mini|hochkant|Marion Cotillard (2026)
Marion Cotillard (; * 30. September 1975 in Paris) ist eine französische Schauspielerin. Bekanntheit erlangte sie vor allem durch ihre Darstellung der Édith Piaf in Olivier Dahans Spielfilm La vie en rose (2007), für den sie mit einem Oscar, einem Golden Globe, dem British Academy Film Award und dem französischen César ausgezeichnet wurde. Durch ihre Mitwirkung in US-Filmproduktionen wie dem Musical Nine (2009) oder dem Science-Fiction-Film Inception (2010) zählte sie zeitweise zu den bestbezahlten Schauspielerinnen.
Am 14. Juli 2016 wurde Cotillard für ihr mehr als zwanzigjähriges Engagement im Umweltschutz von der Ministerin für Umwelt, Energie und nachhaltige Entwicklung, Ségolène Royal, zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.
Biografie Ausbildung und erste Filmrollen Cotillard wurde als Kind einer Schauspielerfamilie in Paris geboren. Ihre Mutter Niseema TheillaudMarion Cotillard, de «Taxi» à «La môme» (BIO-PORTRAIT). Agence France Presse, 14. Januar 2008. ist gelernte Schauspielerin, ihr Vater Jean-Claude Cotillard Schauspieler und Regisseur, Gründer der Theatergruppe Cotillard und Lehrer an der École supérieure d’art dramatique in Paris. Sie hat jüngere Zwillingsbrüder (* 1977): den Maler und Bildhauer Quentin sowie den Schriftsteller Guillaume.F. Barret: Marion Cotillard moissonne les récompenses. In: La Nouvelle République du Centre Ouest, 23. Februar 2008, S. 2.
Schon im Alter von fünf Jahren kam Cotillard durch ihre ElternRepère. In: Le Parisien, 26. Februar 2008, S. 32. mit dem Theater in Berührung und feierte ihren ersten Bühnenauftritt unter der Regie ihres Cousins Laurent Cotillard in dem Stück Y a des nounous dans le placard. In der Folgezeit war sie auf der Bühne zu sehen, wenn in den Theaterproduktionen der Familie Kinderrollen zu besetzen waren. Mit sechs Jahren wurde Cotillard für zwei Fernsehfilme engagiert, die für sie ausschlaggebend waren, eine Karriere als Schauspielerin anzustreben: Sie begann ihr Schauspielstudium in Orléans und erhielt ihren ersten Preis 1994 am dortigen Conservatoire d’Art Dramatique.
Zwei Jahre nach ihrem Auftritt in der Episode Nowhere to Run in der populären US-amerikanischen Fernsehserie Highlander gab Cotillard 1994 in Philippe Harels Liebesfilm Die Geschichte des Jungen, der geküsst werden wollte ihr Kinodebüt. Der Film erzählt von Leben des jungen Studenten und Einzelgängers Raoul (gespielt von Julien Collet), der davon träumt, zum ersten Mal in seinem Leben geküsst zu werden. Im selben Jahr erhielt Cotillard ein festes Engagement in der Fernsehserie Extrême limite, die das Leben von heranwachsenden Jugendlichen an einer französischen Sporthochschule thematisiert. 1996 folgten Nebenrollen in Arnaud Desplechins Drama Ich und meine Liebe an der Seite von Mathieu Amalric und Emmanuelle Devos sowie Coline Serreaus Fantasy-Komödie Der grüne Planet – Besuch aus dem All, mit denen sie versuchte, im französischen Kino Fuß zu fassen. Zu dieser Zeit stagnierte Cotillards Karriere. „Ohne wirklich entmutigt zu sein, hatte ich Schwierigkeiten, im Kino erfolgreich zu sein“, so Cotillard in einem Interview mit der französischen Zeitschrift Gala im Jahr 2003.
Durchbruch im Filmgeschäft mini|links|Cotillard im Jahr 1999 Das Jahr 1997 markierte den Wendepunkt in Cotillards Karriere: Sie war in dem Theaterstück Affaire classée zu sehen und wurde mit dem Darstellerpreis in Istres ausgezeichnet. Im selben Jahr folgte die Zusammenarbeit mit dem französischen Regisseur Gérard Pirès. Sein Actionfilm Taxi (1998), geschrieben und produziert von Luc Besson, spielt in Marseille und handelt von den Abenteuern des Taxifahrers Daniel Morales (gespielt von Samy Naceri), der mit seinem getunten Dienstfahrzeug die Straßen in der südfranzösischen Hafenstadt unsicher macht. Taxi wurde in Frankreich zur erfolgreichsten Komödie des Sommers und Cotillard einem breiten Publikum bekannt. Für die Rolle der Lilly Bertineau wurde sie auch zum ersten Mal für den César, das französische Äquivalent zum Oscar, als beste Nachwuchsdarstellerin nominiert. 2000 und 2003 folgten mit den Filmen Taxi Taxi und Taxi 3 unter der Regie von Gérard Krawczyk zwei Fortsetzungen, in denen Cotillard wiederum den Part der Lilly Bertineau übernahm.
Nach Taxi konnte sich Cotillard im französischen Kino etablieren und sie wurde mit zahlreichen Rollenangeboten bedacht wie in Francis Reussers historischem Liebesdrama Krieg im Oberland (1999) oder in dem Kriegsdrama Lisa (2001), an der Seite von Jeanne Moreau und Benoît Magimel. Im Jahr 2000 war Cotillard Jurymitglied beim Filmfestival in Gérardmer, das die besten Werke aus dem Genre des fantastischen Films prämiert. Nach der Hauptrolle in dem Fernsehfilm Flucht durch Nizza im Jahr 2001, in dem sie sich als Mordverdächtige ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei und einem unbekannten Mörder liefert, folgte im selben Jahr ihre erste Kinohauptrolle in Gilles Paquet-Brenners Melodram Pretty Things. Darin agierte sie in einer Doppelrolle in Person der beiden eineiigen Zwillingsschwestern Lucie und Marie: Obwohl Lucie eine Gesangsausbildung erhält, hat Marie die kraftvollere Stimme und schlüpft eines Tages bei einem Konzert in die Rolle ihrer Schwester. Nach Lucies plötzlichem Suizid nimmt Marie deren Platz ein und betritt eine Welt voller Illusionen und Geheimnisse, in der sie den dunklen Seiten im Leben ihrer Schwester auf die Spur kommt. Um die Musikstücke im Film selbst interpretieren zu können, hatte Cotillard einen Monat lang Gesangsunterricht – der Lohn ihrer Mühe war ihre zweite César-Nominierung im Jahr darauf, wiederum als beste Nachwuchsdarstellerin.
Nachdem Cotillard 2002 in dem Thriller Une affaire privée an der Seite von Samuel Le Bihan und Thierry Lhermitte agiert hatte, folgte ein Jahr später die französische Liebeskomödie Liebe mich, wenn du dich traust (2003). In Yann Samuells Debütfilm, der Kritiker an Jean-Pierre Jeunets Welterfolg Die fabelhafte Welt der Amélie erinnerte, spielte sie zusammen mit Filmpartner Guillaume Canet das Liebespaar Sophie und Julien, das sich seine Liebe nicht eingestehen kann und sich stattdessen in zahlreichen Mutproben versucht, die mit der Zeit immer waghalsiger und gefährlicher werden.
Dem Film war Erfolg an den französischen Kinokassen beschieden, er wurde in den USA beim Newport Beach Film Festival prämiert und brachte Cotillard die dortige Darsteller-Auszeichnung ein. Noch im selben Jahr wurde Hollywood auf die brünette Schauspielerin aufmerksam. Sie reiste in die USA, wo sie in Tim Burtons Komödie Big Fish an der Seite von Ewan McGregor, Albert Finney und Jessica Lange eine Nebenrolle übernahm. Obwohl der Part der jungen, schwangeren Französin keine weiteren Engagements in den Vereinigten Staaten nach sich zog, stieg ihre Popularität in Frankreich. In: The New York Times, 21. Oktober 2007
Höhepunkte ihrer Karriere 2004 folgte für Cotillard die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Jean-Pierre Jeunet. In Mathilde – Eine große Liebe, einem Drama über den Ersten Weltkrieg, erzählt Jeunet die Geschichte seiner jungen Titelheldin (gespielt von Audrey Tautou), die nach ihrem verschollenen Verlobten sucht, der mit vier weiteren Soldaten wegen Selbstverstümmelung zum Tode verurteilt wurde. Cotillard porträtierte in diesem Film in einer Nebenrolle die ehemalige Hure Tina Lombardi, die ebenfalls auf der Suche nach ihrem Geliebten ist. Nach und nach stellt sich jedoch heraus, dass Tinas Liebhaber im Krieg gefallen ist, und sie beginnt einen tödlichen Rachefeldzug gegen die Schuldigen zu führen. Cotillard stieß sehr spät zu Jeunets Dreharbeiten, die sich für sie problematisch gestalteten, wie der Regisseur im DVD-Audiokommentar zum Film mitteilte. Sie litt unter starker Nervosität und wurde deshalb bei der Arbeit von Hauptdarstellerin Audrey Tautou unterstützt. Cotillard musste das Set vor der bedeutungsvollen Gefängnisszene, in der Tina Mathilde die Gründe für ihre Taten nennt, verlassen und wurde wegen einer Infektion im Krankenhaus behandelt. Dennoch wurde sie 2005 für ihre Leistung in Mathilde von der Kritik gelobt und mit dem César als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
mini|Cotillard auf der Berlinale 2007|hochkant Nach dem weltweiten Erfolg von Mathilde – Eine große Liebe gehörte Cotillard zu den gefragtesten Schauspielerinnen Frankreichs und arbeitete von 2006 bis 2007 an fünf Filmprojekten, darunter Ridley Scotts englischsprachige Komödie Ein gutes Jahr an der Seite von Russell Crowe und Albert Finney und die Hauptrolle in Olivier Dahans Film La vie en rose, in dem sie den Part der berühmten Chansonsängerin Édith Piaf übernahm. Das Drama, das seine Uraufführung als Eröffnungsfilm der 57. Filmfestspiele von Berlin feierte, brachte Cotillard großes Lob seitens der Kritik ein und der Film avancierte in Frankreich zum großen Kinokassenerfolg. Ihr Porträt der Piaf, die sie von der 18-jährigen Göre bis hin zur 47-jährigen kranken Frau darstellt, wurde vom Tagesspiegel als „großartig“ bewertet, während die Berliner Zeitung in einem sonst eher „langatmigen Biopic“ die „überragende, hinreißende Leistung der Hauptdarstellerin“ herausstellte.Carmen Böker: Die Tragödie des Chansons. In: Berliner Zeitung, 9. Februar 2007 Obwohl Cotillard für den Film nicht selbst die Chanson-Klassiker der bekannten Sängerin interpretierte, wurde sie mit mehr als einem Dutzend internationaler Film- und Festivalpreisen geehrt. 2008 erhielt sie als dritte Französin nach Claudette Colbert (1935) und Simone Signoret (1960) den Oscar als beste Hauptdarstellerin sowie den César, den Golden Globe als beste Komödien- bzw. Musical-Darstellerin, den British Academy Film Award (BAFTA Award), den Satellite Award und den Darstellerpreis der Los Angeles Film Critics Association.
Ihr Oscar-Gewinn, der zweite einer Hauptdarstellerin in einer fremdsprachigen Rolle seit der Italienerin Sophia Loren (Und dennoch leben sie) wurde knapp eine Woche später durch Aussagen aus einem Interview getrübt, das Cotillard in der Fernsehsendung Paris Premiere ein Jahr zuvor gegeben hatte und im Internet veröffentlicht wurde. In diesem habe sie die Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001 als US-amerikanische Verschwörung bezeichnet sowie die bemannte Mondlandung im Jahr 1969 angezweifelt. Zwar ließ die Schauspielerin durch ihren Anwalt mitteilen, ihre Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, doch verlautbarten bereits kurze Zeit später US-amerikanische Medien, dass die Karriere-Aussichten der französischen Schauspielerin in Hollywood „verdorben“ seien.Oscar-Siegerin Cotillard vergrätzt Amerika. In: Spiegel Online, 3. März 2008
hochkant|mini|links|Cotillard bei der Pariser Premiere von Public Enemies (2009)