Die Nationalratswahlen der 32. Legislaturperiode fanden am 31. Oktober 1943 statt. Auf dieser Seite findet sich eine Übersicht über die Resultate in den Kantonen (Parteien, Stimmen, Wähleranteil, Sitze, Gewählte).
Anmerkungen zu den Wählerzahlen In den Mehrpersonenwahlkreisen (bei den Wahlen 1943 waren dies 21 Kantone mit total 190 von 194 Sitzen) hat jeder Wähler so viele Stimmen, wie in seinem Kanton Sitze zu vergeben sind (im Kanton Bern 33, im Kanton Schaffhausen 2). Diese Stimmen kann er an beliebige Kandidierende der sich zur Wahl stellenden Listen vergeben (Panaschieren). Eine Stimme für einen Kandidaten ist gleichzeitig eine Stimme für dessen Partei. Hat ein Wähler nicht alle seine Stimmen an Kandidierende vergeben, gehen diese Stimmen als sogenannte «Zusatzstimmen» an die von ihm gewählte Liste. Wenn der Wähler keine Liste auswählt, sondern einen so genannten «Wahlzettel ohne Parteibezeichnung» – auch Blankoliste genannt – verwendet, verfallen nicht benutzte Stimmen (sog. leere Stimmen).
Um zu überkantonal vergleichbaren Ergebnissen zu kommen, muss zuerst die Anzahl fiktiver Wähler pro Kanton und Partei berechnet werden. Ein Aargauer «Wähler» kann aber auch aus 12 Personen bestehen, die nur je einen Kandidaten der betreffenden Partei auf ihrer Liste aufgeführt haben.
Das Bundesamt für Statistik benutzt daher den Begriff «fiktiver Wähler» für den Wähler, da ein effektiver Wähler auch nur ein Teilwähler sein kann. Die Zahl der Wähler entspricht der Anzahl gültiger Wahlzettel. Auf Kantonsebene ist die Summe aller Parteistimmen (Summe der Kandidatenstimmen von Kandidierenden einer Partei plus Zusatzstimmen = leere Felder einer Parteiliste) Berechnungsgrundlage. Beispiel: Partei A erzielt im Kanton X 12000, Partei B 27000 und Partei C 48000 von 87000 Parteistimmen. Die Anzahl gültiger Wahlzettel beträgt 25000. Somit hat Partei A in diesem Kanton 3448,28 (12000:87000 × 25000), Partei B 7758,62 (27000:87000 × 25000) und Partei C 13793,10 (48000:87000 × 25000) fiktive Wähler. Alle drei Parteien zusammen total 25000 Wähler.
Kanton Aargau (12 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteSozialdemokratische Partei24’36336,3 % +2,7 %50Arthur Schmid senior Adolf Gloor
Rudolf Siegrist
Walther Kohler
Adolf AeschbachKatholisch-Konservative Volkspartei13’76120,5 %−1,4 %3 0Max Rohr Ernst Meier
Leonz FischerFreisinnig-Demokratische Volkspartei12’38618,5 % +2,2 %2 0Ernst Speiser August SchirmerBauern- und Bürgerpartei11’45217,1 % +2,3 %20Eugen Bircher Karl RenoldLandesring der Unabhängigen2’9724,4 %−0,0 %Bauernheimatbewegung / Jungbauern2’1493,2 %−2,2 % Eine Listenverbindung bestand zwischen FDP, KVP und BGB.
Kanton Appenzell Ausserrhoden (2 Sitze) Da sich für die 2 Sitze im Kanton Appenzell Ausserrhoden nur 2 Kandidaten bewarben, wurden diese in stiller Wahl gewählt. ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteFortschrittliche Bürgerpartei (FDP)stille Wahl10Albert KellerSozialdemokratische Parteistille Wahl10Peter Flisch
Kanton Appenzell Innerrhoden (1 Sitz) Im Kanton Appenzell Innerrhoden galt das Majorzsystem ohne stille Wahlen. Wählbar waren daher grundsätzlich alle Schweizer Stimmberechtigten, ob sie sich nun für die Wahlen im Kanton Appenzell Innerrhoden angemeldet hatten oder nicht. Kandidat/inParteiStimmen%gewählt?Albert BrogerKVP1'52094,3 %gewähltVereinzelte925,7 %
Kanton Basel-Landschaft (4 Sitze)
ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteSozialdemokratische Partei6’34335,1 % +7,9 %2 +1Walter Hilfiker Leo MannBauernpartei / Evangelische Volkspartei / Freie Demokratische Vereinigung / Parteilose 3’20717,8 % +4,9 %1 +1Kurt LeupinLandesring der Unabhängigen3’07417,0 % +17,0 %00Freisinnig-Demokratische Partei3’06517,0 %−6,8 %1 0Ernst BörlinKatholische Volkspartei und Christlichsoziale Vereinigung2’36913,1 % +0,4 %0−1 Eine Listenverbindung bestand zwischen FDP und KVP/CSP. Aufgrund dieser Listenverbindung gewann die FDP einen Nationalratssitz und der Landesring trotz leicht mehr Stimmen keinen.
Kanton Basel-Stadt (8 Sitze) Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung verfügte der Kanton Basel-Stadt über einen Nationalratssitz mehr als bei den vorangegangenen Wahlen. ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteSozialdemokratische Partei12’13135,8 % +2,6 %3 +1Ernst Herzog Friedrich Schneider
Carl Miville seniorLiberale Partei / Bürger- und Gewerbepartei7’37221,7 % +1,8 %2 +1Albert Oeri Nicolas JacquetRadikaldemokratische Partei5’61616,6 % +3,5 %1 0Eugen DietschiLandesring der Unabhängigen4’13812,2 %−1,9 %1−1Felix MoeschlinKatholische Volkspartei3’74111,0 % +0,7 %10Rudolf NiederhauserSchweizerischer Freiwirtschaftsbund9022,7 % +2,7 % Eine Listenverbindung bestand zwischen Radikaldemokraten (FDP), LP/BGP und KVP.
Kanton Bern (33 Sitze) Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung verfügte der Kanton Bern über zwei Nationalratssitze mehr als bei den vorangegangenen Wahlen. ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteSozialdemokratische Partei57’27736,7 % +6,6 %13 +3Robert Bratschi Robert Grimm
Ernst Reinhard
Konrad Illg
Samuel Brawand
Max Weber
Hans Roth
Fritz Schmidlin
Eduard Freimüller
Fritz Giovanoli
Fritz Meyer
Alfred Ryter
Emile GiroudBauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei48’94431,3 %−0,3 %11 +1Markus Feldmann Hans Gfeller
Hans Stähli
Hans Hofer
Alfred Held
Ernst Schmid
Rudolf Schmutz
Georg Wander
Paul Burgdorfer
Ernst Bürki
Woldemar WiedmerFreisinnig-Demokratische Partei23’76315,2 % +0,2 %5 0Ernst Bärtschi Arnold Seematter
Fritz von Allmen
Virgile Moine
Ernst StuderSchweizerische Bauernheimatbewegung10’0896,5 %−3,7 %2−1Hans Müller
Ernst BarbenKatholische Volkspartei9’2825,9 %−0,0 %20Jean Gressot Henry BurrusFreiwirtschaftsbund3’4502,2 %−0,5 %00Landesring der Unabhängigen3’4432,2 %−1,6 %0−1 Es bestanden keine Listenverbindungen zwischen verschiedenen Parteien.
Kanton Freiburg (7 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteKonservative Partei19’36862,7 % +1,6 %5 +1Maxime Quartenoud Pierre Aeby
Albert Pasquier
Eusèbe Philipona
Paul BondallazFreisinnig-Demokratische Partei6’73821,8 %−4,8 %1 −1Samuel GutknechtSozialdemokratische Partei3’61011,7 % +11,7 %1 +1René MaurouxDéfense de l’agriculture et du travail (BGB)1’1893,8 %−8,5 %0−1 Eine Listenverbindung bestand zwischen SP und «Défense de l’agriculture et du travail» (BGB).
Kanton Genf (8 Sitze) Im Jahr 1941 hatte der Bundesrat die prokommnistische Fédération socialiste suisse verboten, die bei den Nationalratswahlen 1939 im Kanton Genf 25,7 % der Stimmen und zwei Nationalratssitze gewonnen hatte. Die Nichtteilnahme des durch die FSS repräsentierten prokommunistischen Lagers ist bei der Interpretation des untenstehenden Ergebnisses zu berücksichtigen. ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteFreisinnig-Demokratische Partei6’81337,8 % +5,1 %30Adrien Lachenal François Perréard
André GuinandNationaldemokratische Partei (LP)4’55625,3 % +8,1 %2 +1Albert Picot Aymon de SenarclensChristlichsoziale Partei3’87021,5 % +7,7 %2 +1Jules-Édouard Gottret Antoine PuginSozialdemokratische Partei2’79815,5 % +4,8 %1 0Charles Rosselet Eine Listenverbindung bestand zwischen FDP, Nationaldemokraten/Liberalen und CSP.
Kanton Glarus (2 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteSozialdemokratische Partei3’04638,4 % +8,9 %1 +1Christian MeierAllgemeine Bürgerliche Volkspartei (FDP)1’97825,0 %−2,9 %10Ludwig ZweifelDemokratische und Arbeiterpartei1’81522,9 %−19,7 %0−1Katholische Volkspartei1’08613,7 % +13,7 % Eine Listenverbindung bestand zwischen ABVP/FDP, DP und KVP.
Kanton Graubünden (6 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteDemokratische Volkspartei10’51739,8 % +0,9 %30Andreas Gadient Ruben Lanicca
Georg SprecherKonservative Volkspartei9’25835,1 % +1,1 %2 0Josef Condrau Luigi AlbrechtFreisinnig-Demokratische Partei3’77214,3 %−3,1 %10Adolf NadigSozialdemokratische Partei2’84510,8 % +1,1 % Es bestanden keine Listenverbindungen zwischen verschiedenen Parteien.
Kanton Luzern (9 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteKonservativ und Christlichsoziale Volkspartei24’26548,1 %50Otto Studer Karl Wick
Carl Beck
Vinzenz Winiker
Eduard IsenschmidLiberale Partei Luzern17’71135,1 %3 0Max Wey Ignaz Burri
Christian ClavadetscherSozialdemokratische Partei5’19310,3 %1 0Paul FröhlichLandesring der Unabhängigen1’9423,9 %Freie Bauern- und Gewerbepartei1’3062,6 % Es bestanden keine Listenverbindungen zwischen verschiedenen Parteien.
Kanton Neuenburg (5 Sitze) Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung verfügte der Kanton Neuenburg über einen Nationalratssitz weniger als bei den vorangegangenen Wahlen. ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteSozialdemokratische Partei9’98146,3 %2−1René Robert Henri PerretFreisinnig-Demokratische Partei6’41929,8 %20Tell Perrin Henri BerthoudLiberale Partei5’15123,9 %10Jean Humbert Eine Listenverbindung bestand zwischen FDP und Liberalen.
Kanton Nidwalden (1 Sitz) Im Kanton Nidwalden galt das Majorzsystem ohne stille Wahlen. Wählbar waren daher grundsätzlich alle Schweizer Stimmberechtigten, ob sie sich nun für die Wahlen im Kanton Nidwalden angemeldet hatten oder nicht. Kandidat/inParteiStimmen%gewählt?Arnold WagnerKVP2'25659,8 %gewähltWerner DeschwandenFDP1'50639,9 %Vereinzelte120,3 % Kanton Obwalden (1 Sitz) Im Kanton Obwalden galt das Majorzsystem ohne stille Wahlen. Wählbar waren daher grundsätzlich alle Schweizer Stimmberechtigten, ob sie sich nun für die Wahlen im Kanton Obwalden angemeldet hatten oder nicht. Kandidat/inParteiStimmen%gewählt?Gotthard OdermattKVP2'42158,1 %gewähltEduard ImfangerFDP1'64239,4 %Vereinzelte1072,6 % Kanton Schaffhausen (2 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteSozialistische Arbeiterpartei (SP)7’12550,4 % +6,4 %10Walther BringolfFreisinnig-Demokratische Partei4’53232,1 %−3,0 %10Heinrich SigeristBauernpartei2’46917,5 %−3,4 % Es bestanden keine Listenverbindungen zwischen verschiedenen Parteien.
Kanton Schwyz (3 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteBauernvereinigung 4’08230,6 %1 +1Josef SchulerKonservative Volkspartei3’55426,6 %1−1Kaspar KnobelLiberale Volkspartei (FDP)3’18123,8 %10Erhard RuossArbeiterpartei (SP)2’52618,9 % Eine Listenverbindung bestand zwischen Bauernvereinigung, KVP und LVP/FDP.
Kanton Solothurn (7 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteFreisinnig-demokratische Partei14’22436,8 %30Urs Dietschi Albert Helbling
Jean MeierSozialdemokratische Partei12’19131,6 %20Jacques Schmid Adolf FurrerSolothurnische Volkspartei (KVP)9’57024,8 %20Adolf Boner Alban MüllerLandesring der Unabhängigen1’4613,8 %Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei1’1753,0 % Es bestanden keine Listenverbindungen zwischen verschiedenen Parteien.
Kanton St. Gallen (13 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteKonservative Volkspartei23’65339,0 %−1,0 %5 −1Josef Scherer Thomas Holenstein
Josef Riedener
Gallus Eugster
Arnold KapplerFreisinnig-Demokratische Partei16’41027,1 % +0,2 %40Johann Jakob Gabathuler Emil Anderegg
Ludwig Rittmeyer
Alfred BaumgartnerSozialdemokratische Partei11’53719,0 % +2,8 %20Johannes Huber Jakob FenkLandesring der Unabhängigen4’3967,3 %−0,3 %10Ulrich EggenbergerBauernheimatbewegung / Jungbauern2’3363,9 %−0,6 %1 +1Albert SpindlerBund freier Demokraten2’2663,7 %−1,1 % Eine Listenverbindung bestand zwischen Landesring, Jungbauern und Demokraten.
Kanton Tessin (7 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteKonservativ-Demokratische Partei11’65235,9 %30Adolfo Janner Franco Maspoli
Waldo RivaFreisinnig-Demokratische Partei10’11331,2 %2 0Aleardo Pini Mario AgustoniSozialdemokratische Partei7’39522,8 %2 +1Edoardo Zeli Francesco BorellaPartito Liberale Radicale Democratico 3’30210,2 %0−1 Eine Listenverbindung bestand zwischen SP und PLRD.
Kanton Thurgau (6 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteSozialdemokratische Partei9’77531,8 % +4,4 %20August Roth Otto HöppliBauernpartei7’70325,1 % +1,4 %20Otto Hess