Der Flughafen Rom-Fiumicino ( Aeroporto di Roma-Fiumicino “Leonardo da Vinci”, ) ist vor Rom-Ciampino der größere der beiden internationalen Verkehrsflughäfen der italienischen Hauptstadt Rom. Der nach dem Universalgelehrten Leonardo da Vinci benannte und von Aeroporti di Roma betriebene Flughafen befindet sich an der Mittelmeerküste, im Stadtgebiet von Fiumicino, rund 30 km südwestlich der römischen Innenstadt. Mit über 51 Millionen Passagieren im Jahr 2025 ist er der größte Flughafen Italiens und einer der verkehrsreichsten in Europa. Rom-Fiumicino ist Heimatflughafen und Drehkreuz von ITA Airways und Basis von Aeroitalia, easyJet, Neos, Ryanair, Vueling und Wizz Air.
Verkehrsanbindung Straße Die Autobahn A91 verbindet den Flughafen mit der Stadt Rom. Über die A91 und den römischen Autobahnring A90 sind auch andere Städte in der Region schnell zu erreichen, über die beim Flughafen nach Norden abzweigende A12 verschiedene Küstenorte im nördlichen Latium und im Süden der Toskana.
Busse des öffentlichen Anbieters Cotral fahren vom Terminalbereich aus in die Innenstadt Roms, nach Fiumicino und zum Lido di Ostia. Vom Flughafen Fiumicino verkehren Shuttle-Busse nach Rom und zu verschiedenen Städten in Mittel- und Süditalien. Vor allen Terminals befinden sich Taxistände.Informationen von ADR zu den Taxis; Für Fahrten von bis zu vier Personen mit Gepäck in lizenzierten weißen Taxis zu Zielen innerhalb der Aurelianischen Mauer gibt es einen Festpreis von 48 Euro (Stand Juli 2020). Die bedeutendsten Autovermietungsfirmen sind am Flughafen vertreten.
Schiene Die italienische Bahn verbindet den Flughafen und Rom. Von den in Innenstadtnähe gelegenen Bahnhöfen Tiburtina, Tuscolana, Ostiense und Trastevere verkehrt ein S-Bahn-artiger Regionalzug im 15-Minuten-Takt (Linie FL1) mit Zwischenhalten zum Flughafen. Die Fahrzeit beträgt 25 bis 40 Minuten. Vom Hauptbahnhof Roma Termini fährt auch ein halbstündlicher, schnellerer Direktzug, der Leonardo Express, der den Flughafen in 32 Minuten erreicht und nur über Erste-Klasse-Wagen verfügt.
Einige Hochgeschwindigkeitslinien werden über Tiburtina und Termini bis zum Flughafen fortgeführt. Eine bessere Anbindung an den Hochgeschwindigkeitsverkehr ist vom geplanten Ausbau des Flughafenbahnhofs und der Bahnstrecke nach Rom abhängig.Trasporti, arriva l'Alta velocità per Fiumicino. Domenica il debutto. In: La Repubblica (Roma), 9. Dezember 2014
Flughafenanlagen Terminals mini|Terminal 1 – Flughafen Rom-Fiumicino (2022) Der Flughafen hat zwei Passagierterminals, deren Abflugbereiche auf der Vorfeldseite miteinander verbunden sind. Einerseits können damit umsteigende Passagiere ihren Anschlussflug im jeweils anderen Terminal einfach erreichen, andererseits haben Fluggesellschaften innerhalb gewisser Grenzen eine freiere Wahl bei der Terminalnutzung.
Das im Osten des Abfertigungsbereiches und dessen halbkreisförmiger Zufahrtsstraße gelegene Terminal 1 dient vorwiegend Flügen im Schengen-Raum. Auf der Vorfeldseite dieses Terminals befinden sich drei Piers mit über 30 gebäudenahen Abstellpositionen für Mittelstreckenflugzeuge mit dazugehörigen Fluggastbrücken. Von zwischen den Piers gelegenen Boarding Areas aus werden Passagiere mit Bussen zu weiter entfernt abgestellten Flugzeugen (oft von Billigfluggesellschaften) gebracht. Ausgänge dieser Art gibt es auch in den Piers selbst. In westlicher Richtung folgte bis zu seinem Abriss im Jahr 2018 das kleine Terminal 2 für Billig- und Charterfluggesellschaften, das einer Erweiterung des Terminal 1 weichen musste. mini|Flughafendiagramm Das zentral gelegene Terminal 3 ist in erster Linie für interkontinentale Flüge gedacht, weil auf dessen Vorfeldseite die entsprechenden Kapazitäten für die Abfertigung von Großraumflugzeugen vorhanden sind. Dabei handelt es sich um einen Pier, einen Satelliten und Teile eines älteren Piers mit knapp 30 gebäudenahen Abstellpositionen und dazugehörigen Fluggastbrücken. Der Satellit ist durch einen Peoplemover mit dem Terminal verbunden. Das Terminal 3 soll in westlicher Richtung erweitert werden, weswegen ein westlich an das Terminal angrenzendes kleines Gebäude zur Abfertigung von Staatsgästen abgerissen werden müsste.Kurzinformation zum Cerimoniale di Stato neben dem T3 auf mapei.com
Der Flughafen hat zwei Gepäcksortieranlagen. Eine Anlage befand sich lange Zeit im Hauptgebäude des Terminal 3 und wurde dann in dessen Pier von einer neuen abgelöst, wodurch nach Umbauten die Abfertigungskapazität des Hauptgebäudes gesteigert werden konnte. Neu ist auch die Gepäcksortieranlage beim Terminal 1, die östlich des Terminals in einem ehemaligen Frachtgebäude installiert wurde.Kurzbeschreibung der T1-Anlage auf spea-engineering.it (englisch)Pressemitteilung zum BHS vom 18. Dezember 2018 auf leonardocompany.com (englisch)
Innerhalb des halbkreisförmigen Terminalbereiches befinden sich Parkplätze, Parkhäuser, Verwaltungs- und Dienstleistungseinrichtungen, ein Flughafenhotel und der Bahnhof. Im Osten des Flughafengeländes liegen mehrere Langzeitparkplätze und ein weiteres Hotel. Dort wurde im August 2005 auch die neue Cargo City eröffnet, die der Abwicklung des Luftfrachtverkehrs dient. Im Oktober 2022 ging in diesem Bereich der erste Vertiport Italiens versuchsweise in Betrieb, der Beginn der kommerziellen Nutzung sollte ab 2024 erfolgen. Im Südosten befindet sich ein Flugzeug-Wartungszentrum mit insgesamt sechs Hangars und verschiedene Einrichtungen der Atitech und der ITA Airways.ADR-Lagepläne
In der Nähe des Flughafens wurde entlang der Autobahn A91 der neue, rund 160 Hektar große Stadtteil Parco Leonardo gebaut. Hier gibt es unter anderem Einkaufszentren, Vergnügungsparks und Fußgängerzonen. Unmittelbar östlich schließt die Messe Rom (Fiera di Roma) an.Website der Messe Rom (italienisch/englisch) Der Parco Leonardo und die Fiera di Roma sind vom Flughafen und von der Innenstadt aus mit der S-Bahn FL-1 zu erreichen.
Start- und Landebahnen Der Flughafen hat drei Start- und Landebahnen und eine Reservebahn. Die beiden rund vier Kilometer voneinander entfernt gelegenen und parallel in Nord-Süd-Richtung verlaufenden, 3900 Meter langen Runways 16R/34L und 16L/34R können unabhängig voneinander betrieben werden. In der Hauptanflugrichtung 16 (von Norden) sind sie für die Allwetterflugbetriebsstufe CAT IIIb zugelassen, in der Anflugrichtung 34 nur für CAT I.Apt Roma Fiumicino, All Weather Operations, Lettera di Operazioni. ENAV-AdR, 10. Oktober 2017 Auf der ganz im Nordosten gelegenen 16L/34R landen vorwiegend Flugzeuge aus dem Schengen-Raum, deren Abfertigung in der Regel am Terminal 1 erfolgt. Die entlang der Küste verlaufende 16R/34L nutzen hauptsächlich Flugzeuge, die Ziele außerhalb des Schengen-Raumes anfliegen oder von dort kommen, darunter viele Großraumflugzeuge, die am Terminal 3 und dessen Satelliten abgefertigt werden. Die zwischen den beiden parallelen Pisten gelegene, 3300 Meter lange Runway 07/25 dient in der Regel für Starts nach Westen bei entsprechendem Westwind. Für sehr seltene Landungen in Anflugrichtung 25 (von Osten) steht ein ILS CAT I zur Verfügung, für noch seltenere aus Westen (vom Meer kommend) keines.
Im Jahr 1999 wurde die Rollbahn der im Nordosten gelegenen 16L/34R zur Reservebahn 16C/34C ausgebaut. Da sehr viele Landungen auf der 16L/34R stattfinden, ergab sich dort wegen des stärkeren Verschleißes und des weniger tragfähigen Untergrunds In: associazionegeotecnica.it ein höherer Wartungsbedarf. Fanden auf der 16L/34R Sanierungsarbeiten statt, wurde die 3600 Meter lange Reservebahn 16C/34C aktiviert, die ihrerseits wiederum über einen eigenen, neuen Taxiway verfügt.
Zwischen 2008 und 2015 wurden sämtliche Pisten des Flughafens grundsaniert.Details. In: pavimental.it (auch Archiv) Die 16C/34C stand zuletzt von Mai bis Oktober 2015 als Start- und Landebahn zur Verfügung; seither dient sie wieder als Taxiway D.AIP Italia, Supplement 3/2015. In: enav.it Da der faktische Neubau der 16L/34R die Erwartungen voll erfüllt hat, wurden die Pistenmarkierungen der Reservebahn 16C/34C mittlerweile vollständig entfernt.
Im Januar 2025 wurde entlang der Ostseite der 16L/34R eine über zwei Kilometer lange Photovoltaikanlage zur Stromversorgung des Flughafens in Betrieb genommen.A Fiumicino viene aperta la Solar Farm, è il più grande impianto fotovoltaico europeo. italiavola.com, 20. Januar 2025
Geschichte mini|Östlicher Flughafenbereich (2008) mini|Terminal 3 mini|Wartungszentrum der Alitalia mini|Satellit im Nordwesten des Vorfelds mini|Der Bahnhof am Flughafen In den 1920er und 1930er Jahren wurde in Italien ein großer Teil des kommerziellen Luftverkehrs mit Flugbooten oder Wasserflugzeugen abgewickelt. Im Fall der Stadt Rom wurden diese in Ostia an der Tibermündung abgefertigt. Konventionelle Passagierflugzeuge flogen seinerzeit vorwiegend den Flughafen Rom-Urbe an, der im Norden von Rom am Tiber liegt. Diesen Flughafen sollten ursprünglichen Planungen zufolge beide Arten von Flugzeugen zusammen nutzen, wobei für die Flugboote ein Abschnitt des Flusses vorgesehen war. Aus Kapazitätsgründen blieb es zunächst bei der Aufgabenteilung zwischen Ostia und den Flugplätzen im Landesinneren. Mitte der 1930er Jahre nahmen Planungen für den Bau eines neuen Großflughafens im Südwesten von Rom Gestalt an. In Magliana, unweit des heutigen Flughafens Rom-Fiumicino, wurden am Tiber größere Flächen enteignet. Hier sollte das Projekt, konventionelle Flugzeuge und Flugboote an einem einzigen Flughafen abzufertigen, nach dem Muster des Flughafens Mailand-Linate in großem Stil realisiert werden. Der geplante Flughafen war Teil eines neuen, monumentalen Stadtteils, den Benito Mussolini für die 1942 vorgesehene Weltausstellung in Rom errichten ließ (Esposizione Universale di Roma). Der 1939 begonnene Bau des Flughafens wurde wegen des Zweiten Weltkriegs bald eingestellt und das Projekt dann ganz aufgegeben, auch weil die Flugboote im Luftverkehr zu diesem Zeitpunkt das Nachsehen hatten.Plan des Aeroporto della MaglianaWeiträumige Planung Aeroporto della Magliana
Bereits 1946 griff man das Projekt eines Großflughafens für die italienische Hauptstadt wieder auf, weil die Flughäfen Rom-Urbe und Rom-Ciampino den Ansprüchen nicht genügten. In Betracht gezogen wurden die Standorte Castel di Decima, Casal Palocco, Magliana und Fiumicino, die alle im Südwesten der Stadt liegen. 1947 entschied man sich schließlich für Fiumicino, obwohl es wie in Magliana Zweifel an der Tragfähigkeit des Untergrunds gab. In der Folge wurden die weiteren Flughafenplanungen mehrfach geändert und es kam auch zu einigen Baustopps. Bis 1956 waren die beiden zunächst geplanten und in T-Form angelegten Start- und Landebahnen fertig: Die an der Küste verlaufende Piste 16/34 (Bahn 1, heute 16R/34L) und die 07/25 (Bahn 2). Erst 1958 ergingen die Bauaufträge für ein großes Terminal (heute Terminal 3) im südöstlichen Bereich des Flughafengeländes, obwohl der Flughafen für die Olympischen Sommerspiele 1960 fertig werden sollte, was trotz plötzlich aufkommender hektischer Betriebsamkeit nicht ganz gelang. Zwar landete Staatspräsident Giovanni Gronchi am 20. August 1960 mit einer Convair CV-440 auf dem Flughafen Fiumicino, womit er offiziell eingeweiht wurde, der Umzug der Fluggesellschaften von Ciampino nach Fiumicino erfolgte jedoch erst in der Nacht vom 14. auf den 15. Januar 1961. Den regulären kommerziellen Flugbetrieb eröffnete eine Lockheed Constellation der Trans World Airlines.