Raoul Voss (* 26. Mai 1983 in Frankfurt am Main) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler auf der Position eines Abwehrspielers, der heute vor allem als Fußballtrainer und Unternehmer in Erscheinung tritt.
Karriere Spielerkarriere, Ausbildung und Studium Raoul Voss wurde am 26. Mai 1983 als Sohn von Peter und Ellen Voss in Frankfurt am Main geboren,2007 FIU Men’s Soccer Media Guide (englisch), abgerufen am 18. März 2021 wuchs jedoch vorrangig in Mühlheim am Main auf. Noch in jungen Jahren begann er mit dem Fußballspielen und spielte von 1989 bis 1996 im Nachwuchs der JSG Rodgau aus Rodgau, bei der er zu dieser Zeit zusammen mit dem späteren Profispieler Christian Demirtas in einer Mannschaft spielte. Danach kickte er von 1996 bis 2003 im vereinseigenen Nachwuchs der Kickers Offenbach, bei denen er im fortgeschritteneren Alter auch in der zweiten Mannschaft erste Einsätze im Herrenfußball sammeln konnte. Beim Sport- und Sängergemeinschaft Offenthal e. V., kurz SUSGO bzw. fälschlicherweise SUSGO Offenthal, kam er daraufhin von 2003 bis 2006 als Spieler in der Kreisliga zum Einsatz.
Nachdem er das Friedrich-Ebert-Gymnasium in Mühlheim erfolgreich mit dem Abitur abgeschlossen hatte, besuchte er von 2002 bis 2005 die Technische Universität Darmstadt, an der er ein Wirtschaftsstudium abschloss. Danach studierte er ab 2006 an der Florida International University, die er mit einem Bachelor of Science in Sportsmanagement and Physical Education abschloss. 2009 machte er hier auch seinen Master of Science in Sportsmanagement and Physical Education. Parallel zu seinem Studium trat er in den Jahren 2006 und 2007 in der Herrenfußballmannschaft der FIU Golden Panthers, der Universitätssportabteilung, als Spieler in Erscheinung. So war er in seinem Sophomore-Jahr (2006) einer von nur drei Spielern im Kader, die in allen 18 Meisterschaftspartien von Beginn an am Rasen waren. In diesem Jahr wurde er auch zum Defensive MVP des Teams gewählt und fungierte als Mannschaftskapitän.RAOUL VOSS, JUAN GUERRA REUNITE IN TAMPA BAY (englisch), abgerufen am 18. März 2021 Bereits während seines Studiums hatte er für die Zukunft eine Karriere als Fußballtrainer anvisiert.
Nachdem er durch eine Reihe von Knieverletzungen zu einem frühzeitigen Karriereende als Fußballspieler gezwungen worden war, agierte er in den Jahren 2008 bis 2009, also noch während des Studiums, unter Cheftrainer Munga Eketebi als Co-Trainer der Panthers.Raoul Voss auf Xing, abgerufen am 18. März 2021 Parallel dazu war er in dieser Zeit auch als Lektor an seiner Alma Mater tätig. Bereits Ende des Jahres 2008 hatte er in seiner deutschen Heimat zusammen mit einem Partner das Unternehmen Voss & Krist Soccer Development gegründet. Durch das Unternehmen wurde jungen Athleten die Möglichkeit geboten, Training auf höchstem Niveau auszuüben und an Zugang zu Ligawettkämpfen zu kommen. Nach seinem Studienabschluss in Florida verbrachte er wieder einige Zeit in der Heimat und trat zeitweilig von 2009 bis 2010 für den heute (Stand: 2021) nicht mehr existierenden Klub TGM SV Jügesheim in der sechstklassigen Verbandsliga Hessen Süd als Fußballspieler in Erscheinung.Kommen und Gehen in der Verbandsliga Hessen Süd, Saison 2009/2010, abgerufen am 18. März 2021 Die Liga schloss er in diesem Jahr mit der Mannschaft auf dem achten Tabellenplatz ab.Verbandsliga Hessen Süd 2009/10, abgerufen am 18. März 2021 Davor gehörte er auch einige Zeit dem Traditionsklub Kickers Viktoria Mühlheim an.
Beginn der Trainertätigkeit in Florida Während des Wirkens im eigenen Unternehmen arbeitete Voss laut LinkedIn von Dezember 2009 bis November 2011 auch als Manager im Bereich Marketing & Sales (Sport) bei der Triumph Media Group GmbH, kurz TMG, mit Sitz in Hamburg. In der Zeit, in der er wieder in Deutschland war, hatte er auch im Trainerstab der TSG Hoffenheim und von Concordia Hamburg mitgewirkt.Lessons Learned On Player Evaluation (englisch), abgerufen am 18. März 2021 Seine ständige Tätigkeit in den USA führte ihn jedoch bereits im Frühjahr 2011 wieder zurück nach Florida, wo er ab dieser Zeit als Co-Trainer an der Seite von Daryl Shore beim als Fort Lauderdale Strikers rebrandeden Fußball-Franchise mit Spielbetrieb in der damals zweitklassigen North American Soccer League (NASL) arbeitete. Davor war das Franchise als Miami FC von 2006 bis 2009 in der USL First Division und im Jahr 2010 in der USSF Division 2 Professional League angetreten. An der Seite von Daryl Shore schaffte es das Franchise etwa bis in die Soccer Bowl 2011, das Endspiel der North American Soccer League 2011, das die Strikers nach einer 1:3-Niederlage im Hinspiel und einem 0:0-Remis im Rückspiel gegen die NSC Minnesota Stars verloren. (englisch), abgerufen am 18. März 2021
Nachdem Shore im Juni 2013 das Franchise verlassen hatte, um als Torwarttrainer unter Jeff Cassar beim Major-League-Soccer-Franchise Real Salt Lake zu arbeiten, blieb Voss auch unter dem kurzzeitigen Interimstrainer Ricardo Lopes und dessen Nachfolger, dem aus Leoben in Österreich stammenden Günter Kronsteiner, weiterhin als Co-Trainer der Mannschaft beschäftigt. Im Spieljahr 2014 schafften es die Strikers, nachdem sie sicher nur knapp für die Play-offs qualifiziert hatten, ins Endspiel, die Soccer Bowl 2014, die das Franchise am Ende jedoch mit 1:2 knapp gegen die San Antonio Scorpions verlor.San Antonio Scorpions raise Soccer Bowl trophy with 2-1 win over Fort Lauderdale Strikers (englisch), abgerufen am 18. März 2021 Mit der Entlassung Kronsteiners nach dem verpassten Meistertitel musste auch Voss seinen Platz innerhalb des Trainerteams räumen.Gunter Kronsteiner will not return to Fort Lauderdale in 2015 (englisch), abgerufen am 18. März 2021 Nachdem kurzzeitig der Argentinier Marcelo Neveleff das Traineramt übernommen hatte, dieses jedoch nach lediglich zwei Siegen aus neun Spielen bereits frühzeitig wieder räumen musste und danach der 84-fache honduranische A-Nationalspieler Iván Guerrero, der in diesem Jahr seine Karriere als Aktiver beenden sollte, kurzzeitig als Interimstrainer fungierte, kehrte Kronsteiner mit seinem Trainerteam im Juni 2015 wieder nach Fort Lauderdale zurück. (englisch), abgerufen am 18. März 2021GüNTER KRONSTEINER NAMED STRIKERS HEAD COACH (englisch), abgerufen am 18. März 2021
Nach einem achten Platz, den das Franchise unter den beiden südamerikanischen Trainern in der Spring Season erreicht hatte, schaffte es Kronsteiner mit seinem Trainerstab bis zum Saisonende in der Fall Season auf den vierten Tabellenplatz zu bringen. Aufgrund dieser Tabellenplatzierung schafften es die Strikers in die Play-offs, unterlagen in diesen jedoch in den Championship Semifinals mit 1:2 gegen die New York Cosmos mit ihrem Starspieler Raúl.RAúL'S GAME-WINNER SENDS COSMOS TO THE CHAMPIONSHIP FINAL (englisch), abgerufen am 18. März 2021 Mit 40 % an gewonnenen Spielen während seiner Amtszeit ist Kronsteiner auch der erfolgreichste Trainer in der Geschichte des Franchises; in seiner vorherigen Amtszeit hatte er es auf 37,21 % an gewonnenen Spielen gebracht. Mit Saisonende wurde Kronsteiner und Voss überraschend vom Franchise entlassen.Fort Lauderdale Strikers fire Kronsteiner for second time (englisch), abgerufen am 18. März 2021
Co-Trainer der Tampa Bay Rowdies mini|300px|Stuart Dobson (TW-Tr.), Stuart Campbell und Raoul Voss (Co-Tr.; von links nach rechts);Trainerstab der Tampa Bay Rowdies beim Auswärtsspiel gegen den FC Cincinnati am 19. April 2017 Nur kurze Zeit später wurde er als Co-Trainer von Stuart Campbell vom Ligakonkurrenten Tampa Bay Rowdies unter Vertrag genommen. Dort bildete er mit Campbell und dem Torwarttrainer Stuart Dobson den Trainerstab. Des Weiteren traf er hier auf Juan Francisco Guerra, mit dem er bereits knapp zehn Jahre zuvor an der FIU zusammen gespielt hatte und seitdem durchgehend in Kontakt stand. Beim Franchise aus St. Petersburg war Voss, der über den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auch in Besitz der UEFA-B- und UEFA-A-Lizenz als Trainer gekommen war, in zwei vollständigen Spielzeiten als Assistenztrainer tätig. Zum Zeitpunkt seiner Arbeitsaufnahme bei den Tampa Bay Rowdies hatte Voss einen dreijährigen Sohn namens Alec. Nach einem fünften Platz in der Spring Season erreichte das Franchise in der nachfolgenden Fall Season nur den zehnten Platz und schaffte es in der zusammengefassten Gesamttabelle der North American Soccer League 2016 nur auf den neunten Platz.
Wenige Tage vor seinem letzten Meisterschaftsspiel ließ die Führung des Franchises verlautbaren, dass das Team aus St. Pete im folgenden Jahr nicht mehr in der NASL antreten, sondern in die United Soccer League (USL) wechseln werde.USL Expands with Additions of Tampa Bay Rowdies, Ottawa Fury FC (englisch), abgerufen am 18. März 2021 Die United Soccer League (bis 2015 als USL Pro bekannt) war bis 2016 die dritthöchste Profiliga in den Vereinigten Staaten und wurde im Jahr 2017 neben der NASL als eine der beiden zweithöchsten Ligen des Landes anerkannt; die NASL wurde jedoch am Jahresende aufgelöst, sodass die USL danach als alleinige Zweitklassigkeit übrig blieb. Nach dem Umzug in die USL agierte das Franchise auch wesentlich erfolgreicher und erreichte am Ende der regulären Saison der United Soccer League 2017 den dritten Tabellenplatz, was einen Platz in den saisonabschließenden Play-offs bedeutete. In diesen schafften es die Rowdies nach einem 3:0-Sieg über den FC Cincinnati in der ersten Runde bis in die zweite Runde und unterlagen dort den New York Red Bulls II in der Verlängerung mit 1:2, was das vorzeitige Aus in diesem Spieljahr bedeutete.REWIND: 2017 #USLPLAYOFFS - Tampa Bay Rowdies vs New York Red Bulls II 10/28/17 auf YouTube (englisch), abgerufen am 18. März 2021
Cheftrainer des Penn FC