Fritz Alexander Rudolf Preiss, alternativ Preiß geschrieben, (* 9. Oktober 1883 in Stettin; † 31. August 1973) war ein deutscher Grafiker und Kunstmaler. Neben seiner Arbeit engagierte er sich für die sozialen Belange der Kunstschaffenden.
Leben Preiss war Sohn des Stettiner Kaufmanns Carl Anton Preiss und seiner Ehefrau Anna Rosalie (geborene Kukulus). Schon in jungen Jahren fühlte er sich zur Malerei hingezogen und besuchte die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin. An der Pariser Académie Julian erweiterte er seine malerischen Fähigkeiten. Danach hielt er sich in der Bretagne auf und bereiste 1909 bis 1910 Italien. Ab 1910 lebte er in Berlin und unternahm eine Studienreise durch Deutschland. Er fertigte sowohl figürliche und landschaftliche Bilder, als auch Grafiken, Illustrationen und Porträts. Preiss war zudem schriftstellerisch aktiv und wohnte zeitweise in der Bülowstraße Nr. 5 in West-Berlin.
Im Hinblick darauf, dass gerade nach dem Ersten Weltkrieg wenige bildende Künstler wirtschaftlich in geordneten bürgerlichen Verhältnissen leben konnten, engagierte sich Preiss für die sozialen Belange der Kunstschaffenden. Ab 1913 war er am Aufbau des ersten Wirtschaftsverbandes bildender Künstler beteiligt, für den er 20 Jahre lang Vorsitzender des Aufnahmemausschusses war. Es kam zur Gründung einer Einkaufsgenossenschaft und zu einer Zusammenarbeit mit den Schauspielern der „Bühnengenossenschaft“. Die Veranstaltung des Künstlerfestes „Maske und Palette“ hatte eine erhebliche publizistische Resonanz zur Folge. Diese führte unter Otto Marcus zur Gründung einer Vielzahl wirtschaftlicher Künstlerverbände im Deutschen Reich. Preiss war leitendes Mitglied des Berliner Verbandes und Zeitzeuge des Umbaus des Kunstbetriebs durch die Nationalsozialisten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Preiss Mitglied im Schutzverband und Berufsverband bildender Künstler Berlins.
Familie Seit dem 17. September 1909 war Preiss mit der Kaufmannstochter Berta Maria Margarete (geborene Oertelt; 1882–1969) verheiratet. H. Benvenuto Preiss (* 24. April 1911)
Werke (Auswahl) Ansicht aus Alt-Schöneberg (für das Rathaus in Berlin-Schöneberg) Universität Berlin (Steinzeichnung) Straße in Salzburg Bildnis der Frau Landrat S. Friesische Diele Oberbayrische Gebirgslandschaft Winterliche Straße in Partenkirchen Illustrationen Paul Lindenberg: Wider den Halbmond Eine Erzählung aus d. bulgar.-türk. Kriege von Paul Lindenberg. Dümmler, Berlin 1912. Karl Heckel: Querlatte : Sportabenteuer eines bösen Buben Deutscher Schriftenverlag, Berlin 1937 (Zeichnungen).
Schriften Malerfahrt durch Schweden. In: Westermanns Monatshefte. Band 152, 76. Jahrgang, 1932, S. 191 ff.
Literatur
„Als die SA in den Saal marschierte…“ – Künstler erinnern sich an den ersten Berufsverband. In: 30 Jahre BBK. Katalog zur Ausstellung des Berufsverbandes Bildender Künstler Berlins vom 14. Mai bis 15. Juni 1980 – Staatliche Kunsthalle Berlin, Berlin 1980. Roland Geiger: Eine preußische Familie. Aus den Lebenserinnerungen von Hermann und Margarete Sommer. St. Wendel, 2022.
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Einzelnachweise
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