Eine Krankenstube ist ein u. a.Julia Wagner: Gesundheitliche Lage, Systeme der gesundheitlichen Versorgung und Inanspruchnahmeverhalten von gesellschaftlichen Randgruppen am Beispiel von wohnungslosen Menschen in Wien, Dissertation Medizinische Universität Graz, November 2011, S. 62 deutsches zeitgenössisches gesundheits- und sozialpolitisches Konzept zur stationären medizinischen und pflegerischen Versorgung verletzter und kranker Menschen in Alternative zum regulären medizinischen Versorgungssystem. Die Einführung von Krankenstuben wird seit 1999 vielerorts in der deutschen Zivilgesellschaft, seitens Kommunen und in der Fachwelt diskutiert, aber selten umgesetzt.
Begriffsgeschichte und heutige Definition Krankenstube Der Begriff Krankenstube taucht historisch vor allem in Veröffentlichungen aus der Militärgeschichte, der Armenfürsorge, dem Gefängniswesen oder der Gesundheitsversorgung von Menschen in ländlichen Gebieten auf.
1999 startete der Hamburger Caritasverband auf dem Gelände des ehemaligen Hafenkrankenhauses in St. Pauli sein Projekt zur stationären Versorgung nicht krankenversicherter – vor allem obdachloser – Menschen und nannte es „Krankenstube“.
Darunter wird seitdem eine Einrichtung verstanden, die unversicherten Kranken außerhalb des meist kommunal gesteuerten Regel- und Hilfssystems ein niedrigschwelliges Angebot zur stationären Gesundheitsversorgung macht.Juliane Pöthkow: Entwicklung eines kombinierten Wohn- und Pflegeangebotes für hilfe- und pflegebedürftige wohnungslose Menschen in Hamburg. (PDF; 968 kB) Bachelor-Thesis, HAW Hamburg, 2013, S. 46
Geschichte und Aufgaben seit Ende des 20. Jahrhunderts Seit dem Start des Caritas-Projekts 199 wurde die Einführung vergleichbarer Einrichtungen in deutschen Kommunen und Stadtstaaten diskutiert.Drucksache 19/863 S vom 30. Oktober 2018. (PDF) Bremische Bürgerschaft: Antrag der CDU-Fraktion Lange war die Hamburger Krankenstube die einzige Einrichtung, mittlerweile gibt es auch welche in Hannover und Köln.Pflegeeinrichtung für wohnungslose Menschen. (PDF; 3,9 MB) Diakonie Hamburg, Konzept 2008, 24 S. 2019 kündigte Bremen die Einführung einer Krankenstube an, aber das Projekt verzögerte sich (Stand: 2021).
Krankenstuben gibt es in der Obdach- und Wohnungslosenhilfe. Grundsätzlich wird das Konzept im Bereich der stationären medizinischen Akutversorgung und pflegerischen Betreuung nicht krankenversicherter Menschen angewandt, die keinen oder nur schlechten Zugang zur Regelversorgung in Krankenhäusern haben. Es gibt in Deutschland keine Angebote dieser Art auf Kommunal-, Landes- oder gar Bundesebene, da Krankenstuben niedrigschwellig außerhalb des öffentlichen Regelsystems arbeiten. Entsprechende Projekte sozialer Trägern werden meist von der öffentlichen Hand gefördert. Für Fehlbedarfe – den Eigenanteil im Budget jenseits von Förderung – sind Krankenstuben meist zusätzlich auf private Spenden angewiesen.
Fachliche und wissenschaftliche Rezeption
Weblinks Hamburger Krankenstube via Gesundheitszentrum St. Pauli
Einzelnachweise
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