Elizabeth „Betty“ Stockfeld, fälschlicherweise auch manchmal Betty Stockfield genannt, (* 15. Januar 1905 in Sydney, Australien; † 27. Januar 1966 in Tadworth bei London, Vereinigtes Königreich) war eine australischstämmige Schauspielerin an der Bühne sowie beim britischen und französischen Film.

Leben und Wirken Elizabeth Stockfeld, Tochter eines australischen Geschäftsmannes, kam noch vor Beginn ihrer Teenagerjahre nach London. Das Gros ihres Lebens verbrachte sie abwechselnd in Frankreich und in Großbritannien, ihrem Lebensmittelpunkt. In Paris besuchte Betty Stockfeld zeitweilig die Schule und erlernte dort die französische Sprache. Ihren Einstand auf der Bühne gab sie im Mai 1924 an Londons Duke of York Theatre, als sie als Chorsängerin in dem Stück London Calling erstmals vor Publikum spielte. Im Jahr darauf reiste die junge Künstlerin als Mitglied einer Revuetheatertruppe in die Vereinigten Staaten und debütierte dort am 10. November 1925 im Rahmen der Charlot Revue an New Yorks Selwyn Theatre. Einen anschließenden Ausflug nach Hollywood ermöglichte Stockwell 1926 auch ihren ersten (damals noch winzigen) Auftritt in einem (noch stummen) Film an der Seite der Stars Victor McLaglen und Dolores del Río.

Wieder daheim in England, setzte Betty Stockfeld ihre Arbeit am Londoner Theater fort und trat mit Beginn der Tonfilm-Ära auch regelmäßig mit kleinen Rollen vor die Kamera. Gleich zu Beginn, 1930, ergab sich Stockfelds große Chance, als sie an der Seite des polnischen Gesangfilmstars Jan Kiepura groß herausgestellt wurde. In diesem Jahrzehnt bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs trat Betty Stockfeld paritätisch diesseits und jenseits des Ärmelkanals in Filmen auf und wurde damit „zur Inkarnation einer künstlerischen entente cordiale zwischen England und Frankreich.“Das große Personenlexikon des Films, Band 7, S. 508 Stockfelds Rollenfach wurden jung-dynamische, sportliche und begehrte junge Frauen aller Arten in künstlerisch nicht eben ambitionierten Unterhaltungsfilmen, überwiegend Komödien und Romanzen.

Die Besetzung Frankreichs durch Wehrmachtstruppen beendete 1940 schlagartig Betty Stockfelds Aktivitäten auf dem Kontinent, und die Australierin kehrte sofort in ihre Wahlheimat Großbritannien zurück. Dort nahm sie ihre Arbeit am Theater wieder auf, Filmangebote folgten nur noch sporadisch. Nach dem Krieg kehrte Betty Stockfeld wieder nach Frankreich zurück, musste sich dort aber beim Film mit nunmehr recht klein gewordenen Rollen begnügen. Am Theater sah man sie nun auch in Stücken deutschen Ursprungs, etwa in einer britischen Adaption von Carl Zuckmayers Des Teufels General als Partnerin Trevor Howards. Zu ihren Bühnenregisseuren gehörte auch der deutsche Starregisseur Peter Zadek. Mit zwei Gräfinnen-Rollen in zwei Fernsehproduktionen verabschiedete sich Anfang der 1960er Jahre Betty Stockfeld, die gelegentlich auch die falsche Namensnennung „Betty Stockfield“ erhalten hatte, von ihrem Publikum. Zuletzt schwer an Leukämie erkrankt, starb Elizabeth „Betty“ Stockfeld nahe London zwölf Tage nach ihrem letzten, dem 61. Geburtstag.

Filmografie 1926: Rivalen (What Price Glory) 1931: City of Song (englische Version von Die singende Stadt) 1931: 77 Park Lane 1931: Farewell to Love 1931: Captivation 1931: Blanc comme neige 1932: Woman in Bondage 1932: Money for Nothing 1932: Monsieur Albert 1932: The Maid of the Mountains 1932: King of Hotels 1932: The Night at the Hotel 1932: Life Goes On 1933: Anne One Hundred 1933: King of the Ritz 1933: L'abbé Constantin 1933: La bataille 1933: Lord of the Manor 1934: The Man Who Changed His Name 1934: Thunder in the East 1934: Trois de la marine 1934: Brides to Be 1935: Arènes joyeuses 1935: The Lad 1935: Slipper Episode 1935: Schlafwagen Paris-Toulon (Fanfare d'amour) 1936: Der geliebte Vagabund (The Beloved Vagabond) 1936: Club de femmes 1936: Dishonour Bright 1936: Under Proof 1936: Une gueule en or 1936: L'ange du foyer 1937: Who's Your Lady Friend? 1937: I See Ice 1938: Les femmes collantes 1938: Les nouveaux riches 1938: Geheimnis im Hinterhaus (Derrière la façade) 1938: Runaway Ladies 1939: Frenesia 1939: Le President Haudecoeur 1939: Sur le plancher des vaches 1940: They Were Twelve Women 1941: Hard Steel 1942: Flying Fortress 1949: The Girl Who Couldn't Quite 1950: Edouard und Caroline (Edouard et Caroline) 1953: Dear Octopus (Fernsehfilm) 1954: Nächte in Lissabon (Les amants du tage) 1956: Geheimer Krieg (Guilty?) 1957: True as a Turtle 1960: The Richest Man in the World (Fernsehfilm) 1961: The Romantic Young Lady (Fernsehfilm)

Einzelnachweise

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films, Band 7, S. 508. Berlin 2001

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