mini|Wappen der Familie von Rehden Die Familie von Rehden (auch Rheden) stammt aus dem Ort Rhede (Ems) bei Aschendorf und wurde 1533 von Kaiser Karl V. geadelt. Mitglieder der Familie spielten bei der Verwaltung vom Leer eine große Rolle und vertraten das südliche Ostfriesland in der Ostfriesischen Landschaft. Das Geschlecht wurde 1786 in den Freiherrnstand erhoben.
Die Familie ist zu unterscheiden von dem hildesheimischen Adelsgeschlecht Rheden, den märkischen und schlesischen Adelsgeschlechtern Redern, dem niedersächsischen Uradelsgeschlecht Reden sowie dem westfälisch-niederländisch-irischen Adelsgeschlecht Rhede.
Geschichte Heinrich (Hinrich) von Rehden (1576–1644) wandte sich dem Protestantismus zu und wanderte 1605 aus dem Münsterland nach Leer. Er heiratete 1599 Susanna Coops Ibeling thoe Leer. Deren Mutter Thiake von Bollinghusen vererbte ihr das Gut Bollinghausen, was sie ihrem Mann zubrachte. Im Jahr 1603 verlieh Graf Enno III. dem Gut Bollinghausen die Ritter-Freiheit, die Aufnahme in die ritterschaftliche Matrikel erfolgte aber erst 1822.
Hinrich von Rehden war Hooftman über Moormerland und Landschaftlicher Administrator für den dritten Stand. Sein Sohn Coop (Jakob) von Rehden (1608–1677) war ebenfalls Landschaftlicher Administrator. Rudolf von Rehden war während des Appell-Krieges einer der Führer der Renitenten, nach deren Niederlage wurde er mit 98 anderen Renitenten aus Leer verbannt und floh nach Emden, wo er 1744 starb. Sein Gut Bollinghausen wurde sequestriert, ebenso das Stadthaus auf der Wörde in Leer, das 1728 zur Drostenwohnung, das Schatthus wurde zum Sitz des Amtsgerichts. Sein Sohn Oncko erhielt das Gut 1744 zurück. Dessen Tochter Gesina (1742–1815) heiratete Bürgermeister von Groningen Quintus Valerius van Swinderen.C.J. Polvliet, Genealogie van het geslacht van Swinderen, de Marees van Swinderen, en de Rehden van Swinderen, Band 1, S. 38
Beim Regierungswechsel zu Friedrich Wilhelm II. wurde Rudolf Jacob von Rehden am 2. Oktober 1786 zum Freiherrn erhoben.Friedrich der Große: eine Lebensgeschichte, Band 3, Ausgabe 1, S. 551 Er kaufte am 21. August 1790 die Herrlichkeit Rysum für 66.000 Gulden und nannte sich daraufhin Freiherr von Rehden-Rysum. Der letzte war Carl Rudolph Friso von Rehden; dessen Tochter Wilhelmina erbte Bollinghausen. Durch Heirat kamen die Güter dann an die Familie Suckow.
Wappen Das Wappen ist geviert mit Herzschild. Dieser ist quergeteilt, oben in Gold mit einem gekrönter Adler und unten in Blau mit zwei goldenen Pilgerstäbe, davor eine silberne Muschel. Im Hauptschild in den Feldern 1 und 4 oben in Gold ein roter Löwe durch dessen Hals ein Pfeil gestoßen ist, unten gespalten vorne in Blau fünf silberne Balken, hinten in Rot zwei Pfähle (Wappen der Familie Bollinghausen). Die Felder 2 und 3 zeigen einen schwarzen Löwen auf silbernen Grund. Oberhalb finden sich folgende drei Helme: der Löwe von 1 und 4 wachsend zwischen dem Flug eine Bärentatze, die einen goldenen Pilgerstab hält zwischen Silber mit übereck geteilten Hörnern, der Löwe wachsend Die Helmdecken sind Blau und Silber. Die Schildhalter sind zwei goldene Greifen.
Stammlinie
Literatur Günther Robra, Rheden in Biographisches Lexikon für Ostfriesland, Band II, Aurich 1997, S. 304–306 Ernst Heinrich Kneschke, Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 7, S. 402 Hefner, Siebmachers Großes und Allgemeines Wappenbuch – Grafen und Freiherren, Band 1, S. 59 Tafel 76 Maximilian Gritzner, Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preussischen Standeserhöhungen und Gnadenacte, Band 1, S. 44 Deutsches Geschlechterbuch, Band 26, (Ostfriesisches Geschlechterbuch 1. Band), Görlitz 1913, S. 461 Leopold von Ledebur, Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2, S. 270f
Weblinks Gut Bollinghausen
Einzelnachweise
Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht Kategorie:Niedersächsisches Adelsgeschlecht