mini|Friedhof Karacaahmet Der Friedhof Karacaahmet () ist ein historischer Friedhof im Istanbuler Stadtbezirk Üsküdar im asiatischen Teil der Stadt. Der Friedhof entstand im 14. Jahrhundert und ist der älteste in Istanbul. Mit einer Fläche von 750.000 m² ist er auch der größte der Türkei. Schätzungen gehen von mehr als einer Million Gräber aus. Benannt ist der Friedhof nach einem Kriegsgefährten des osmanischen Sultans Orhan I.

Lage Der Friedhof erstreckt sich von Nordwesten nach Südosten oberhalb des Bosporus und des Hafens von Istanbul im Istanbuler Stadtbezirk Üsküdar. Das Gelände wird von der Nuhkuyusu Caddesi in zwei Teile zerschnitten. Durch den nördlichen Teil führen außerdem die Gündoğumu Caddesi und die Tunusbağı Caddesi.

Geschichte mini|Altes Grabfeld Der Friedhof entstand zwischen 1359 und 1389 in der Regentschaftszeit von Sultan Murad I. auf einer Anhöhe und wurde in der Folgezeit schrittweise erweitert.Karacaahmet Mezarlığı. In: İslâm Ansiklopedisi, Türkiye Diyanet Vakfı, abgerufen am 27. März 2021 Der älteste Teil des Friedhofs liegt im Nordwesten. Seit 1698 trägt er seinen heutigen Namen.

In den Jahren 1917, 1940, 1956 und 1974 wurden für Bauprojekte Gräber enteignet und eingeebnet.Karacaahmet Mezarlığı, Kültür Envanteri, abgerufen am 27. März 2021 Im Jahr 1991 wurde der Friedhof daher von der Stadtverwaltung unter Denkmalschutz gestellt.

Die Grabungsarbeiten für den Tunnel des Marmaray-Eisenbahnprojekts verursachte im Juni 2007 leichte Schäden auf dem historischen Friedhof. In der Nähe der Friedhofsmauer trat eine Absenkung mit einem Durchmesser von 1,5 m und einer Tiefe von 4 m auf. Dabei wurden einige Gräber beschädigt.

Am Eingang zum Friedhof wurde in den 2000er Jahren die Şakirin-Moschee errichtet. Auf dem Gelände liegen außerdem die Karacaahmet-Moschee und die Şehitlik-Moschee.

Architektur mini|Gräber aus dem 19. und 20. Jahrhundert Der Friedhof Karacaahmet bedeckt eine Fläche von 750.000 m² und ist damit der größte der Türkei. Das Gelände ist von hohen Zypressen, Eichen, Bergahorn und Zürgelbäumen bewachsen. Das Gelände ist in fünf große Bezirke unterteilt, die sich in zwölf Abschnitte gliedern, die jeweils unterschiedlichen religiösen Gruppen zugeordnet sind. Viele der historischen Grabsteine sind in osmanischer Sprache beschriftet.

Da erst seit 1937 Akten über Bestattungen auf dem Friedhof existieren, ist die genaue Zahl der Gräber unbekannt. Sie wird auf über eine Million geschätzt.

Bestattete Persönlichkeiten Auf dem Friedhof befindet sich der Schrein von Karaca Ahmet Sultan, einem Arzt des 13. Jahrhunderts und Heiligen des Bektaschi-Ordens. Außerdem wurden hier unter anderem bestattet:

Benderli Ali Pascha († 1821), Großwesir Vehip Pascha (1877–1940), osmanischer General Reşat Nuri Güntekin (1889–1956), Schriftsteller Osman Zeki Üngör (1880–1958), Komponist und Dirigent Süleyman Hilmi Tunahan, islamischer Gelehrter Safiye Erol (1902–1964), Schriftstellerin Fikret Mualla Saygı (1903–1967), Maler Nihal Atsız (1905–1975), Schriftsteller und Philosoph Oktay Rifat (1914–1988), Dichter Hamiyet Yüceses (1915–1996), Sängerin Cem Karaca (1945–2004), türkischer Rockmusiker Arif Mardin (1932–2006), Musikproduzent Saadet İkesus Altan (1916–2007), Opernsängerin und -intendantin Fazıl Hüsnü Dağlarca (1914–2008), Dichter Oktay Sinanoğlu (1935–2015), theoretischer Chemiker Tahsin Şahinkaya (1925–2015), Luftwaffengeneral und einer der Anführer des Militärputsches 1980 in der Türkei İbrahim Erkal (1966–2017), Singer-Songwriter Can Bartu (1936–2019), Fußball- und Basketballspieler Yaşar Büyükanıt (1940–2019), General der türkischen Luftwaffe

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Einzelnachweise

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