mini|Max Romeo (2022) Max „Romeo“ Smith (* 22. November 1944 in Alexandria, Saint Ann Parish; † 11. April 2025 in Saint Andrew Parish) war ein jamaikanischer Sänger und Komponist.
Max Romeo war eine der führenden Figuren des Early Reggae und des Roots-Reggae. Sein Wet Dream von 1968 wurde wegen des derb-anzüglichen Textes von der BBC nicht gespielt und verkaufte sich nicht zuletzt deswegen über 250.000 Mal. In seinen späteren Jahren wurde Romeo zunehmend politischer und sozialkritischer. Ein Höhepunkt dieser Phase ist das Album War Ina Babylon von 1976 mit der Single Chase the Devil.
Werdegang Entscheidung, Sänger zu werden Max Romeo wurde am 22. November 1944 als Max Smith in Saint Ann Parish (aus dem auch Bob Marley und Justin Hinds stammen) geboren. Als er neun Jahre alt war, hatte seine Mutter die Chance, nach England auszuwandern und ließ die Familie zurück. Max zog zu seinem Vater. Wegen Schwierigkeiten mit seiner Stiefmutter verließ Max im Alter von 14 Jahren das Elternhaus, wohnte zeitweilig in einer Höhle und in verlassenen Autos. Aufgrund einer Begegnung mit einem alten Mann reifte in ihm der Entschluss, Sänger zu werden. Romeo schilderte dieses Erlebnis wie folgt:
Rocksteady-Jahre Fortan arbeitete Max daran, seinen Entschluss in die Tat umzusetzen. Eine Freundin lieh ihm Geld für neue Kleider, so dass er bei einem Talentwettbewerb teilnehmen konnte und prompt gewann. Im Jahr 1967, noch zur Blütezeit des Rocksteady, nahm er seine erste Single I’ll Buy You a Rainbow auf, die Platz 2 der jamaikanischen Charts erreichte. Sein großer Erfolg ein Jahr später sollte aber dem neuen, kommenden Stil angehören, dem Reggae. Die anstößige Single Wet Dream kam in England bis auf Platz 10 und zog eine ganze Reihe weiterer Singles mit nicht-jugendfreien Texten nach sich. Ein erstes Album, A Dream by Max Romeo, erschien 1970 auf Pama Records. Romeo machte The Hippy Boys zu seiner Begleitband, mit den Brüdern Carlton und Aston Barrett an Schlagzeug und Bass. Aus dieser Gruppe sollte später Lee Perrys Studio-Band The Upsetters hervorgehen, die ihrerseits die Keimzelle für Bob Marleys Wailers bildete.
Vom Rudeboy zum Rastafari mini|Max Romeo (2013) Obwohl recht erfolgreich, fühlte Romeo sich mit seinem oberflächlichen Rude-boy-Image unwohl. Er begann sich für die Religion der Rastafari zu interessieren. Seine Lieder wendeten sich spirituellen und weltanschaulichen Themen zu, was sich in Song-Titeln wie Black Equality und Holla Zion niederschlug. Anfang der siebziger Jahre versprachen sich viele Rastas die Umsetzung ihrer Ideale vom Führer der sozialistischen Partei, PNP, Michael Manley. Max Romeo schrieb ihm seine offizielle Wahlkampf-Hymne Let The Power Fall On I. Doch in der Zeit nach Manleys Wahlsieg im Jahr 1972 machte sich zunehmend Enttäuschung breit. Der politische Führer konnte seine Versprechen nicht einlösen. Max Romeo distanzierte sich 1974 von dessen Politik mit dem Song No, Joshua, No.
Im Jahr 1975 brachte er mit dem im Black Ark aufgenommenen Revelation Time das erste Reggae-Konzeptalbum heraus. Ein Jahr später produzierte Lee Perry sein Album War Ina Babylon, das als eine der wichtigsten Veröffentlichungen des Roots-Reggae angesehen wird. Die regierende PNP verbot für die Zeit des jamaikanischen Wahlkampfes 1976 das Titelstück War Ina Babylon. Der Wahlkampf war von zahlreichen bewaffneten Auseinandersetzungen rivalisierender Parteigänger geprägt. Das Stück Chase the Devil wurde 1992 von The Prodigy in dem Track Out of Space gesamplet. Es folgte das Album Reconstruction mit dem Hit Melt Away. Auf Holding Out My Love To You von 1981 wurde er von Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards begleitet. Bis zuletzt veröffentlichte Max Romeo alle paar Jahre ein neues Album und ging regelmäßig auf Tournee, zuletzt zusammen mit den Ethiopians.
Tod Max Romeo starb im April 2025 in Saint Andrew Parish im Alter von 80 Jahren.
Diskografie Alben 1968: A Dream by Max Romeo (Pama Records) 1971: Let The Power Fall (Dynamic Sounds) 1975: Revelation Time (Open the Iron Gate) (Tropical Sound) 1976: War Ina Babylon (Federal/Island) 1977: Reconstruction (Mango) 1979: I Love My Music 1980: One Horse Race 1981: Holding Out My Love to You 1984: Max Romeo Meets Owen Gray at King Tubby’s Studio (Culture Press/Vista Sounds) 1989: Transition 1992: Far I Captain of My Ship 1995: Our Rights 1998: Selassie I Forever 1999: Max Romeo & Friends: Love Message 1999: Something Is Wrong 1999: Max Romeo Sings Bob Marley in Dancehall 2001: In This Time 2004: A Little Time for Jah 2005: Crazy World of Dub 2006: Max Romeo Sings Hits of Bob Marley 2007: Pocomania Songs 2014: Father and Sons 2016: Horror Zone 2019: Words From The Brave 2023: Sings Classics
Singles/Lieder 1967: I’ll Buy You a Rainbow, I Don’t Want To Let You Go, I Can’t Do No More, Don’t Be Ashamed, Soulful Music, No Use To Cry, Carelass Hands, Rudeboy Confession 1968: Wet Dream, Put Me In The Mood, Walk Into The Dawn, Wine Her Goosie, My One Girl, She’s But A Little Girl 1969: A No Fi Mi Picc’ny, Sweet Chariot, Michael (Row The Boat Ashore), Love Oh Love, I Don’t Want To Loose Your Love, You Can’t Stop Me 1970: Melting Pot, Fish in the Pot 1971: I Woke up in Love This Morning, Black Equality, Holla Zion, Let The Power Fall On I, Ginal Ship 1974: No, Joshua, No 1975: Three Blind Mice 1976: Chase the Devil / Croaking Lizard
Literatur
Weblinks
Musikbeispiele Max Romeo: Max Romeo:
Einzelnachweise
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