Der FK Partizan (vollständiger offizieller Name auf Serbisch: , Fudbalski klub Partizan; deutsch: Fußballklub Partizan) – gewöhnlich Partizan, auch bekannt als Crno-beli („Die Schwarz-weißen“), Parni valjak („Die Dampfwalze“) oder im deutschen Sprachraum auch Partizan Belgrad genannt – ist die Fußballabteilung des serbischen Sportvereins Partizan, die im Belgrader Stadtbezirk Savski Venac beheimatet ist, genauer im Ortsteil Stadion.
Der Hauptstadtklub hat seine ganze Geschichte in der Spitzengruppe des jugoslawischen und serbischen Fußballs verbracht. Er gewann insgesamt 46 Trophäen, davon 27 nationale Meisterschaften, 16 nationale Pokale, 1 nationalen Supercup, 1 Mitropapokal 1978, sowie den Uhrencup 1989. Daneben belegt der Verein in der ewigen Tabelle der 1. jugoslawischen Liga den zweiten Platz. Partizan ist damit hinter Stadtrivale Roter Stern der zweiterfolgreichste Fußballklub Serbiens und des ehemaligen Jugoslawien. Der Verein wurde 1945 von hohen Offizieren der jugoslawischen Volksarmee als Teil des Sportvereins Partizan gegründet.
Das Heimstadion ist das Stadion Partizana, in dem der Klub seit 1949 spielt. Partizan war Teilnehmer am ersten Spiel des erstmals ausgetragenen Europapokals der Landesmeister im Jahr 1955 gegen Sporting Lissabon. In diesem Jahr wurde Milutinović auch zum besten Torschützen mit 8 Toren in diesem Wettbewerb. Im Jahr 1966 erreichte Partizan zudem als erster Verein aus Südost- und Osteuropa das Finale des Europapokals der Landesmeister, in dem man Real Madrid knapp unterlag.
Laut einer Umfrage ist Partizan nach Roter Stern der zweitbeliebteste Fußballklub in Serbien, mit dem der Verein eine der bekanntesten sportlichen Rivalitäten des Fußballs verbindet, bekannt als Večiti derbi („Ewiges Derby“). Der Klub ist auch sehr beliebt in Montenegro und Bosnien und Herzegowina, letzteres vor allem in der bosnisch-serbischen Teilrepublik Republika Srpska. Partizan hat auch zahlreiche Anhänger in allen anderen ehemaligen jugoslawischen Republiken sowie in der serbischen und jugoslawischen Diaspora. Die Fans von Partizan Belgrad nennen sich Grobari (auf Deutsch die Totengräber).
Geschichte 1945–1949: Die Gründungsphase und erstes Double mini|Koča Popović 1943 in Drvar, als Offizier der Partisanen und späterer Mitbegründer von Partizan Die Vorbereitungen für die Gründung des FK Partizan dauerten mehrere Monate und fanden während des Zweiten Weltkriegs statt.Issuu.com: Istorijat Partizana (serbisch) Zu dieser Zeit war Belgrad seit fast einem Jahr (20. Oktober 1944 Schlacht um Belgrad) durch die Partisanen mit der Unterstützung der sowjetischen Einheiten von der deutschen Wehrmacht befreit. Svetozar Vukmanović „Tempo“, ein junger Offizier der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee, der sogenannten jugoslawischen Partisanen, befürwortete besonders den Gedanken, dass nahe dem Hauptquartier der Volksbefreiungsarmee in der Hauptstadt Belgrad ein Fußballverein entstehen sollte, der Fußballinteressierte und Angehörige der Armee zusammenbringen und schließlich als Vorbild für die Entstehung weiterer Sportvereine dienen sollte, die Verbindungen zur Armee hatten. Bereits im Sommer 1945 fand eine von der nun Jugoslawischen Volksarmee, die formell aus den Partisaneneinheiten gebildet wurde, organisierte Meisterschaft statt, an der rund 400 Fußballspieler teilnahmen, unter ihnen ein Dutzend vorkriegsbekannte Spieler, darunter auch jugoslawische Nationalspieler und Armeeangehörige. Schon damals erstellte man eine Liste mit den besten Spielern, wovon einige nach Beschluss der Vereinsgründung in die Hauptstadt eingeladen wurden, um Teil der ersten Mannschaft in der Geschichte Partizans zu werden. Bereits zu dieser Zeit befand sich unter den Angereisten Stjepan Bobek, heute einer der bekanntesten Spieler der Clubgeschichte.
Partizan wurde schließlich am 4. Oktober 1945 von jungen Generälen der Jugoslawischen Volksarmee gegründet, unter ihnen befanden sich neben Svetozar Vukmanović „Tempo“ auch Otmar Kreačić „Kultura“, Peko Dapčević, Ratko „Čoče“ Vujović sowie Koča Popović und Mijalko Todorović „Plavi“, die den Club als Fußballabteilung des Jugoslovensko sportsko društvo Partizan (deutsch: Jugoslawischer Sportverband Partizan) ins Leben riefen, der zu Ehren der jugoslawischen Partisanen benannt wurde, zu denen die Generäle zuvor gehörten. Der Fußballabteilung folgte noch am selben Tag die Gründung der Abteilungen für Leichtathletik, Schach, Basketball und Volleyball, besonders auf Initiative des enthusiastischen Vukmanović, der schließlich zum ersten Vereinspräsidenten bestimmt wurde. Heute sind neben dem Fußballclub besonders der Basketball- und der Wasserballclub Partizans das Aushängeschild des Kollektivs, letzterer ist mit sieben Champions-League-Siegen eines der drei erfolgreichstes Teams in der Geschichte der europäischen Wasserballs.
Der gefeierte Kriegskommandant der Jugoslawischen Armee im Zweiten Weltkrieg Peko Dapčević, später einer der Präsidenten des JSD Partizan, (serbisch: Југословенско спортско друштво Партизан, Jugoslovensko sportsko društvo Partizan, deutsch: Jugoslawischer Sportverband Partizan) schrieb in einem Glückwunschschreiben 1995 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums, wie und wann die Idee geboren wurde, Partizan zu gründen.
Am 6. Oktober 1945, zwei Tage nach der Gründung, hatte FK Partizan mit dem Testspiel gegen eine Auswahl des Belgrader Stadtbezirks Zemun bereits seine erste Begegnung, die vor 200 Zuschauern mit 4:2 gewonnen wurde. Florijan Matekalo erzielte das erste Tor in der Vereinsgeschichte, während Franjo Glazer Partizans erster Trainer wurde. Die erste Startelf der Geschichte Partizans war die folgende: Čulik, Čolić, Beleslin, Čajkovski, Đurđević, Švaljek, Šereš (Boba Mihajlović), Atanacković, Rupnik, Božović i Matekalo, (Matekalo erzielte zwei Tore, Šereš und Rupnik je eins). Es folgten sieben weitere Spiele, die der Verein alle für sich entscheiden konnte. Dabei erzielte Partizan 45 Tore und kassierte keinen Gegentreffer. In den ersten drei Monaten seines Bestehens absolvierte Partizan auch einige erfolgreiche Begegnungen gegen ausländische Mannschaften. Am 20. Oktober, dem Jahrestag der Befreiung der Hauptstadt durch die Belgrader Operation, spielte man gegen die Auswahl von Prag, gegen die der Verein vor 7000 Zuschauern mit 1:4 seine erste Niederlage kassierte. Am 28. Oktober spielte der Club in der Tschechoslowakei (1918–1992) seine erste Begegnung auf fremdem Boden, genauer in der heutigen slowakischen Stadt Banská Bystrica, wo die Auswahl der slowakischen Streitkräfte mit 3:1 besiegt wurde. Ein paar Tage später gewann Partizan gegen die Auswahl der Banská Bystrica mit 4:1. Am 6. Dezember 1945 wurde Partizan dann zum zweiten Mal durch die Mannschaft von Dynamo Moskau mit 4:3 besiegt.
Zu der Zeit, nur wenige Monate nach der Befreiung Belgrads von der militärischen Besatzung durch das faschistische Deutsche Reich (1933–1945) und durch den ebenso faschistischen Unabhängigen Staat Kroatien (1941–1945), war im blockfreien sozialistischen Jugoslawien (1945–1992) noch kein organisierter Fußballwettbewerb möglich, sodass Partizan nur an Freundschaftsspielen sowie Turnieren im In- und Ausland teilnahm. Das erste Spiel gegen einen ausländischen Verein absolvierte man 1945 gegen ZSKA Moskau.
Mit Illés Spitz (ungarisch: Spitz Illés, serbisch: Ilješ Špic / Иљeш Шпиц) kam 1946 ein sehr erfahrener Trainer zu Partizan, der zu dieser Zeit einen modernen Fußballstil nach Jugoslawien brachte. Seine Methoden waren im damaligen Jugoslawien revolutionär und prägten eine ganze Generation an neuen Spielern und Trainern, die nach ihm kamen. Er wird auch als einer der Mitbegründer der modernen Fußballschule von FK Partizan angesehen.
Als die jugoslawische Meisterschaft in der Saison 1946/47 erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ausgespielt wurde, konnte Partizan bereits bei seiner ersten Teilnahme unter der Führung des neuen Cheftrainers Illés Spitz den Titel erringen. Darüber hinaus komplettierte der Klub durch einen 2:0-Finalsieg gegen den FK Naša Krila Zemun im jugoslawischen Pokal den gelungenen Einstand zum ersten Double. Nach einer 0:3-Niederlage gegen den Stadtrivalen Roter Stern im Pokalfinale der darauffolgenden Saison konnte der Verein in der Saison 1948/49 die zweite Meisterschaft gewinnen, welche jedoch dann längere Zeit nicht wiederholt werden konnte. Von da an machten Dinamo Zagreb, Hajduk Split und vor allem Roter Stern die Meisterschaft erstmal unter sich aus.
1949–1959: Pokalsiege, Vizemeisterschaften und eigenes Stadion mini|300px|links|Erste dokumentierte Flagge Serbiens unter dem serbischen König Vladislav Nemanjić I. von 1281. Die Hauptfarben Rot und Blau bildeten die symbolische Grundlage für die ursprünglichen Vereinsfarbe, die 1958 durch das kommunistische Regime abgeschafft wurden. Nach dreijähriger Bauzeit spielte der Verein ab Oktober 1949 in seiner eigenen 55.000 Zuschauer aufnehmenden Spielstätte, dem Stadion der jugoslawischen Volksarmee bzw. dem Stadion JNA, heute als Stadion Partizana bekannt. Abgesehen von drei Pokalsiegen in den Jahren 1952, 1954 und 1957, bei denen man jedes Mal gegen Stadtrivalen gewann, davon zweimal gegen Roter Stern und einmal gegen Radnički, konnte der Verein vier Vizemeisterschaften in den 1950er gewinnen, die vor allem gegen Ende des Jahrzehnts einen deutlichen Aufwärtstrend einleiteten. Dabei lagen nur Dinamo Zagreb und Roter Stern je zweimal vor Partizan.
Ein Highlight dieser Zeit war die Teilnahme des Vereins an dem erstmals ausgetragenen Europapokal der Landesmeister 1955/56, zu dem Partizan trotz des lediglich vierten Platzes in der heimischen Meisterschaft gemeldet wurde. Am 4. September 1955 fand schließlich das erste Spiel dieses Wettbewerbs zwischen Partizan und Sporting Lissabon statt. Nachdem in der ersten Runde der portugiesische Vertreter besiegt wurde, schlug man im Rückspiel der Viertelfinalpartie Real Madrid mit 3:0, schied aber aufgrund der 0:4-Hinspielniederlage in Madrid aus dem Wettbewerb knapp aus. Partizan stellte dabei mit Miloš Milutinović, der acht Tore erzielte, den ersten Torschützen und zugleich den ersten Torschützenkönig des Europapokals der Landesmeister.
1958 musste der Verein auf Anweisung der kommunistischen Führung die Trikotfarbe ändern. Neu war die Vereinsfarbe Weiß und Schwarz, nicht mehr Rot und Blau, die zuvor symbolisch für die Hauptfarben der Serbischen Flagge standen, was dem Regime missfiel. Ebenso wurde das Vereinswappen geändert. Partizan war die erste Sportmannschaft in Jugoslawien der die schwarz-weisse Farbkombination hatte. In den 1950ern beendete der Verein zudem seine Armeezugehörigkeit und wurde ein unabhängiger Fußballverein unter dem Dachverband des Sportvereins Partizan, dessen erster Präsident Partizan-Mitbegründer, Generaloberst der jugoslawischen Volksarmee und jugoslawischer Volksheld Ratko Vujović wurde.
1959–1966: Meisterschaftshattrick und europäische Finalteilnahme mini|Die Aufstellungen im Europapokal der Landesmeister-Finale von 1966 zwischen Partizan und Real Madrid Die 1960er-Jahre begannen spektakulär für den Klub aus Belgrad. Die zuvor getroffene Entscheidung der Vereinsführung, sein Scouting im ganzen Land auszuweiten und sich dabei mit jungen, talentierten Spielen zu verstärken, führte schnell zum Erfolg. Partizan konnte hintereinander die ersten drei Meisterschaften des neuen Jahrzehnts gewinnen, der erste „Titel-Hattrick“ in der 1. jugoslawischen Liga. Durch die Effizienz dieser Generation erhielt der Klub den Spitznamen Parnji Valjak („Die Dampfwalze“).