Das 2. Husaren-Regiment Nr. 19 „Kronprinz Wilhelm des Deutschen Reiches und von Preußen“ war ein Kavallerieverband der Sächsischen Armee. mini|Denkmal: Königlich Sächsisches 2. Husaren-Regiment Nr. 19 Geschichte Aufstellung und Entwicklung bis 1822 Auf Anregung des sächsischen Generalinspekteurs der Kavallerie, Generalleutnant Moritz Claude Marie Graf v. Bellegarde, ordnete Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen am 10. Juli 1791 die Aufstellung eines Husarenregiments an. Anders als in vielen anderen europäischen Staaten, in Preußen war das erste Husarenregiment 1721 aufgestellt worden, in Österreich sogar 1688, hatte es in Sachsen bis dahin keine Husarenverbände gegeben.

Das neue Regiment sollte eine Stärke von 1048 Mann und 1000 Pferden haben. Zu seiner Aufstellung mussten die bestehenden sieben sächsischen Kavallerieregimenter Mannschaften und Pferde abgeben, sodass zunächst eine Stärke von 508 Mann und 502 Pferden erreicht wurde. Es war dabei bestimmt, dass die abzugebenden Reiter nicht größer als 1,67 m sein durften.

Das Husarenregiment wurde zunächst in Radeberg, Bischofswerda, Königsbrück, Hoyerswerda und Ruhland stationiert und im April 1792 in seine endgültigen Garnisonen in Cölleda, Gebesee, Wiehe, Heldrungen, Kindelbrück und Donndorf im Thüringer Kreis verlegt. Erst 1797 erreichte es die vorgesehene volle Stärke.

Schon 1793 stellte es im Ersten Koalitionskrieg zwei von seinen acht Eskadronen zur Reichsarmee. Diese zwei Eskadronen wurden im Folgejahr Jahr durch zwei andere abgelöst und 1795 rückte der Regimentskommandeur mit vier Eskadronen als „mobiles sächsisches Husarenregiment“ über den Rhein. In der Schlacht bei Wetzlar am 15. und 16. Juni 1796 zeichnete sich das Regiment aus, machte zahlreichen Gefangene und eroberte zwei französische Geschütze.

Im Vierten Koalitionskrieg war Sachsen an die Seite von Preußen getreten und stellte ein Hilfskorps von rund 20.000 Mann, dabei das Husarenregiment mit acht Eskadronen. Es nahm an den Schlachten bei Saalfeld und Jena teil. Es war ein Rittmeister des Regiments, Johann Adolf von Thielmann, der am 15. Oktober 1806 als Parlamentär zu Napoleon nach Merseburg gesandt wurde, um für die Sachsen Waffenstillstand, Rückkehr in die Heimat und Freilassung der Gefangenen zu erwirken. Das Regiment verlor auf dem Rückmarsch Waffen und Pferde an die Franzosen, konnte aber dank des Mutes eines Proviantknechts die Regimentskasse vor der Beschlagnahme bewahren.

Nach Ergänzung des Pferdebestandes traten drei Eskadronen des Regiments ab 1809 zum sächsischen Hilfskorps, das Sachsen Napoleon im Rahmen des Rheinbunds zur Verfügung stellen musste. Es kämpfte in der Schlacht von Wagram und nahm an der anschließenden Verfolgung der geschlagenen Österreicher bis Preßburg teil.

An Napoleons Russlandfeldzug nahm das Husarenregiment im Rahmen des 7. (sächsischen) Corps unter dem Kommando des französischen Generals Jean-Louis-Ébénézer Reynier teil, das als Flankenschutz auf dem rechten Flügel der Grande Armee eingesetzt war. Bei Wolkowisk war das Regiment am 15. November 1812 an der erfolgreichen Abwehr eines russischen Angriffs gegen das Hauptquartier Reyniers beteiligt. Im Verlaufe des Feldzuges hatte es dann aber auf dem Rückzug in den Untergang der Grande Armee hohe Verluste. Nur 133 Husaren erreichten Anfang Juni 1813 mit ihren Pferden schließlich die Heimat.

Bis Sommer 1813 waren die sächsischen Husaren wieder auf die volle Stärke von acht Eskadronen mit rund 800 Mann und 800 Pferden gebracht und nahmen an der Seite Napoleons an der Rückzugsschlacht bei Bautzen teil. Immer noch auf französischer Seite und im Sommer 1813 erneut voll aufgefüllt, nahm das das Regiment an den zwei verunglückten Vorstößen der Franzosen gegen Berlin teil, die in den Schlachten von Großbeeren (23. August) und Dennewitz (6. September) blutig zurückgewiesen wurden. Beim Rückzug von Großbeeren erlitten die Husaren als die letzten am Feind schwere Verluste, besonders an der Brücke von Wittstock.

In der Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 19. Oktober 1813), die das Regiment erst ab 17. Oktober 1813 mitmachte, wechselte es am 18. Oktober mit der gesamten sächsischen Armee auf die Seite der Koalition und kämpfte dann bis 1815 in Belgien und Frankreich. Im Juni 1815 erfolgte entsprechend der im Wiener Kongress vereinbarten Abtretung großer Teile Sachsens an Preußen auch die Teilung der sächsischen Armee und des Husarenregiments. Alle aus den an Preußen fallenden Teilen Sachsens stammenden Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des Regiments mussten in das neu aufgestellte 12. preußische Husarenregiment übertreten. Dazu gab das Regiment am 17. Juni 1815 13 Offiziere, 69 Unteroffiziere und 353 Mannschaften samt Pferden ab. Beim Regiment verblieben 27 Offiziere und 453 Unteroffiziere und Mannschaften.

Nach der Niederlage Napoleons blieben die sächsischen Husaren noch bis 1818 als Besatzungstruppe zunächst im Elsass und dann in Belgien. Erst im Januar 1819 kehrten sie in ihre Heimat zurück und rückten in ihre künftigen Garnisonen Grimma, Pegau, Borna, Lausigk und Geithain (ab 1825 Rochlitz).

2. leichtes Reiter-Regiment Zum 1. Januar 1822 wurden die sächsische Kavallerie einheitlich in drei gleichmäßig ausgerüstete und uniformierte Reiterregimenter umgegliedert und aus dem sächsischen Husaren-Regiment wurde das 2. Leichte Reiter-Regiment.

Während der Revolutionsjahre 1848 / 1849 war das Regiment im Vogtland und in Leipzig zur Aufrechterhaltung der Ruhe im Mai 1849 in Dresden und Zschertnitz zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt.

Am 1. November 1849 wurde die in Borna stationierte 6. Eskadron zur Aufstellung des 3. Reiter-Regiments (Borna, Pegau und Geithain), des späteren Karabinier-Regiments (2. schweres Regiment), abgegeben. Borna fiel damit als Garnison für das 2. Reiter-Regiment weg.

Im Deutschen Krieg von 1866 stand Sachsen auf der Seite Österreichs und gegen Preußen und wurde am 20. Mai 1866 mit vier Eskadronen zu 150 Pferden mobilgemacht. Der Vorhut zugeteilt, rückte das Regiment über Teplitz nach Böhmen und trat mit Masse zur neuformierten sächsischen Kavallerie-Division. Es nahm an den Gefechten bei Münchengrätz (28. Juni) und Gitschin (29. Juni) teil. In der Schlacht bei Königgrätz war es zunächst auf dem linken Flügel bei Nechanitz eingesetzt, kam aber geschlossen nicht zum Einsatz. Danach machte es, wieder als Flankensicherung, den Rückzug der österreichischen Armee bis ins Waagtal mit. Anfang November 1866 traf das Regiment wieder in seinen Garnisonen ein.

Zum 1. April 1867 musste das 2. Reiter-Regiment die (durch Los bestimmte) 1. und 2. Eskadron zur Aufstellung des sächsischen 2. Ulanen-Regiments in Leipzig abgeben. Nach Neuaufstellung der 2. Eskadron und Umbenennung der bisherigen 6. zum 1. Oktober 1867 bestand das Regiment wieder aus fünf Eskadronen, drei in Grimma (1., 3. und 5.) und zwei in Lausigk (2. und 4.). Die Garnison in Rochlitz wurde aufgegeben.

Im Deutsch-Französischen Krieg war das 2. Reiter-Regiment zunächst der sächsischen 24. Infanterie-Division unterstellt, überschritt mit dieser am 29. Juli 1870 den Rhein und am 11. August die französische Grenze in Richtung auf die Mosel bei Pont-à-Mousson. Als Divisionskavallerie war es vorwiegend zur Aufklärung, zum Flankenschutz und als Sicherung für die Artillerie eingesetzt.

Nach den Schlachten von Gravelotte und St. Privat und Sedan nahm es am Vormarsch auf Paris teil und stellte dann Rahmen der Belagerung von Paris Vorposten im Norden des Belagerungsrings.

Nach Abschluss des Waffenstillstands rückte das Regiment mit der 24. Infanterie-Division als Besatzungstruppe in die Gegend von Rethel, Vouziers und Flize mit Lonny. Im Spätherbst 1871 wurde die 24. Infanterie-Division wurde von Metz aus mit der Bahn nach Leipzig verlegt. Am 2. November 1871 nahm das Regiment am festlichen Einzug in Leipzig teil und erreichte am folgenden Tag seine Garnisonen.

2. Husaren-Regiment Nr. 19 mini|19er Husaren 1903 Am 17. Dezember 1875 wurde das 2. Reiter-Regiment wieder zu einem Husaren-Regiment umgegliedert und erhielt die Bezeichnung 2. Husaren-Regiment Nr. 19. Der Etat sah fünf Eskadronen mit 25 Offizieren, 77 Unteroffizieren, ein Stabstrompeter, 15 Trompeter, 99 Gefreiten und 479 Husaren sowie 672 Dienstpferden vor. Am 23. April 1876 rückte es erstmals in Husarenuniform zur Geburtstagsparade für den König aus. mini|Königin-Carola-Kaserne in Grimma 1893 wurde die Garnison in Lausigk aufgegeben und das Regiment in Grimma in der neuerbauten Königin-Carola-Kaserne in Grimma zusammengeführt.

Am 1. Oktober 1910 wurde die 4. Eskadron zur Aufstellung des 3. Husaren-Regiment Nr. 20 nach Bautzen verlegt und durch Neuaufstellung ersetzt.

Nach dem Reichshaushalts-Etat für das Jahr 1913 hatte ein Kavallerieregiment fünf Eskadronen 26 Offiziere, bis zu drei Sanitätsoffiziere, bis zu fünf Veterinäroffiziere, 66 Unteroffiziere, zwei Beamte als Zahlmeister, 667 Mannschaften sowie 726 Dienstpferde (ohne die Pferde der Offiziere).

Erster Weltkrieg Nach der Mobilmachung am 2. August 1914 verlegte das Regiment als Divisionskavallerie der 40. (Sächsische) Infanterie-Division ab 7. August 1914 mit Stab, 1., 2., 4. und 5. Eskadron im Bahntransport nach Westen und wurde am 9. August in Speicher, 20 Kilometer nördlich von Trier, ausgeladen. Wie schon 1866 und 1870 blieb die 3. Eskadron als Ersatzeskadron in Grimma.

Bis Oktober 1915 war das Regiment im Rahmen Division vorwiegend zur Aufklärung und zur Flankensicherung im Westen eingesetzt, machte die Grenzschlachten an der Maas mit und war dann vorwiegend im Raum westlich Lille. Am 2. September 1914 ritt die 4. Eskadron bei Somme-Py noch einmal einen klassischen Kavallerieangriff und machte 140 französische Gefangene.

Neben berittenen Patrouillen stellte das Regiment im November 1914 erstmals auch infanteristisch eingesetzte „Karabinerkompanien“, die zeitweise in die Stellungen der zur Verteidigung eingesetzten Infanterie einrückten. Im Frühjahr 1915 wurden solche Grabenkommandos, je Eskadron 50 Schützen, ständig gestellt, je Eskadron 50 Schützen. Dieser Einsatz sollte auf Kriegsdauer aber eine Ausnahme bleiben. Anders als viele andere Kavallerieregimenter des Reichsheers saß das Husaren-Regiment Nr. 19 bis zum Ende des Krieges nie ab, sondern blieb beritten und wurde überwiegend beritten zur Aufklärung, zur Verbindung, zum Flankenschutz, für militärpolizeiliche Aufgaben und zum Bahnschutz eingesetzt.

Der zeitweilige infanteristische Einsatz wirkte sich aber auf die Ausrüstung aus. Im Mai 1915 gaben zunächst die Unteroffiziere ohne Portepee und Mannschaften ihre Säbel ab und erhielten stattdessen Seitengewehre. Im Oktober bekamen auch die Wachtmeister und Offiziere das Seitengewehr. Im Januar 1916 erhielten die Eskadronen auch eigene Feldküchen. Im März 1916 erhielten alle Soldaten des Regiments Gasmasken, die bis dahin jeweils nur an die infanteristisch eingesetzten Soldaten ausgegeben worden waren.

Im Oktober 1915 traten die 1. und 4. Eskadron infolge des Ausscheidens des Ulanen-Regiments Nr. 18 aus dem Korpsverband des XII. Armee-Korps als „Kavallerieabteilung der 24. Infanterie-Division“ vorübergehend zu dieser Division.

Im Juli 1916 wurde dann die Verteilung der Kavallerie ganz neu geregelt und jede Infanterie-Division erhielt eine Kavallerie-Eskadron für alle kavalleristischen Aufgaben. Dazu blieben vom Husaren-Regiment Nr. 19 der Regimentsstab und die 2. Eskadron bei der 40. Infanterie-Division, während die 1. Eskadron zur 24. Infanterie-Division und die 4. und 5. Eskadron zunächst gemeinsam zur 19. Ersatz-Division traten. Mit dem Ausscheiden der 47. Ersatz-Brigade aus dem Verband der Division im Oktober 1916 blieb die 4. Eskadron bei dieser Brigade, aus der im Januar 1917 dann die 219. Infanterie-Division entstand.