Miguel Klauß (* 7. Juli 1986 in Nagold)Wahlvorschlag für die Wahl zum 17. Landtag von Baden-Württemberg im Wahlkreis 43 Calw ist ein deutscher Politiker (AfD). Seit 2021 ist er Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg. Gegen Klauß laufen unter anderem wegen des Verdachts auf Volksverhetzung verschiedene staatsanwaltschaftliche Ermittlungen.
Leben Klauß wuchs in Mötzingen im Landkreis Böblingen auf. Seine Mutter ist aus Thailand und sein Vater Deutscher. Nach der Mittleren Reife an der Christiane-Herzog-Realschule in Nagold durchlief er eine Ausbildung zum Mechatroniker in der Automobilindustrie. Es folgten Weiterbildungen zum Technischen Fachwirt und zum Technischen Betriebswirt bei der IHK. Vor seiner politischen Tätigkeit arbeitete Klauß insgesamt 18 Jahre bei Mercedes-Benz in den Tätigkeitsbereichen Produktionsplanung, Motorenentwicklung, Vertriebsplanung und Einkauf.Flugblatt Miguel Klauß Er wohnt in Nagold, ist verheiratet und Vater dreier Kinder.Miguel Klauß, Curriculum vitae
Politik Klauß ist seit 2013 Mitglied der AfD.
Bei den Kommunalwahlen 2019 kandidierte Klauß sowohl für den Kreistag des Landkreises Calw als auch für den Gemeinderat der Stadt Nagold und wurde in beide Gremien gewählt. Nach einer Entscheidung des Regierungspräsidiums Karlsruhe durfte er jedoch beide Mandate nicht antreten, weil der tatsächliche Wohnsitzwechsel in sein neu erbautes Haus später erfolgt war als die polizeiliche Ummeldung. Demnach war er am Wahltag weder in der Stadt noch im Landkreis wahlberechtigt.Wegen AfD-Kandidat: Calwer Kreistag in der Warteschleife. In: Pforzheimer Zeitung. 12. Juli 2019Roland Buckenmaier: Nagold: Kommunalwahl muss nicht wiederholt werden. In: Schwarzwälder Bote. 30. Juli 2019
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2021 erzielte Klauß im Wahlkreis Calw 13,5 % der Stimmen und sicherte sich damit ein Zweitmandat.Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Endgültiges Ergebnis der Landtagswahl 2021 Ab September 2023 war er einer der stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Landtagsfraktion.
Klauß ist Mitglied und Arbeitskreis-Sprecher im Ausschuss für Verkehr. Er ist außerdem stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für Landesentwicklung und Wohnen, des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen, für Wissenschaft, Forschung und Kunst, für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und im Petitionsausschuss. Er ist ebenfalls stellvertretendes Mitglied im Präsidium des Landtages.Abgeordnetenprofil Miguel Klauß Er war im Februar 2022 Mitglied der 17. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten.
Seit März 2025 ist Klauß gemeinsam mit Andreas Grammel Sprecher des AfD-Kreisverbands Calw-Freudenstadt.https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.afd-kreisverband-calw-freudenstadt-andreas-grammel-und-miguel-klauss-bilden-neue-doppelspitze.f1490769-5643-4e93-9033-b404b83233b4.html
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 zog Klauß über die Landesliste der AfD, auf der er Platz 6 belegte, wieder in den Landtag ein.https://wahlen.statistik-bw.de/ltw26/#id_66828689_d0b5_4840_8b0c_e84eca9c8995_11022 Anschließend wurde er zum Parlamentarischen Geschäftsführer seiner Fraktion gewählt.
Kontroversen Ausschluss von Landtagssitzung Am 2. Februar 2022 bezeichnete Klauß den amtierenden Bundespräsidenten in einer Plenarsitzung u. a. als „Spalter“ und „Hetzer“. Auf die darauffolgende Ermahnung durch den stellvertretenden Landtagspräsidenten Wolfgang Reinhart antwortete er mit einem Diktaturvergleich. Als Folge musste Klauß die laufende Sitzung verlassen und wurde für zwei weitere Sitzungen gesperrt.AfD-Abgeordneter von Landtagssitzung ausgeschlossen. In: Stuttgarter Zeitung. 2. Februar 2022
Strafrechtliche Ermittlungen Wegen dreier Beiträge in den Sozialen Medien in den Jahren 2023 und 2024 leitete die Staatsanwaltschaft Tübingen gegen Klauß Ermittlungen wegen des Verdachts auf Volksverhetzung, Billigung von Straftaten sowie eines Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz ein. Im Rahmen dieser Ermittlungsverfahren beantragte die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Nagold am 25. Juni 2025 den Erlass eines Strafbefehls.Staatsanwaltschaft Tübingen: Die Staatsanwaltschaft Tübingen beantragt den Erlass eines Strafbefehls gegen einen Abgeordneten des Landtages Baden-Württemberg (PDF), veröffentlicht am 12. Januar 2026, abgerufen am 12. Januar 2026 Über dessen Erlass hat das Gericht bisher nicht entschieden. Dem Verfahren liegt unter anderem zu Grunde, dass Klauß im Internet das Foto einer Studentin veröffentlicht hatte, die von einem marokkanischstämmigen LKW-Fahrer auf einem Rastplatz getötet worden war. Der Bruder der Studentin hatte deshalb Strafantrag gestellt. Klauß bezeichnete die Vorwürfe als eine „Kampagne gegen mich als einer der Reichweiten stärksten Politiker im Social Media Bereich“. (Rechtschreibung im Original)
Weblinks Abgeordnetenprofil beim Landtag Baden-Württemberg in der 17. Wahlperiode
Einzelnachweise
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