Ruspen (oberfränkisch: Di RuspnJ. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 46. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „di ruspn“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Prebitz im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Ruspen liegt in der Gemarkung Prebitz.
Lage Die Einöde liegt am südöstlichen Rand des ausgedehnten Forstgebietes Hohenwart. Am östlichen Ortsrand liegen Fischweiher, die von dem in den Ohrenbach mündenden Schliefergraben durchflossen werden. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Preunersfeld (1,3 km westlich) bzw. nach Engelmannsreuth zur Staatsstraße 2120 (0,6 km nordöstlich). Unmittelbar nördlich verläuft die Bahnstrecke Nürnberg–Cheb.
Geschichte Urkundlichen Erwähnungen von Ruspen in historischen Dokumenten waren: 1396/99: „zway gut zu Rüsten ... Ruspen halbs“ 1402: „von den zu Ruspen“ 1541: „Ruspel“ 1550: „an der Rußpen“ Der Ortsname bedeutet „Zu den Rispen“, womit Büsche gemeint sind. Abgeleitet wurde dies vom mittelhochdeutschen Begriff „rispe“, der ein Gezweig bzw. Gesträuch benennt.J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 46.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ruspen aus 3 Häusern und 2 Scheunen. Dazu gehörten 18 Tagewerk Acker und 12 Tagewerk Wiesen. In der Fraisch unterstand Ruspen dem brandenburg-bayreuthischen Kasten- und Stadtvogteiamt Creußen.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 694. Von 1791/92 bis 1810 war das preußische Justiz- und Kammeramt Pegnitz zuständig.
Mit dem Gemeindeedikt wurde Ruspen dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Losau und der wenig später gebildeten Ruralgemeinde Prebitz zugewiesen.
Die Bayerische Uraufnahme zeigt Ruspen in den 1810er Jahren mit drei etwas verstreut liegenden Herdstellen, Streuobstwiesen und zwei Weihern.
Am 11. August 2015 ereignete sich ca. 800 m südlich von Ruspen ein Flugunfall eines Kampfjets vom Typ General Dynamics F-16. Nach einem technischen Defekt während eines Formationsfluges stieg der Pilot mittels Schleudersitz aus und lenkte das Fluggerät zuvor noch in das unbewohnte Gebiet, wo es zerschellte.
Baudenkmäler Haus Nr. 3: Wohnstallhaus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Erdgeschoss des Bauwerks wurde mit hochwertigen Sandsteinquadern gebaut, während das Obergeschoss in kostengünstigerer Fachwerkbauweise errichtet wurde.
Einwohnerentwicklung Jahr 1799 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 14 15 22 25 24 28 10 7 9 11 7HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 3 3 3 2 1 2 2Quelle
Religion Ruspen ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakobus (Creußen) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Jacobus Maior (Thurndorf) gepfarrt.
Unternehmen Im südöstlichen Bereich der kleinen Ortschaft gibt es eine Biogasanlage.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Prebitz) Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Bayreuth Kategorie:Ersterwähnung 1396