mini|Ziegelstempel der Legio VII Claudia aus Vršac mini|Verlauf der Limites in Dakien
Das Kastell Vršac ist das Militärlager von Vexillationen römischer Legionen und/oder von Auxiliartruppen auf dem Gebiet der Stadt Vršac (deutsch Werschetz, rumänisch Vârșeț, ungarisch Versec) in der serbischen autonomen Provinz Vojvodina.
Lage und Erkenntnisse Die Überreste des Kastells, von denen nichts mehr sichtbar ist, befinden sich direkt unter dem Zentralpark in einer „Cetate“ oder „Dealul Cetäcii“ genannten Flur. Der Fundplatz ist durch Felix Milleker seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bekannt,Felix Milleker: Geschichte der königlichen Freistadt Werschetz. Budapest 1886, S. 16–17. wissenschaftliche archäologische Ausgrabungen wurden jedoch bislang nicht vorgenommen. Administrativ gehörte der Bereich in römischer Zeit zur Provinz Dacia superior.
Es könnte sich bei dem Kastell Vršac um ein Vexillations- und/oder Auxiliarkastell handeln. Aufgrund einiger Kleinfunde wird angenommen, dass es bereits im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. gegründet worden ist. Einige Ziegelstempel- und Inschriftenfunde lassen auf die Anwesenheit von Soldaten der Legio IIII Flavia Felix, der Legio VII Claudia, der Legio XIII Gemina sowie zweier Hilfstruppenkontingente, der Cohors II Hispanorum und einer Reitereinheit, der Ala I Tungrorum Frontoniana, schließen.Gudea 1997, S. 28.
Fundverbleib und Denkmalschutz Die Funde werden im Gradski muzej (Stadtmuseum), dem vormaligen Narodni muzej (Volksmuseum) aufbewahrt.Offizielle Webpräsenz des Gradski muzej Vršac in lateinischer Schrift (rumänisch), abgerufen am 7. März 2021.
Der Schutz archäologischer Objekte und Zonen genießt in Serbien oberste Priorität und wird durch das 1994 definierte Denkmalschutzgesetz (Amtsblatt SG RS, 71/94) mit seinen nachfolgenden Änderungen und Zusätzen sowie durch spezielle Erlasse geregelt. Zuständig ist das zum Ministerium für Kultur gehörende serbische Denkmalamt in Belgrad. Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind erlaubnispflichtig. Die Beschädigung und Zerstörung von archäologischen Fundobjekten und Fundplätzen ist innerhalb von 24 Stunden den Behörden zu melden. Ohne Rücksprache mit dem serbischen Denkmalamt dürfen keine Antiken außer Landes gebracht werden. Vergehen werden als kriminelle Handlungen im Sinne der serbischen Gesetzgebung bestraft. Bei der Einreise in die Europäische Union ist mit Überprüfungen zu rechnen. (in serbischer Sprache).
Siehe auch Liste der Limeskastelle in Dakien
Literatur Nicolae Gudea: Der Dakische Limes. Materialien zu seiner Geschichte. In: Jahrbuch des Römisch Germanischen Zentralmuseums Mainz. Band 44, Nr. 2, 1997, S. 28, (doi:10.11588, Digitalisat; PDF; 194 MB).
Einzelnachweise
Vrsac Kategorie:Opština Vršac Vrsac Vrsac Kategorie:Erbaut im 2. Jahrhundert Kategorie:Befestigungsanlage in Serbien Kategorie:Kulturdenkmal (Serbien)