Karl Schubarth-Engelschall (* 25. September 1934 in Chemnitz; † 2. März 2025 in Berlin Christoph Rauch: Nachruf im Forum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, 2025.) war ein deutscher Ethnologe, Arabist und Bibliothekar. Von 1965 bis 1991 war er Direktor der Abteilung Asien/Afrika an der Deutschen Staatsbibliothek in Ost-Berlin.

Leben Schubarth-Engelschall wuchs in Sachsen auf, insbesondere Leipzig, wo er Ethnologie, Prähistorie, Anthropologie, Volkskunde, Arabistik und Hebraistik studierte.Herrn Dr. Schubarth - Engelschall Dank und gute Wünsche zum Abschied aus der Staatsbibliothek. In: Mitteilungen. Band 8. Staatsbibliothek zu Berlin, Preussischer Kulturbesitz. 1999, S. 335. Nach Erlangen des Diploms 1956Jahrbuch der Bibliotheken, Archive und Informationsstellen der Deutschen Demokratischen Republik. Band 10. 1979, S. 520. begann er als Referendar für die Deutschen Staatsbibliothek in Ost-Berlin zu arbeiten. 1957 wurde er wissenschaftlicher Bibliothekar in der dortigen Orientabteilung (Abteilung Asien/Afrika). Bereits 1961 wurde Schubarth-Engelschall kommissarischer und 1965 regulärer Leiter dieser Abteilung, da ein Nachfolger für Guido Auster gesucht wurde, der nach Errichtung der Mauer in West-Berlin geblieben war. 1965 promovierte Schubarth-Engelschall in Leipzig über Arabische Berichte muslimischer Reisender und Geographen des Mittelalters über die Völker der Sahara. Zu seinen Hauptaufgaben gehörte der Neuaufbau der Orientabteilung, da nach der kriegsbedingten Teilung der Bibliothek rund 75 % der Bestände nach Marburg und später Westberlin abgegangen waren. 1973 wurde Schubarth-Engelschall die Verdienstmedaille der DDR verliehen.Zentralblatt für Bibliothekswesen. Band 88. 1974, S. 128. Nach der deutschen Wiedervereinigung war er verantwortlich für die Zusammenführung der Ost- und der Westberliner Fachabteilungen zur Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Mit Erreichen der Altersgrenze schied er 1999 kurz nach seinem 65. Geburtstag aus dem aktiven Dienst der Staatsbibliothek aus.

Schubarth-Engelschall war außerdem Herausgeber bzw. Mitherausgeber verschiedener Publikationen der Staatsbibliothek. Die Reiseaufzeichnungen von Leo Africanus aus dem 16. Jahrhundert gab er in der Reihe Klassische Reisen in einer (unvollständigen) Volksausgabe heraus, ein Werk, worin der aus Fès stammende italianisierte Maure und christlich getaufte Autor seine Reisen in Nordafrika, am Niger, in Guinea, bei den Mandingo und Haussa sowie nach dem Tschadsee und Ägypten beschreibt.vgl. den Beitrag von Richard Thurnwald in: Hermann Baumann, Diedrich Westermann, Richard Thurnwald: Völkerkunde von Afrika: mit besonderer Berücksichtigung der kolonialen Aufgabe. Essener Verlagsanstalt, 1940 (hier S. 558).

Schubarth-Engelschall galt als einer der besten deutschsprachigen Kenner der islamischen Afrikaforschung.

Publikationen (Auswahl) Arabische Berichte muslimischer Reisender und Geographen des Mittelalters über die Völker der Sahara. Abhandlungen und Berichte des Staatlichen Museums für Völkerkunde Dresden, Band 27. Berlin: Akademie-Verlag, 1967 Johann Leo Africanus; Karl Schubarth-Engelschall (Hrsg.): Beschreibung Afrikas. Leipzig 1984 (unvollständige Volksausgabe) Die Bibliothek und Du. Eine Einführung in die Benutzung der Bibliotheken und ihrer Literatur. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig, 1972 50 Jahre Orientalische Abteilung / Deutsche Staatsbibliothek : 1919–1969. Hrsg. von Karl Schubarth-Engelschall. Leipzig: Bibliographisches Institut 1969

Siehe auch La descrittione dell’Africa

Literatur Johann Leo Africanus; Karl Schubarth-Engelschall (Hrsg.): Beschreibung Afrikas. Leipzig 1984 (unvollständige Volksausgabe)

Weblinks Islamische Handschriften und Papyri in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Eine alphabetische Bibliographie) – Serdar Aslan

Einzelnachweise und Fußnoten

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