Anke Bär (* 1977 in Erlangen) ist eine deutsche Kinderbuchautorin und Illustratorin.

Leben und Wirken Anke Bär studierte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim mit den Schwerpunkten Bildende Kunst, Theater und Kreatives Schreiben. 2001/02 absolvierte sie ein halbjähriges Praktikum am Kinder- und Jugendtheater Teatro Testoni Ragazzi in Bologna, wo sie unter anderem als Regieassistentin tätig war. Seit 2009 arbeitet sie freischaffend in Bremen.

Bär arbeitet als Autorin, Illustratorin und bildende Künstlerin. Ihre Arbeit umfasst Buchprojekte, Prosa und Lyrik, Illustration, freie Zeichnung und Tuschmalerei ebenso wie Installation, Performance und spartenübergreifende Projekte mit Fotografie, Film und Musik. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem Zusammenspiel von Bild und Text sowie auf kollaborativen Arbeitsformen.

2012 erschien ihr erstes Buch Wilhelms Reise – Eine Auswanderergeschichte, 2014 folgte Endres, der Kaufmannssohn. Beide Bücher wurden für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. 2018 erschien Kirschendiebe oder als der Krieg vorbei war. In Zusammenarbeit mit einem Ensemble der Bremer Philharmoniker entstand daraus die musikalische Lesung Divertimento: Kirschendiebe. Die Aufnahme wurde 2021 als Hörbuch des Monats ausgezeichnet.

Parallel zu ihrer Arbeit an Büchern entwickelte Bär freie und spartenübergreifende künstlerische Arbeiten. 2016/17 setzte sie sich im Rahmen des Ausstellungsprojekts À la Recherche – Hermine David in der Städtischen Galerie Delmenhorst mit der französischen Künstlerin Hermine David auseinander. Dort entstand mit dem Salon de Bär ein Ausstellungs- und Residenzatelier; die Installation wurde anschließend in der Kunsthalle Göppingen gezeigt.

Beim Filmfest Bremen entstand 2021 im Rahmen von Super 8 meets Literature gemeinsam mit der Regisseurin Annette Ortlieb der Super-8-Film Musisches Gestrüpp, für den Bär den Text schrieb. Die Arbeit erhielt einen zusätzlich vergebenen Jurypreis.

Seit 2023 arbeitet Bär mit der Fotografin und Video- und Klangkünstlerin Beate C. Koehler an gemeinsamen Projekten. In Transitum verbanden sie Bärs großformatige Tuschearbeiten mit Koehlers Fotografien und Film. Ausgangspunkt waren Fotografien tot aufgefundener Vögel, die Bär zeichnerisch in Tusche auf Wenzhou-Papier aufgreift. Arbeiten aus dem Projekt wurden unter anderem 2023 im Kontext der Messe LEBEN UND TOD sowie in der Ausstellung Vogelbotschaften in der Tusche Kunst Galerie Weimar gezeigt.

Ebenfalls 2023 entstand mit Kreise ziehen ein interdisziplinäres Projekt, das Tuschmalerei von Bär, Fotografie und Video von Beate C. Koehler und Lyrik von Donka Dimova mit einer Performance und einer Aufführung des Requiems von Gabriel Fauré verband.

2025 war Transitum in der Ausstellung DO / d a t _ code – ways to plainness im Deutschen Japanmuseum Schloss Mitsuko vertreten. Im selben Jahr wurden Arbeiten aus dem Projekt anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Riensberger Friedhofs in Bremen und im Fokusprojekt Japan der internationalen Kunstausstellung NordArt in Büdelsdorf gezeigt.

Neben der freien bildnerischen Arbeit blieb die Illustration ein eigenständiger Ausstellungsbereich. Bär gehörte 2016 zu den 30 für LOOK! – 30 Illustrators from Germany ausgewählten Illustratorinnen und Illustratoren des deutschen Gastlandauftritts bei der Bologna Children’s Book Fair. Die Ausstellung wurde anschließend unter anderem in Hamburg, Mexiko-Stadt, Frankfurt am Main sowie in mehreren chinesischen Städten gezeigt. 2024 stellte Bär gemeinsam mit Corinna Schmelter-Pourian und Selda Marlin Soganci unter dem Titel Kopfkino im Kunstverein Osterholz aus.

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Lesungen und literarische Bühnenformate. Zu ihren Büchern entwickelte Bär unterschiedliche Veranstaltungsformen für Schulen, Literaturfestivals und andere Kultureinrichtungen. Gemeinsam mit der Schauspielerin Franziska Mencz entwickelte sie szenische Lesungen zu Wilhelms Reise und Endres, der Kaufmannssohn. Die szenische Lesung zu Wilhelms Reise wird weiterhin aufgeführt. Bei Lesungen zu Kirschendiebe verbindet Bär die Buchpräsentation mit historischen Objekten, der Vermittlung von Alltagsgeschichte und Zeitzeugengesprächen.

Daneben arbeitet Bär mit eigener Lyrik. Im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums des Waller Friedhofs gestaltete Bär einen Lyrik-Pavillon mit eigenen Gedichten und Texten anderer Autorinnen und Autoren. 2026 trat sie beim internationalen Literaturfestival poetry on the road gemeinsam mit der Livezeichnerin Leefje Roy mit Hundert Wunder auf. In dem für Kinder und Erwachsene konzipierten Format trägt Bär eigene und andere Gedichte vor, auf die Roy mit live entstehenden Zeichnungen reagiert. Gemeinsam mit dem Ensemble Arcano der Bremer Philharmoniker entwickelte Bär zudem ein literarisch-musikalisches Programm, das eigene Tiergedichte mit Musikstücken für Streichquartett und Schlagzeug verbindet.

2023 erhielt Bär das Bremer Autorinnenstipendium für ihr Buchprojekt Du Tier, ich Mensch?, das sich mit dem Verhältnis von Mensch und Tier beschäftigt. Das daraus entstandene Buch Du Tier, ich Mensch erschien 2026 bei Fischer Sauerländer.

Neben ihrer künstlerischen Arbeit ist Bär in der Vermittlung und Hochschullehre tätig. Von 2014 bis 2022 lehrte sie Zeichnen, Illustration und Malerei im Zertifikatsstudiengang Gestaltende Kunst der Hochschule Bremen und der Hochschule für Künste Bremen. Gastlehraufträge führten sie an die HAWK Hildesheim und die Hochschule Magdeburg-Stendal. Darüber hinaus unterrichtet sie in eigenen Kursen und im Rahmen von Sommerakademien.

Veröffentlichungen Wilhelms Reise – Eine Auswanderergeschichte. Gerstenberg, Hildesheim 2012, ISBN 978-3-8369-5409-9. Endres, der Kaufmannssohn. Gerstenberg, Hildesheim 2014, ISBN 978-3-8369-5774-8. Kirschendiebe oder als der Krieg vorbei war. Gerstenberg, Hildesheim 2018, ISBN 978-3-8369-5997-1. Wilhelm’s Journey – An Emigration Story. NorthSouth Books, New York 2019.

Du Tier, ich Mensch. Fischer Sauerländer, Frankfurt am Main 2026, ISBN 978-3-7373-7454-5.

Ausstellungen und künstlerische Projekte (Auswahl) 2012: 3 Illustratorinnen, Gemeinschaftsausstellung mit Line Hoven und Larissa Bertonasco, Galerie Rothweiler, Karlsruhe 2013: Biennale der Illustration Bratislava, Ausstellungsbeteiligung 2013 und 2015: Troisdorfer Bilderbuchpreis, Bilderbuchmuseum Troisdorf, Ausstellungsbeteiligungen 2016–2018: LOOK! – 30 Illustrators from Germany, internationale Wanderausstellung; zunächst im Rahmen des deutschen Gastlandauftritts auf der Internationalen Kinder- und Jugendbuchmesse Bologna, anschließend unter anderem in Hamburg, Mexiko-Stadt, Frankfurt am Main sowie in Peking, Shanghai, Xi’an und Nanjing 2016–2017: Salon de Bär, Ausstellung und Residenzatelier im Rahmen von À la Recherche – Hermine David, Städtische Galerie Delmenhorst 2017: Salon de Bär, Installation, Kunsthalle Göppingen 2018: Kirschendiebe oder als der Krieg vorbei war, Zeichnungen, Villa Herrmannburg, Mainz 2018: Gruppenausstellung im Frauenmuseum Bonn im Rahmen des Literaturfestivals Käpt’n Book 2021: Musisches Gestrüpp, Super-8-Film mit Annette Ortlieb, Super 8 meets Literature, Filmfest Bremen 2023: Vogelbotschaften, Ausstellung mit Beate C. Koehler, Tuschekunstgalerie Weimar 2023: Ausstellungspavillion zu Vergänglichkeit, mit Melissa Chelmis und Beate C. Koehler, Messe LEBEN UND TOD, Bremen 2023: Kreise ziehen, Installation und Chorkonzert mit Beate C. Koehler, Friedenskirche Bremen 2023–2024: IEine tierisch gute Idee. 3 Bremer Illustrator*innen, Ausstellung mit Valeska Scholz und Jeff Hemmer, Bremische Landesvertretung, Brüssel 2024: Kopfkino, mit Corinna Schmelter-Pourian und Selda Soganci, Galerie des Kunstvereins Osterholz-Scharmbeck, Gut Sandbeck 2025: Illustrationsausstellung mit Valeska Scholz und Jeff Hemmer, Bremische Landesvertretung, Berlin 2025: Transitum, im Rahmen von DO / d a t _ code – ways to plainness, Deutsches Japanmuseum Schloss Mitsuko 2025: Transitum, Kunstinstallation zum 150-jährigen Bestehen des Riensberger Friedhofs, Bremen 2025: Transitum, mit Beate C. Koehler, Fokusprojekt Japan, NordArt, Büdelsdorf 2025: Lyrik-Pavillon zum 150-jährigen Bestehen des Waller Friedhofs, Bremen 2026: Eine tierisch gute Idee. 3 Bremer Illustrator*innen, Zentralbibliothek Bremen, im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Deutschen Märchenstraße 2026: Hundert Wunder, Lyrik und Livezeichnung mit Leefje Roy, poetry on the road, Bremen 2026: Apollo & Marsyas, Erzählung in Musik und Livezeichnung, zusammen mit dem Alte-Musik-Ensemble Marsyas Baroque    

Auszeichnungen und Nominierungen (Auswahl) 2013: Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis für Wilhelms Reise – Eine Auswanderergeschichte 2013: Nominierung für den Grand Prix der Illustration der Biennale der Illustration Bratislava für Wilhelms Reise – Eine Auswanderergeschichte 2013: Nominierung für den Heinrich-Wolgast-Preis für Wilhelms Reise – Eine Auswanderergeschichte 2015: Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis für Endres, der Kaufmannssohn 2015: Nominierung für den Deutsch-Französischen Jugendliteraturpreis für Endres, der Kaufmannssohn 2018: Aufnahme von Kirschendiebe oder als der Krieg vorbei war in Die besten 7 2018: Buch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur für Kirschendiebe oder als der Krieg vorbei war 2018: Nominierung für den Penzberger Urmel für Kirschendiebe oder als der Krieg vorbei war 2021: Hörbuch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur für Divertimento Kirschendiebe 2021: zusätzlicher Jurypreis bei Super 8 meets Literature für Musisches Gestrüpp, gemeinsam mit Annette Ortlieb  2023: Bremer Autor*innenstipendium für das Buchprojekt Du Tier, ich Mensch?  

Nominierungen (Auswahl) 2013: Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis für „Wilhelms Reise – Eine Auswanderergeschichte“ 2015: Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis und Deutsch-Französischer Jugendliteraturpreis für „Endres, der Kaufmannssohn“

2015: Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis und Deutsch-Französischer Jugendliteraturpreis für „Endres, der Kaufmannssohn“

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Homepage von Anke Bär

Einzelnachweise

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