Simone Herberger (geboren 1962 in Karl-Marx-StadtVier neue Vorsitzende Richterinnen und Richter am Oberlandesgericht Dresden in 2022, Medienservice Sachsen, 2. Dezember 2022, abgerufen am 8. Mai 2026.) ist eine deutsche Juristin und Richterin. 2017 wurde sie zur Richterin am Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen gewählt.
Beruflicher Werdegang Simone Herberger absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Elektromonteurin und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Berlin.
Ab 1988 war sie Richterin am Kreisgericht Karl-Marx-Stadt/Süd. 1991 wurde sie in den sächsischen Justizdienst übernommen, 1994 zur Richterin am Amtsgericht Chemnitz ernannt und 2000 dort zur weiteren aufsichtsführenden Richterin befördert. In den Jahren 2001 bis 2003 war sie an das Oberlandesgericht Dresden abgeordnet. 2003 wurde sie Vorsitzende Richterin am Landgericht Chemnitz. Dort saß sie zunächst der Jugendkammer vor, von 2008 bis 2022 führte sie den Vorsitz des Schwurgerichts.
Ab 1998 war sie Mitglied des Landesjugendhilfeausschusses und seit 2004 Mitglied des Präsidialrates. 2016 schlug sie der Sächsische Richterverein erneut für die Wahl zum Präsidialrat der ordentlichen Gerichtsbarkeit vor.
2008 wählte der Sächsische Landtag Herberger zum stellvertretenden Mitglied des Verfassungsgerichtshofs. Im Dezember 2017 wurde sie dann vom Sächsischen Landtag zum Mitglied des Verfassungsgerichtshofs des Freistaates Sachsen gewählt. Die Amtszeit beträgt neun Jahre.
Seit dem 1. September 2022 ist Herberger Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht Dresden.
Verfahren 2018 griff ein Syrer in Chemnitz einen Deutschen mit einem Messer an und verletzte ihn tödlich. Das Landgericht Chemnitz unter Vorsitz von Simone Herberger verurteilte 2019 den Angeklagten wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu neuneinhalb Jahren Freiheitsstrafe. Die Verteidigung warf der Kammer Befangenheit vor und ging in Revision. Das Urteil wurde mit Beschluss vom 14. April 2020 - 5 StR 14/20 - des fünften Strafsenats des Bundesgerichtshofs in Leipzig im Mai 2020 bestätigt. In der Folge der Straftat war es zu Ausschreitungen gekommen. Äußerungen des damaligen Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen zu den Vorfällen führten dazu, dass dieser in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde.
Aufsehen erregte 2021 ein Verfahren, in dem eine 67-jährige Frau für den 2003 geschehenen Mord an ihrem Ehemann zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Das Schwurgericht unter Vorsitz von Simone Herberger sah es als erwiesen an, dass die Frau ihrem Ehemann Schlafmittel ins Essen gemischt und ihm dann Cognac und Desinfektionsmittel eingeflößt hatte.
Als Vorsitzende Richterin des Staatsschutzsenats des OLG Dresden führt Simone Herberger den seit November 2025 laufenden Prozess gegen die mutmaßliche NSU-Unterstützerin Susann E.Joachim F. Tornau: Zeugen mauern im NSU-Prozess – Richterin droht mit Strafverfahren. fr.de, 18. Dezember 2025, abgerufen am 8. Mai 2026 und den am 23. Januar 2026 eröffneten Prozess gegen die mutmaßlich terroristische Vereinigung „Sächsische Separatisten“.Prozess gegen „Separatisten“ in Dresden begonnen, sueddeutsche.de, 23. Januar 2026, abgerufen am 8. Mai 2026.
Weblinks Foto von Simone Herberger
Einzelnachweise
Kategorie:Richter (Landgericht) Kategorie:Richter (Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1962 Kategorie:Frau