mini|Miguel Guilherme (2018)
Miguel Guilherme Guerra Neves de Almeida (* 15. November 1958 in Lissabon) ist ein portugiesischer Schauspieler. Er ist ein bekannter Fernsehdarsteller, ein Theaterschauspieler und -regisseur und ein renommierter Darsteller des Portugiesischen Films.
Leben Guilherme wuchs in seiner Geburtsstadt Lissabon auf. Ein Anthropologiestudium an der Universität Lissabon brach er später ab, um sich ganz der Schauspielerei zu widmen.
Er nahm Schauspielunterricht am Teatro Comuna, wo er 1979 auch erstmals auf der Bühne stand, in einem von João Mota inszenierten Brecht-Stück. Bis 1983 blieb er dann am Teatro Comuna, um danach zum Novo Grupo und ans Teatro Aberto zu gehen. Nach einem Engagement am Teatro Século 1986 spielte er 1987 am Teatro São Luiz, bevor an Luís Miguel Cintras Teatro Cornucópia ging. Hier sollte er sich in den nächsten Jahren in einer Vielzahl Stücken wesentlich entwickeln.
Nach kleineren Fernsehauftritten in meist komischen Serien wirkte Guilherme 1988 in Herman Josés populärer Comedyserie Humor de Perdição mit und wurde in der Folge auch einem größeren Publikum bekannt. Auch in folgenden Fernsehproduktionen des populären Komikers war Guilherme vor der Kamera zu sehen. Er blieb aber weiterhin dem Theater verbunden.
1989 inszenierte er erstmals selbst ein Stück, David Mamets Perverções (Sexual Perversity in Chicago) im Club Estefânia. Am Cornucópia inszenierte er 1993 erstmals selbst das Stück Desastres auf Grundlage dreier kurzer Stücke von Botho Strauß, Philip K. Dick und Eugène Ionesco.
1993 steigerte sich seine öffentliche Bekanntheit mit seiner Beteiligung an der Sitcom Sózinhos em Casa. Seither war er in etwa gleichermaßen am Theater, im Film und beim Fernsehen tätig.
In den folgenden Jahren spielte er zunehmend bedeutendere Haupt- und Nebenrollen für das Kino, darunter für Regisseure wie Manoel de Oliveira oder Fernando Lopes, aber auch in einigen Nebenrollen internationaler Produktionen. Auch in Fernsehserien war er häufig zu sehen, oft in Sitcoms, was ihn vor allem als komischen Darsteller bekannt machte. Zeitgleich blieb er dem Theater stets stark verbunden, mit einer Vielzahl Rollen und einigen eigenen Inszenierungen.Jorge Leitão Ramos: Dicionário do Cinema Português. 1989-2003. Editorial Caminho, Lissabon 2006 (ISBN 972-21-1763-7), S. 285f
Zuletzt sah ihn die breite portugiesische Öffentlichkeit in einigen Hauptrollen, so im Fernsehen in der erfolgreichen historisierenden Fernsehserie Conta-me Como Foi der RTP und im Kino in den von Leonel Vieira produzierten, enorm erfolgreichen Remakes klassischer Comédias portuguesas aus den 1940er Jahren.
Rezeption Guilherme ist der breiten Öffentlichkeit in Portugal durch seine vielen komischen Rollen und Darstellungen in Sitcoms, Telenovelas und anderen Fernsehserien bekannt. Im Film hat er viele unterschiedliche Figuren gespielt, jedoch ist er hier eher Filmkritikern und Cineasten als vielseitiger Darsteller bekannt. Etwa lobte die Filmkritik ihn in Filmen wie José Fonseca e Costas Cinco Dias, Cinco Noites (1996), Manuel Mozoss ...Quando Troveja (1999) oder Fernando Lopes’ O Delfim (2002) teils überschwänglich, während diese Filme am großen Publikum weitgehend vorbeigingen. Sein anhaltendes Engagement für das anspruchsvolle Theater blieb dem großen Publikum ebenso weitgehend unbekannt wie dieses Theater selbst.
Trotz einiger Rollen im europäischen Autorenfilm blieb seine Bekanntheit bisher weitgehend auf Portugal beschränkt, wo man ihn weiterhin ganz überwiegend als komischen Darsteller wahrnimmt, während er von den Filmfreunden als einer der bedeutendsten Darsteller seiner Generation angesehen wird.Miguel Guilherme: “Se calhar, não é muito interessante ter uma vida normal” - „Miguel Guilherme: "Vielleicht ist es gar nicht so interessant, ein normales Leben zu leben"“, Artikel vom 20. September 2020 der Zeitung Público, abgerufen am 16. März 2021Jorge Leitão Ramos: Dicionário do Cinema Português. 1989-2003. Editorial Caminho, Lissabon 2006 (ISBN 972-21-1763-7), S. 286Miguel Guilherme é a nova estrela do humor na TSF - „Miguel Guilherme ist neuer Humor-Star bei TSF“, Artikel vom 29. Oktober 2015 der Zeitung Diário de Notícias, abgerufen am 16. März 2021
Filmografie (Auswahl) 1980: O Dragão, R: Luís Filipe Costa (Fernsehfilm der RTP) 1987: Era Uma Vez Um Alferes, R: Luís Filipe Costa (Fernsehfilm der RTP) 1988: Humor de Perdição (Fernsehserie der RTP) 1989: Meia Noite, R: Vítor Gonçalves 1990: Filha da Mãe, R: João Canijo 1990: Non oder Der vergängliche Ruhm der Herrschaft ('Non', ou A Vã Glória de Mandar) , R: Manoel de Oliveira 1990: Alentejo Sem Lei, R: João Canijo (RTP-Mehrteiler) 1991: O Oiro do Bandido, R: Luís Alvarães 1991: Malvadez, R: Luís Alvarães 1991: Die göttliche Komödie (A Divina Comédia), R: Manoel de Oliveira 1992: Aqui D'El Rei!, R: António-Pedro Vasconcelos (Fernsehfilm) 1992: S.O.S. Stress, R: Sérgio Godinho (Kurzfilm) 1993: Am Ufer des Flusses (Vale Abraão), R: Manoel de Oliveira 1993: Coitado do Jorge, R: Jorge Silva Melo 1993: Das Geisterhaus (The House of the Spirits), R: Bille August 1993: Fluchtpunkt (O Fio do Horizonte), R: Fernando Lopes 1993–1994: Sózinhos em Casa (TV-Serie) 1994: Die Büchse des Bettlers (A Caixa), R: Manoel de Oliveira 1994: Un amour aveugle, R: Michaëla Watteaux 1995: Fremdes Land (Terra Estrangeira), R: Walter Salles, Daniela Thomas 1996: Cinco Dias, Cinco Noites, R: José Fonseca e Costa 1997: A Noite Mais Badalada, R: Pedro Miguel Martins (Fernsehfilm) 1996: Herman Zap (TV-Comedyserie) 1997–1998: Herman Enciclopédia (TV-Comedyserie) 1999: ...Quando Troveja, R: Manuel Mozos 1999: Arte, R: António Feio (Fernsehfilm) 2000: Die Wurzel des Herzens (A Raiz do Coração), R: Paulo Rocha 2000: Palavra e Utopia, R: Manoel de Oliveira 2002: Aparelho Voador a Baixa Altitude, R: Solveig Nordlund 2002: 88, R: Edgar Pêra (Fernsehfilm) 2002: O Delfim, R: Fernando Lopes 2003: Der gläserne Blick, R: Markus Heltschl 2003: O Fascínio, R: José Fonseca e Costa 2004: Lá Fora, R: Fernando Lopes 2004: O Quinto Império – Ontem Como Hoje, R: Manoel de Oliveira 2005: Alice, R: Marco Martins 2006: Bocage (TV-Mehrteiler) 2007: Corrupção, R: João Botelho 2007–2021: Conta-me Como Foi (Fernsehserie) 2009: Eigenheiten einer jungen Blondine (Singularidades de uma rapariga loura), R: Manoel de Oliveira 2010: Filme do Desassossego, R: João Botelho 2012: Assim Assim, R: Sérgio Graciano 2012–2013: Doce Tentação (TV-Comedyserie) 2013: Mundo ao Contrário (Fernsehserie) 2015: Capitão Falcão, R: João Leitão 2015: O Pátio das Cantigas, R: Leonel Vieira 2015: The Secret Agent, R: Stan Douglas 2015: O Leão da Estrela, R: Leonel Vieira 2015–2016: Coração d’Ouro (Telenovela) 2016: A Canção de Lisboa, R: Pedro Varela 2018: Parque Mayer, R: António-Pedro Vasconcelos 2019: Tristeza e Alegria na Vida das Girafas, R: Tiago Guedes 2020: O Último Banho, R: David Bonneville 2021: Na Porta ao Lado: Esperança (Fernsehfilm), R: Cláudia Clemente 2021–2022: Amor Amor (Telenovela, 100 Folgen) 2022: Quero É Viver (Telenovela, 26 Folgen) 2023: Cavalos de Corrida (Fernsehserie, 8 Folgen)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Person (Lissabon) Kategorie:Portugiese Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Mann