Die Japanische Invasion von Celebes fand als Teil der Operation H vom 11. Januar bis zum 27. März 1942 während des Pazifikkriegs im Zweiten Weltkrieg statt.

Vorgeschichte Celebes, das heutige Sulawesi, liegt auf halbem Weg zwischen Neuguinea und Borneo. Makassar an der Südspitze der Insel ist etwa 800 Kilometer von Surabaya und etwa 740 Kilometer von Kupang entfernt. Die Insel war als Basis für die Luftangriffe während der Landung auf Ost-Java von großer strategischer Bedeutung für die Japaner. Auf Celebes lagerten Rohstoffe wie Nickel und Eisenerz, das auch nach Japan exportiert wurde.

Japanische Planung Am 6. November 1941 gab die Armee-Abteilung des Imperialen Generalhauptquartiers (Daihon’ei) ihr Konzept der Invasionsoperation bekannt. General Terauchi Hisaichi wurde noch am selben Tag vom Kaiser Hirohito persönlich zum Oberbefehlshaber der Südarmee ernannt. Er erhielt den Befehl, sich auf die Beschlagnahme strategischer Gebiete im Süden vorzubereiten, gemeinsam mit der Zusammenfassung der Operationen der Südarmee und dem Zentralabkommen zwischen Armee und Marine für die Südoperation. Am 10. November schloss Terauchi mit seinen Stabsoffizieren Vereinbarungen über die Südoperation mit den Oberbefehlshabern der Kombinierten Flotte und der 2. Flotte. Gleichzeitig erteilte er seinen untergeordneten Einheiten die Befehle bezüglich der operativen Vorbereitungen. Am 15. November trat auf Befehl der südlichen Armee sein Oberkommando in Kraft und die südliche Armee gab den Einsatzplan für den Süden heraus.

Vorrangig für die Planung der japanischen Operationen im Gebiet Niederländisch-Ostindien war die Einnahme der Insel Java, da sich dort das Hauptquartier der niederländischen KNIL-Einheiten befand. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein umfangreicher Angriffsplan erarbeitet. Er basierte auf dem auf den Philippinen ausgegebenen Zentralabkommen Nr. 1Am 29. Dezember (dem Tag, an dem das Cam Ranh-Abkommen zwischen Marine und Armee auf der Atago geschlossen wurde) gab der Oberbefehlshaber der 3. Flotte, Vizeadmiral Ibō Takahashi, in Magong den Einsatzplan für die zweite Phase in Niederländisch-Ostindien mit Hilfe des Zentralabkommens Nr. 1 aus. Die Marineeinheit, die bei der Eröffnung der Kämpfe als Philippinen-Einheit benannt war, wurde ab dem Beginn der zweiten Phase am 28. Dezember zur Einheit Niederländisch-Ostindien (Philippinen) und begann sich mit seinen Streitkräften auf die Niederländisch-Ostindien-Operation vorzubereiten, während ein Truppenteil für die Philippinen-Operationen zurückblieb..

Im Einzelnen wurde festgelegt, dass zuerst Tarakan und Manado zu erobern sind, sowie strategische Punkte in der Makassarstraße, der Molukkensee und der Bandasee. Gleichzeitig sollte die 16. Armee mit vereinten Kräften, wie der südlichen Expeditionsflotte und der Invasionsarmee von Malaya, die Einkreisung von Java vorantreiben, um Java im Zentrum schnell zu erobern.

In der Vorgehensweise war festgelegt, dass zuerst die Lufthoheit herzustellen ist, sowie feindliche U-Boote und Seeminen mittels starker Eskortierung der Seestreitkräfte ausgeschaltet werden. Feindliche Landstreitkräfte sollten schon von See und aus der Luft bekämpft und möglichst neutralisiert werden. Was die Eroberung strategischer Punkte in Niederländisch-Ostindien betraf, so war die Zerstörung und Beschlagnahme der wichtigen Luftwaffenstützpunkte des Feindes, im Besonderen Samarinda II und Singkawang II auf Borneo, sowie Manado I, Manado II und Kendari II auf Celebes, das Hauptziel. Dazu sollte auf Celebes ein gleichzeitig von Osten und Westen geplanter Zangenangriff ausgeführt werden.

Der zeitliche Ablauf sah demnach folgendes vor:

Eroberung der Gebiete im Osten von Celebes und der Bandasee mittels Marineeinsätzen bei Manado (ca. 10. Januar), Kendari (ca. 20. Januar) und Makassar (zwischen 25. Januar bis 14. Februar), sowie Armeeeinsätze auf Ambon (ca. 25. Januar) und in Kupang (ca. 5. Februar)mini|Vizeadmiral Ibō Takahashi Das Gebiet der Makassarstraße und des östlichen Java in Zusammenarbeit mit der Armee - Tarakan (ca. 10. Januar), Balikpapan (ca. 20. Januar), Banjarmasin (ca. 30. Januar) und das Gebiet um Surabaya (ca. 16. Februar). Je nach Situation in Verbindung mit der Armee die Eroberung von Makassar um den 5. Februar und Bali fast gleichzeitig mit der Eroberung von Surabaya. Westliches Java in Zusammenarbeit mit der Armee das Gebiet um Batavia (etwa um den 16. Februar)

Verantwortlich für den Angriff auf den östlichen Teil Niederländisch-Ostindiens war die Oststreitmacht von Vizeadmiral Ibō Takahashi, der das Kommando am 26. Dezember übertragen bekam. Sie basierte auf der 3. Flotte mit dem 5. und 7. Kreuzergeschwader, sowie der 2. und 4. Zerstörerflottille, als Teil der in Taiwan stationierten Südflotte von Vizeadmiral Kondō Nobutake. Die Ostflotte wurde mit den Angriffslandungen in Manado, Kendari und Makassar auf Celebes sowie auf den Inseln Ambon, Timor und Bali beauftragt.

Für Manado hatte die japanische Marine beschlossen zwei Hauptlandetruppen einzusetzen. Dies war zum einen die 1. Sasebo-Speziallandungseinheit der Marine unter dem Kommando von Kapitän zur See Kunizō Mori mit rund 2500 Mann, bestehend aus dem 1. Bataillon unter Major Shiga Masanari und dem 2. Bataillon unter Major Hashimoto Uroku. Dazu gehörte eine gepanzerte Kompanie, die mit leichten Panzern des Typs 95 ausgerüstet war. Die andere Einheit war die 1. Yokosuka-Speziallandungseinheit unter dem Kommando von Horiuchi Toyoaki.

Die Situation auf Celebes mini|Oberst Marinus Voren Die niederländische Garnison auf Celebes bestand aus rund 3100 Mann, unter dem Oberbefehlshaber Oberst Marinus Voren. Davon befanden sich 1500 in der Gegend von Manado unter dem Kommando von Major B.F.A. SchilmöllerJe nach Quelle wird der Name mit einem oder zwei L geschrieben., 1200 in Makassar und 400 in Kendari. mini|229x229px|Major B.F.A. „Ben“ Schilmöller Schilmöllers Haupteinheiten waren

Die Compagnie Menado - 188 einheimischen Männer unter dem Kommando von Hauptmann W. F. J. Kroon, verstärkt durch zwei oder drei Maschinengewehr-Abteilungen. Die Mobiele Colonne - eine mobile Einheit bestehend aus etwa 45 Mann unter dem Kommando von Oberstabsfeldwebel A. J. ter Voert, die gegen einen möglichen japanischen Luftlandeangriff eingesetzt werden sollte. Das Reservekorps Oud Militairen - bestehend aus fünf Kompanien pensionierter niederländisch-ostindischer Armeeangehöriger unter dem Kommando von Hauptmann W. C. van den Berg. Das Durchschnittsalter des Korps lag bei über 50 Jahren. Die Kort Verband Compagnie - neun Sektionen unter dem Kommando von Kapitän J. D. W. T. Abbink. Die Europäische Miliz en Landstorm Compagnie - rund 200 schlecht ausgebildete Männer unter dem Kommando von Oberleutnant F. Masselink. Die Menadonese Militie Compagnie - ungefähr 400 einheimische Truppen unter dem Kommando von Kapitän J. H. A. L. C. de Swert. Die Stadswacht - etwa 100 Männer, die mit Jagdgewehren bewaffnet waren und vom 1. Leutnant M. A. Nolthenius de Man kommandiert wurden.

Den Truppen standen zwei veraltete 75-mm-Kanonen und drei noch ältere 37-mm-Marinegeschütze, die zur Verteidigung der Tasoeka Marinebasis am Tondanosee auf Lastwagen montiert waren, zur Verfügung.

Die Garnison in Kendari zählte ungefähr 400 Mann, die von Hauptmann F. B. van Straalen befehligt wurden. Die Garnison bestand aus folgenden Einheiten:

KNIL Infantry Company (20 unabhängige Trupps) mit etwa 400 Offiziere und Soldaten, sowie 4 Panzerwagen unter dem Kommando von Hauptmann E. G. T. Anthonio

Eine Flugabwehrbatterie mit 2 × 40 mm Kanonen

Ein Flugabwehr-Maschinengewehrzug

In der Region um Makassar waren ungefähr 1000 Mann stationiert, von denen etwa die Hälfte professionell ausgebildet war. Im Südwesten von Celebes befanden sich weitere 200 Mann. Oberstleutnant Jan Gortmans, der von Java kam, rekrutierte rund 400 Einheimische für militärische Zwecke in Enrekang und begann sie für den Guerillakrieg auszubilden.

Nur ein Viertel aller dieser Soldaten konnte als vollwertig angesehen werden. Darüber hinaus verfügten die dortigen Truppen über sehr wenige Maschinengewehre und gute Schusswaffen, so war die einheimische Miliz nur mit alten Schrotflinten ausgerüstet. Kampfflugzeuge, Flugabwehrgeschütze und moderne Kommunikationsausrüstung fehlten vollständig, und es waren nicht genügend Sprengstoffe vorhanden, um den Abriss der Brücken vorzubereiten.

Mit diesen sehr begrenzten Kräften musste Schilmöller die Flugplätze in Mapanget (Manado I), in Langoan (Manado II) und den Marinestützpunkt in Tasoeka und Manado selbst, verteidigen.

Major Schilmöller hatte erkannt, dass er gegen starke japanische Einheiten machtlos war. Daher hatte er befohlen, falls sie landen sollten, an einigen befestigten Stellen im Landesinneren starken Widerstand zu leisten, insbesondere auf dem Flugplatz südlich des Tondanosees. Ansonsten sah er sich nur im Stande Guerillakriege zu führen. Um dies zu unterstützen, waren im Landesinneren neun Geheimdepots eingerichtet worden, die leichte Waffen, Munition und Lebensmittel enthielten.

Ende Januar 1942 waren alle Kinder und Frauen europäischer Herkunft nach Java evakuiert worden. Die Frauen und Kinder der einheimischen KNIL-Soldaten wurden in die zwei Bergdörfer Malino und Pakato, östlich von Makassar evakuiert, wo es Lager gab.

Landungsvorbereitungen Eine erste Aufklärung des Zielgebiets um Manado wurde am 24. Dezember 1941 geflogen. Anschließend fanden fast täglich Aufklärungsflüge von land- und seegestützten Einheiten statt. Ziele waren wiederum die Gebiete um Manado und Gorontalo, westlich von Manado. Am 26. Dezember entdeckten sie fünf Flugboote auf der Wasserflugzeugbasis bei Manado, die sie angegriffen, beschossen und in Brand setzten. Ansonsten meldeten sie keinerlei feindliche Sichtungen.

Weitere Aufklärungsflüge führten die Japaner mit Flugbooten über der Celebessee, der Molukkensee, dem Golf von Tomini, der Straße von Makassar und der Sulusee durch. Außer einem feindlichen Kreuzer, einem Zerstörer und einem Handelsschiff gab es auch hier keine weiteren Sichtungen.

Die Landung der Japaner

Manado und Kema Die Ostgruppe mit der 1st Base Force unter Konteradmiral Kubo Kyuji lief am 9. Januar von der Magnagabucht östlich von Davao auf den Philippinen aus. Sie bestand aus dem Leichten Kreuzer Nagara, dem Minenleger Aotaka, dem Frachter Tsukushi Maru, den schnellen Transportern P 1, P 2 und P 34, den Minensuchern W 7, W 8, W 9, W 11 und W 12 der 21. Minensucherdivision, sowie den U-Boot-Jägern Ch 1 und Ch 3. Die 1. Sasebo-Speziallandungseinheit fuhr auf sechs Transportern zum Ziel. An diesem Tag flog ein alliiertes Flugzeug zur Aufklärung über die Schiffe und drei Schwere Bomber kamen, um Bomben abzuwerfen, aber es gab keinen Schaden an den Schiffen.

Die Flotte wurde durch die 2. Zerstörerflottille unter Konteradmiral Tanaka Raizō mit dem Kreuzer Jintsū und den Zerstörern Kuroshio, Oyashio, Natsushio und Hayashio der 15. und der 16. Zerstörerdivision mit der Yukikaze, Tokitsukaze, Amatsukaze und Hatsukaze gesichert.

Als Sicherung aus der Luft diente die 21. Marine-Fliegergruppe aus Davao und das 11. Trägergeschwader mit den Seeflugzeugträgern Chitose und Mizuhō unter Konteradmiral Ruitarō Fujita. Eine weitere Deckungsflotte unter Konteradmiral Takagi Takeo lag weiter nördlich in der Celebessee. Sie bestand aus den Schweren Kreuzern Haguro und Nachi sowie den Zerstörern Inazuma und Ikazuchi. Etwas weiter südlich lag die 5. U-Boot-Flottille mit I-59, I-60, I-62, I-64, I-65 und I-66.

In der Nacht vom 10. auf den 11. Januar landeten ungefähr 1800 japanische Marinesoldaten um 3:00 Uhr in Kema an der Ostküste und etwa 1400 um 4:00 Uhr in Manado an der Westküste der Minahasa-Halbinsel. Trotz mehrerer Angriffe durch alliierte Flugzeuge verliefen die Landungen problemlos.