mini|„Die Jagd auf den kalydonischen Eber“, Gemälde von Peter Paul Rubens: Der tödlich verletzte Ankaios liegt am Boden während Meleagros den Eber mit dem Speer bekämpft. Ankaios () ist in der griechischen Mythologie der Sohn des Lykurgos und der Eurynome oder KleophileBibliotheke des Apollodor 3,9,2 oder Antinoë. Die Brüder des tegeatischen Heros waren Iasos, Epochos, Amphidamas und Kepheus.Bibliotheke des Apollodor 1,8,2 Die letzteren beiden werden von Apollonius Rhodius als Söhne des Aleos bezeichnet.Apollonius Rhodius 1,104
Sein Großvater Aleos will ihn von der Teilnahme an der Argonautenfahrt abhalten und versteckt seine Ausrüstung im Stall. Trotzdem nimmt er auf Geheiß seines Vaters an dem Unternehmen teilBibliotheke des Apollodor 1,9,10; Hyginus Mythographus, Fabulae 14,17; Apollonius Rhodius 1,16,4; Pausanias 8,4,7Orphische Argonautika 199. und trägt anstatt einer Rüstung ein Bärenfell und als Waffe eine Doppelaxt.Apollonius Rhodius 1,169; Valerius Flaccus, Argonautica 3, 138–141, vergleiche Gesine Manuwald, Kommentar zu Val. Flacc. 3, 138, 140, Seite 103, books.google.com. Er gilt nach Herakles als einer der stärksten und sitzt deshalb mit diesem auf der mittleren Ruderbank der Argo,Apollonius Rhodius 1,398; 1,631. tötet mit ihm die OpferstiereApollonius Rhodius 1,426. und greift zuerst die Bebryker an.Apollonius Rhodius 2,118.
Zurückgekehrt nimmt er an der Jagd auf den kalydonischen Ebers teil.Pausanias 8,4,7 und 8,45,2; Overbeck, Met. 8,315. Er ist einer der Wortführer, die dafür plädieren, dass Atalante als Frau nicht an der Jagd teilnehmen dürfe. Meleagros setzt jedoch durch, dass sie die Jagdgemeinschaft begleiten darf. Als man den Eber umzingelt hat, stürmt Ankaios todesmutig auf das Untier. Dieses verletzt ihn nun mit den Hauern so schwer, dass er stirbt.Ovid, Metamorphosen 8,391.
Sein Sohn ist Agapenor, der auch um Helena wirbtBibliotheke des Apollodor 3,10,8. und den Griechen 60 Schiffe zum Krieg gegen Troja stellt.Homer, Ilias 2,609.
Ankaios war bei den Arkadiern beliebt und man feierte ihm zu Ehren noch zu späteren Zeiten ein Fest. Er war auch im Giebel des Tempels der Athena Alea in Tegea, einem Werk des Bildhauers Skopas, wo die Jagd auf den kalydonischen Eber abgebildet war, mit dargestellt. Der verwundete Ankaios wird mit seiner stehenden Waffe, der Doppelaxt von Epochos gestützt.Pausanias 8,45,4; Overbeck, Schriftquellen 1150. Er erschien auch auf einem Gemälde des Aristophon von Thasos.Plinius der Ältere Naturalis historia 35,36; Overbeck 1127,1, vgl.: Otto Jahn: Berichte der sächsischen Gesellschaft der Wissenschaft. 1848, S. 127. Erhalten ist sein Bild noch auf einem griechischen Terrakottareliefvgl.: Otto Jahn: Berichte der sächsischen Gesellschaft der Wissenschaft. 1848, S. 127. und auf mehreren Vasenbildern.Gerhard: Auserlesene Vasenbilder. Band 3, S. 155, Tafel 235-237; Stephani: Compte rendu. 1867, S. 68ff, 80ff; Annali dell instituto. 1868, S. 320; vgl. Bulletino dell inst. 1846, S. 131; Kekulé: de fab Meleag. S. 34ff; Körte: Die Personifikationen etc. S. 66ff; Preller: gr M. 28, S. 306–307. Allen bildlichen Darstellungen gemeinsam sind die auch literarisch bezeugte Verwundung und seine Charakterisierung durch Bärenfell und Doppelaxt.
Literatur Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen. Die Heroen der Griechen. Band 2, 1996, ISBN 3-423-30031-0, S. 97, 99–101 Wilhelm Heinrich Roscher: Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1, S. 507.
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