Der Transversus-abdominis-plane-Block (kurz TAP-Block oder TAP-Blockade; von lateinisch-englisch Transversus abdominis plane block) ist ein regionales Lokalanästhesieverfahren, welches vor allem zur peri- und postoperativen Schmerzbehandlung bei Bauchraumeingriffen eingesetzt wird. Der TAP-Block erzeugt eine periphere Nervenblockade der anterolateralen Bauchwand. Es wird Lokalanästhetikum zwischen den Musculus obliquus internus und den Musculus transversus abdominis gespritzt, was durch die Nervenblockierung eine Analgesie beim Patienten zur Folge hat.
Anwendung Indikation Die Durchführung eines TAP-Blocks kann bei bauchchirurgischen Eingriffen erwogen werden, wenn das Operationsgebiet durch Nerven innerviert wird, die durch den TAP-Block erreicht werden (Th7-L2). Unter den richtigen Umständen kann der Block bei laparoskopischen Bauchraumeingriffen (z. B. Gallenblasenentfernung), aber auch bei Kaiserschnittoperationen, verwendet werden. Meist wird er unterstützend parallel zur Allgemeinanästhesie angewendet, das heißt der Patient erhält trotzdem eine Narkose.
Ziel Ziel der Durchführung eines TAP-Blocks ist die Verminderung von peri- und postoperativen Schmerzen bei chirurgischen Bauchraumeingriffen. Dies wird sonst durch die Gabe von Opioiden und anderen Schmerzmitteln erreicht, weshalb durch einen TAP-Block die zu verabreichende Dosis dieser Medikamente vermindert werden kann. Die Nervenblockade reduziert die Schmerzen des Zugangstraumas in der Bauchwand. Hierdurch können Nebenwirkungen der eingesetzten Schmerzmittel verringert werden und es besteht meist eine kontinuierliche Schmerzbehandlung auch noch im Aufwachraum oder darüber hinaus.
Durchführung Die Durchführung erfolgt heutzutage meist ultraschallgestützt und nicht mehr nach anatomischen Landmarken, d. h. der Punktionsort wird im Ultraschall dargestellt. So wird das Auftreten von Fehlinjektionen und ungewollten Strukturverletzungen minimiert.
Es gibt verschiedene mögliche Punktionsorte, welche unter anderem sowohl zu einer anderen Blockierungsdauer bestimmter Nervenabschnitte als auch zur Betäubung unterschiedlicher Körperareale führen.
Risiken und Nebenwirkungen Die bestehenden Risiken werden mit dem Patienten während des Narkoseaufklärungsgespräches besprochen.
Risiken und Nebenwirkungen des Verfahrens (beispielhaft): Verletzung naheliegender Strukturen wie zum Beispiel von Blutgefäßen (Blutung, Hämatombildung), Muskeln, Weichgewebe, Nerven, … Versagen des Blockes, das heißt die zu erreichenden Nerven werden nicht gut betäubt, insbesondere bei fettleibigen Patienten, da hier die Punktion schwieriger sein kann Einschleppen von Keimen trotz der sterilen Punktion: Infektion, Abszessbildung, Sepsis und deren Folgen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen der eingesetzten Medikamente (beispielhaft): Lokalanästhetikaintoxikation wie bei jeder Medikamentengabe besteht die Gefahr einer allergischen Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock und dessen Folgen
Alternativen Ob die Durchführung des TAP-Blocks sinnvoll ist, entscheiden der Chirurg oder Anästhesist. Es sollten mit dem Patienten im Aufklärungsgespräch auch Alternativen besprochen werden.
So muss für mediane Zugangstraumen meist ein beidseitiger Block durchgeführt werden. Zudem wirkt der TAP-Block nicht bei viszeralem Schmerz.
Es ist zu erwägen, ob eine reine intravenöse Analgesie für den Eingriff ausreichend ist. Diese geschieht während einer Operation meist durch Opioid-Gabe, wie z. B. Fentanyl.
Je nach Operation und anderen Faktoren kann ein rückenmarknahes Anästhesieverfahren (z. B. eine Periduralanästhesie) erwogen werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, einen "Erector Spinae Plane Block" (ESP-Block) durchzuführen. Je nach Lokalisation des Operationsgebietes kommen auch andere Lokalanästhesieverfahren in Frage.
Geschichte Der Transversus abdominis plane block wurde erstmals 2001 durch den Anästhesisten Ahmad Nadeem Rafi (damals Irland, jetzt Arkansas/USA)Der Artikel: A[hmad] N[adeem] Rafi: Abdominal field block: a new approach via the lumbar triangle. In: Anaesthesia (Medizinische Monatszeitschrift aus Großbritannien/Irland), Jg. 56, Heft 10 (Oktober 2001), S. 1024–1026, beschrieben. Zur richtigen Lokalisation der Nadelspitze wurde eine "single pop"-Technik verwendet, die anhand anatomischer Landmarken und durch den gespürten Resistenzverlust beim Durchstechen der passierten Strukturen im Petit-Dreieck (Trigonum lumbale) gekennzeichnet war. Später wurde eine "double pop"-Technik für die tiefer liegenden Nervensegmente T7 bis T12, den Nervus iliohypogastricus und den Nervus ilioinguinalis eingeführt. Diese Techniken führten aber laut später publizierten Studien häufig zu Fehlpunktionen.
Einzelnachweise
Kategorie:Anästhesie