Das Justizamt Hanau II war ein kurhessisches Gericht erster Instanz mit Sitz in Hanau, das von 1850 bis 1867 bestand.
Gründung Im Zuge der Neuorganisation von Verwaltung und Rechtsprechung im Kurfürstentum Hessen nach der Revolution von 1848 wurde auch die Gerichtsverfassung aufgrund § 14 Gesetz vom 31ten Oktober 1848 über die Einrichtung der Gerichte und der Staatsbehörde bei den GerichtenGesetz vom 31ten Oktober 1848 über die Einrichtung der Gerichte und der Staatsbehörde bei den Gerichten. In: Sammlung von Gesetzen etc. für Kurhessen Nr. 31, Oktober 1848, S. 163–176. neu strukturiert: Aus den Landgerichten wurden „Justizämter“ gebildetVerordnung vom 21ten März 1850 die Auflösung der Landgerichte in Justizämter betreffend. In: Sammlung von Gesetzen etc. für Kurhessen Nr. 3, März 1850, S. 15–18., deren Bezirke kleiner waren, als die der Vorgängergerichte. So entstanden aus dem Landgericht Hanau zum 1. Juli 1850 das Justizamt Hanau II und das Justizamt Hanau I.Verordnung vom 21ten März 1850 die Auflösung der Landgerichte in Justizämter betreffend. In: Sammlung von Gesetzen etc. für Kurhessen Nr. 3, März 1850, S. 15–18 (18).
Ende Nach dem verlorenen Krieg von 1866 annektierte das Königreich Preußen das Kurfürstentum Hessen.Gesetz, betreffend die Vereinigung des Königreichs Hannover, des Kurfürstenthums Hessen, des Herzogthums Nassau und der freien Stadt Frankfurt mit der Preußischen Monarchie vom 20. September 1866. In: Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten Nr. 47, S. 555;Patent wegen der Besitznahme des vormaligen Kurfürstenthums Hessen vom 3. Oktober 1866. In: Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten Nr. 51, S. 594f.Allerhöchste Proklamation an die Einwohner des vormaligen Kurfürstenthums Hessen vom 3. Oktober 1866. In: Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten Nr. 51, S. 595f. Damit wurde auch Hanau preußisch und erhielt 1867 eine preußische Gerichtsverfassung. Preußen schloss zugleich mit dem Großherzogtum Hessen den Friedensvertrag vom 3. September 1866. Der beinhaltete auch, dass Rumpenheim an das Großherzogtum fiel.Art. 15 Friedensvertrag zwischen dem Großherzogthum Hessen und dem Königreiche Preußen vom 3. September 1866. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 43 vom 2. Oktober 1866, S. 403 (407). Rumpenheim schied so aus dem Bezirk des Justizamts Hanau II aus und wurde seitens des Großherzogtums Anfang des Jahres 1867 dem Landgericht Offenbach zugewiesen.Ziff. III und Nr. 3 Bekanntmachung betreffend die Gerichtsbarkeit in den durch den Friedensvertrag mit der Krone Preußen vom 3. September v. J. erworbenen Gebietstheilen vom 18. Dezember 1866. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 2 vom 9. Januar 1867, S. 9f.
Preußen legte die Bezirke der beiden Hanauer Justizämter wieder zusammenReus [ohne Seitenangabe], Abschnitte: Justizamt Hanau I und Justizamt Hanau II. und bildete daraus das Amtsgericht Hanau.Verordnung über die Gerichtsverfassung in dem vormaligen Kurfürstenthum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen, mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 26. Juni 1867. In: Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten Nr. 64, S. 1085;Verfügung vom 8. August 1867, – betreffend die Einrichtung nach der Allerhöchsten Verordnung vom 26. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstenthum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen, mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden neuen Gerichte. In: Justiz-Ministerial-Blatt für die Preußische Gesetzgebung und Rechtspflege Nr. 31 vom 9. August 1867, S. 221.
Gerichtsbezirk Der Gerichtsbezirk des Justizamtes Hanau II umfasste die GemeindenReus [ohne Seitenangabe], Abschnitt Justizamt Hanau II.:
Gemeinde Herkunft Zugang Abgang Nach Bruchköbel Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Dörnigheim Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Eichen Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Erbstadt Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Großauheim Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Großkrotzenburg Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Hanau Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Hochstadt Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Kesselstadt Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Kilianstädten Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Marköbel Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Mittelbuchen Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Niederdorfelden Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Niederissigheim Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Niederrodenbach Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Oberdorfelden Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Oberissigheim Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Oberrodenbach Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Ostheim Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Roßdorf Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Rüdigheim Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Rumpenheim Landgericht Hanau 1850 1866 Landgericht Offenbach Wachenbuchen Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau Windecken Landgericht Hanau 1850 1867 Amtsgericht Hanau
Gebäude Die Hanauer Gerichte hatten seit 1835 ihren Sitz im Altstädter Rathaus und erhielten 1842 ein Gerichtsgebäude im Bangert. Dies war ein freistehender, dreigeschossiger Bau mit einem großen Sitzungssaal, der in seiner Höhe zwei Stockwerke einnahm. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg bei den Luftangriffen auf Hanau zerstört.
Literatur Heribert Reus: Gerichte und Gerichtsbezirke seit etwa 1816/1822 im Gebiete des heutigen Landes Hessen bis zum 1. Juli 1968. Hg.: Hessisches Ministerium der Justiz, Wiesbaden .
Einzelnachweise
Kategorie:Gericht (Hanau) Hanau2