Geistliche Aufführungen und Schulkomödien in Altenburg. In: Mitteilungen der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes. Band 11, 1907, S. 351–422, hier S. 361–364. (Digitalisat)
Werke (Auswahl) mit Tobias Mahn: De iure Naturali Exercitatio. Werther, Jena 1668 (Digitalisat). Beschreibung Der Ersten Gregorius-Feyre/ Welche In unterschiedenen Auffzügen In […] Altenburg Den 8. Iunii des 1670sten Jahres vorstellen wollen, Richter, Altenburg 1670 (Digitalisat). Der Stadt Altenburg Zustand Bey Begehung des zum dritten mahl angestellten Gregorius Festes, Richter, Altenburg 1673. Der reformierende Lutherus, Altenburg 1676 (Digitalisat der Handschrift Ms. Prov. o. 234.der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena). Die beständige Mutter Felicitas Und Das friedwüntschende Deutschland. Jene auff öffentlicher Schaubühne [...] von der Studirenden Altenburgischen Jugend Vorgestellet [...] Richter, Altenburg 1677 (Digitalisat). Dissertatio I–VI De Nummis Seren. Saxoniae Ducum [...], Richter, Altenburg 1679 (Digitalisat Teil I; Teil II; Teil III; Teil IV, Teil V; Teil VI).
Literatur Johann Daniel Ernst: Wahrer Christen Dreyfache Glückseeligkeit [...] In der Kirchen zur Aufferstehung [...] Als Der Wohl-Ehrwürdige [...] Herr M. Paulus Martinus Sagittarius [...] in sein Ruhe-Bette/ kurtz zuvor war gebracht worden/ Den 5. Augusti, im Jahr 1694. [...] Altenburg 1695. (Digitalisat)
Christian Heinrich Lorenz: Geschichte des Gymnasii und der Schule in der uralten Fürstlich Sächsischen Residenzstadt Altenburg. Altenburg 1789, S. 116–124.
Thomas Walther: Thüringer Pfarrerbuch, Bd. 6: Das Herzogtum Sachsen-Altenburg. Leipzig 2013, S. 424, Nr. 1741, ISBN 978-3-374-03051-4. Joachim Ott: Hammer, Nägel, Klebstoff. Der Thesenanschlag in Lutherdramen von 1617 und 1676 sowie in einer Jubelpredigt von 1617. In: Lutherjahrbuch 91. 2024, S. 69–112. .
Weblinks
Sagittarius, Paul Martin beim Thüringer Literaturrat
Einzelnachweise
Kategorie:Lutherischer Geistlicher (17. Jahrhundert) Kategorie:Lutherischer Theologe (17. Jahrhundert) Kategorie:Pädagoge (17. Jahrhundert) Kategorie:Schulleiter (Deutschland) Kategorie:Lutherischer Geistlicher (Altenburg) Kategorie:Absolvent der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Schiller-Universität Jena) Kategorie:Geboren 1645 Kategorie:Gestorben 1694 Kategorie:Mann