Johann Michael Herberger, auch Hehenberger oder Heberger (* 1712 in Regensburg; † 5. Januar 1784 in Stadtamhof) war ein Oberpfälzer Orgelbauer.Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Lexikon süddeutscher Orgelbauer. Noetzel, Wilhelmshaven 1994, S. 152.

Leben Herberger wurde um 1712 oder 1713 in der Dompfarrei in Regensburg geboren. Es wird angenommen, dass er seine handwerkliche Ausbildung bei Johann Konrad Brandenstein erhielt. Nach der Heirat mit Maria Walburga Brandenstein, einer Tochter seines Lehrmeisters, am 22. November 1751, übernahm er nach dem Tod des Schwiegervaters im Jahr 1757 dessen Werkstatt in Stadtamhof. Herberger leitete den Betrieb über einen Zeitraum von 27 Jahren. Mit seinem Tod am 5. Januar 1784 wurde die Werkstatt aufgegeben.

In der musikwissenschaftlichen Literatur wird eine mögliche familiäre Verbindung zum Passauer Orgelbauer Martin Hechenberger diskutiert. Eine direkte Abstammung von Johann Michael Herberger ließ sich bislang jedoch nicht zweifelsfrei belegen.

Wirken Im Vergleich zu seinem Vorgänger Brandenstein verzeichnete Herberger eine geringere Auftragsdichte. Dies wird in der Forschung auf die starke Konkurrenz durch etablierte Werkstätten der Region zurückgeführt, insbesondere auf Andreas Weiß (Nabburg), Konrad Funtsch (Amberg) und Anton Bayr (München), die ab etwa 1750 den Markt in der Oberpfalz und in Oberbayern dominierten.

Werke (Auswahl) Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen1760PettenreuthMariä Himmelfahrt160x160pxI/P10nicht erhalten, 1880 Neubau Edenhofer (10/I/P)1766HaindlingMariä Himmelfahrt160x160pxI/P6nicht erhalten, 1875 Neubau op. 1 von Binder, 1914 Neubau Weise, 2016 nicht spielbar.1767TegernheimMariä VerkündigungI/P8nicht erhalten, 1878 Neubau Edenhofer, 1979 Neubau Kloss (15/II/P) → Orgel Ehemalige Disposition: Manual: Coppel 8', Principal 4', Flöte 4', Octave 2', Quint 1 1/3', Mixtur 2-fach 1'. Pedal: Subbaß 16', Gambabaß 8'1769RegensburgStiftskirche St. Johannzentriert|160x160pxI/P12nicht erhalten, mehrere Nachfolgeinstrumente, aktuell Neubau 2004 Orgelbau Eisenbarth (25/II/P)1774RegensburgSt. Rupertzentriert|160x160pxZuschreibung, nicht erhalten, Neubau um 1850 Breil → Orgel1779ReichersbergStifts- und Pfarrkirche Reichersbergzentriert|160x160pxProspekt erhalten, Neubau 1981 Metzler Orgelbau op. 518 (22/II/P)1779SulzbürgKath. Kirche Maria sieben Schmerzenzentriert|160x160pxI/P8Ein Entwurf für die neue Orgel von 1779 von Michael Herberger; 1862 von August Bittner, Nürnberg, ersetzt.

Literatur Michael Bernhard: Orgeldatenbank Bayern. Version 5, 2009. Eberhard Kraus: Historische Orgeln in der Oberpfalz. Schnell und Steiner, München 1990, ISBN 3-7954-0387-1. Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Johann Konrad Brandenstein (1695–1757) Orgelbauer in Stadtamhof. In: Oberpfälzer Heimat 24 (1980), S. 15–21. Altmann, L.: 850 Jahre Kollegiatstift St. Johann in Regensburg 1127–1977. München 1977, S. 53–65. Brenninger, G.: Orgeln in Altbayern. München 1978, S. 136, und ders.: Die Passauer Orgelbauer des 19. Jahrhunderts. In: Ostbairische Grenzmarken 17, 1975, S. 173. Forer, A.: Orgeln in Österreich. Wien 1973, S. 158f. Kraus, E.: Regensburgs Orgeln – Das Bild eines städtischen Orgellandschaft. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 113, 1973, S. 67f. und 71f. Kraus, E.: Musik in Geschichte und Gegenwart, Band 12 (Kassel 1965), Sp. 968f. Mettenleiter, D.: Musikgeschichte der Oberpfalz. Amberg 1867, S. 254. Schmidt, R.W.: Die Musik im Stift Reichersberg. In: 900 Jahre Augustinerchorherrenstift Reichersberg, 1983, S. 332.

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