mini|Damwild-Gehege bei Geisdorf

Geisdorf (bambergisch: Gaasdorf) ist ein Gemeindeteil des Marktes Heiligenstadt i.OFr. im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern). Geisdorf liegt in der Gemarkung Herzogenreuth.

Geografie Der Weiler in der Fränkischen Schweiz steht auf einer Terrasse des Fränkischen Jura auf . Der Gemeindesitz Heiligenstadt etwa 6 km südöstlich entfernt. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Herzogenreuth zur Staatsstraße 2187 (1,4 km westlich), nach Laibarös zur Staatsstraße 2281 (2,1 km nördlich) und zur St 2187 bei Oberleinleiter (2 km südöstlich).

Ortsname Noch im Jahr 1692 verwendeten die Kastner der Pflege Giech die überlieferte Bezeichnung „Gauchsdorf“. In den Jahren 1640/41 schrieb man in einem Zinsregister der Kirche von Herzogenreuth schon „Gayßdorff“. Im Volksmund lautet die Bezeichnung „Gaasdorf“.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1307, als Bischof Wulfing von Bamberg für den Küster Konrad der Bamberger Pfarrei St. Gangolf eine Vikarie stiftete. Diese bestand aus dem Zehnt von vier Gütern in „Gauchsdorf“, wie der Ort damals genannt wurde. Geisdorf gehörte von Anbeginn zur Realgemeinde Herzogenreuth; deswegen wird vermutet, dass der Ort von dort als Aussiedlung gegründet wurde, wahrscheinlich schon um das Jahr 1200.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Geisdorf aus 9 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren das Amt Scheßlitz (2 Viertelhöfe, 2 Viertelhöfe mit 2 halben Häusern, 1 Höflein, 2 Halbhöflein, 1 Tropfhäuslein) und das Kloster Michelsberg (1 Häuslein).W. Weiß: Bamberg, S. 124.

Im Jahre 1802 kam Geisdorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde Geisdorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Herzogenreuth und der 1818 entstandenen die Ruralgemeinde Herzogenreuth zugewiesen.W. Weiß: Bamberg, S. 247. Am 1. Mai 1978 wurde Geisdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Heiligenstadt eingegliedert.

Baudenkmäler Gemeindebackofen bei Haus Nr. 4

ehemaliges Baudenkmal Teil einer Doppelhofanlage

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 25 27 30 22 16 25 40 21 16 23HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1885 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 6 5 5 4 5 5 6Quelle

Historische Beschreibungen Topographische Beschreibung (1752) In Biedermanns Topographischer Beschreibung aus dem Jahr 1752 wird Geisdorf folgendermaßen geschildert:

Kastner der Pflege Giech (1728) Der Kastner der Pflege Giech, schilderte Geisdorf in seinem Bericht im Jahr 1728 folgendermaßen:

Religion Geisdorf ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Martin (Tiefenpölz) gepfarrt.

Literatur

Dieter Zöberlein: Gemeindechronik Markt Heiligenstadt i. OFr. – Herausgegeben anlässlich der Feier des 450-jährigen Jubiläums der Verleihung des Marktrechtes an Heiligenstadt i. OFr. Heiligenstadt 1995.

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Heiligenstadt in Oberfranken Kategorie:Weiler im Landkreis Bamberg Kategorie:Geographie (Fränkische Schweiz) Kategorie:Ersterwähnung 1307