Rolf Frowein (* 15. Juni 1921 in Bochum; † 17. April 1963 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Neurologe und Neuroradiologe.
Leben Rolf Frowein war der erste Sohn von Rudolf Frowein (1886–1959, Direktor der WEDAG AG) und seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Brück (1889–1956), Bruder von Reinhold A. Frowein, verheiratet (1954) mit der Neurologin Ingeborg Frowein, geborene Bender (1921–2016).
Er studierte 1939–1945 an der Philipps-Universität in Marburg sowie an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Die Promotion zum Dr. med. erfolgte 1945 bei Wilhelm Tönnis mit der Arbeit Über Liquorfisteln und Pneumatocelen nach Verletzungen der vorderen Schädelbasis.
In den folgenden Jahren widmete er sich u. a. der Forschung auf dem Gebiet der vegetativen Störungen nach Hirnverletzungen und der Entwicklung der funktionellen cerebralen Angiographie. Frowein habilitierte sich im Jahr 1956 mit Ergebnisse der funktionellen Angiographie bei cerebralen Gefäßprozessen und ihre Beziehungen zu den hirnpathologischen Syndromen.
Im Jahr 1947 wurde er Stationsarzt an der Universitäts-Nervenklinik Frankfurt am Main, 1957 als Psychiater und Neurologe Oberarzt der Klinik für Gemüts- und Nervenkranke. 1951 übernahm er die Leitung der Röntgenabteilung der Klinik, die er aus kleinsten Anfängen zu einer wegweisenden Spezialabteilung ausbaute. Einer der wichtigsten Schwerpunkte seiner Forschung war die Entwicklung und Vervollkommnung der cerebralen Angiokinematographie.
Im Februar 1961 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Frankfurt.
Am 17. April 1963 starb Rolf Frowein plötzlich an Leukämie als Folge zu hoher Strahlenbelastung im Zuge seiner Tätigkeit als Arzt und Forscher.
Froweins wissenschaftlicher Nachlass liegt heute im Deutschen Röntgen-Museum (Remscheid-Lennep). Schriften
Frowein, Rolf: Über Liquorfisteln und Pneumatocelen nach Verletzungen der vorderen Schädelbasis. Dissertation, Universität Frankfurt am Main, 1945. Harrer, Gerhart; Frowein, Rolf: Über zentral bedingte Störungen von Blutdruck, Atmung und Grundumsatz nach Enzephalitis. In: Der Nervenarzt. Band 18, 1947, S. 444–449. Harrer, Gerhart; Frowein, Rolf: Über Grundumsatzsteigerungen nach Hirnverletzung und deren Beziehungen zur Größe des 3. Ventrikels und zum Commotionssyndrom. In: Klinische Wochenschrift. Band 26, 1948, S. 79–82. Harrer, Gerhart; Frowein, Rolf: Zur Beurteilung pharmakodynamischer Funktionsprüfungen des neurovegetativen Systems. In: Medizinische Klinik. Band 44, 1949, S. 1151–1153. Frowein, Rolf; Harrer, Gerhart: Über vegetative Syndrome und die Störungen der Kreislaufregulation nach traumatischer Hirnschädigung. In: Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten. Band 184, 1950, S. 151–171. Frowein, Rolf; Harrer, Gerhart: Neurovegetative Störungen nach Hirnverletzung. In: Schweizer Archiv für Neurologie und Psychiatrie. Band 65, 1950, S. 450–453. Faust, Clemens; Frowein, Rolf: Zur Diagnostik latenter organischer Hirnstammschädigungen. In: Deutsche Zeitschrift für Nervenheilkunde. Band 163, 1950, S. 448–457. Frowein, Rolf; Krucke, Wilhelm: Klinisch-anatomische Untersuchungen bei diffuser Sklerose mit schizophrenieartigen Symptomen. In: Deutsche Zeitschrift für Nervenheilkunde. Band 166, 1951, S. 103–136. Frowein, Rolf; Klar, E.: Über vegetative Erscheinungen bei der präfrontalen Leukotomie. In: Klinische Wochenschrift. Band 29, 1951, S. 245–249. Tönnis, Wilhelm; Frowein, Rolf: Liquorfisteln und Pneumatozelen nach Verletzungen der vorderen Schädelbasis; ein Bericht über 31 Fälle eigener Beobachtung. In: Zentralblatt für Neurochirurgie. Band 12, 1952, S. 323–347. Frowein, Rolf: Angiographische Befunde bei cerebralen Gefäßerkrankungen und ihre Beziehungen zu den klinischen Syndromen. In: Acta Radiologica. Band 46, 1956, S. 381–389. Frowein, Rolf; Harrer, Gerhart: Vegetativ-endokrine Diagnostik: Testmethoden. Urban & Schwarzenberg, München/Berlin/Wien 1957.
Literatur Jürg Zutt: IN MEMORIAM Rolf Frowein. In: Der Nervenarzt. 34. Jahrgang, 6. Heft, Juni 1963. Frowein, Rolf. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 343.
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