Natalie Ruth Sciver-Brunt (* 20. August 1993 in Tokyo, Japan) ist eine englische Cricketspielerin. Sie spielt als All-rounderin seit 2013 in der englischen Nationalmannschaft und im nationalen Cricket für Surrey.

Kindheit und Ausbildung Ihre Mutter Julia Longbottom war beim Foreign and Commonwealth Office angestellt, als Sciver in Japan geboren wurde. Später wuchs sie in den Niederlanden und Polen auf, wo sie eine Sportschule in Warschau besuchte und zunächst Fußball spielte. Nachdem sie als Jugendliche nach England gekommen war, konzentrierte sie sich auf Cricket, das sie in den Niederlanden erlernt hatte. Sie spielte für den Club von Stoke d'Abernon und wurde in die Cricket-Akademie von Surrey aufgenommen. Sie studierte „Sports and Exercise Sciences“ an der Loughborough University.

Aktive Karriere Etablierung in der Nationalmannschaft Sie konnte sich schnell im nationalen Cricket für Surrey etablieren und nachdem sie 2012 und 2013 zwei gute Saisons absolviert hatte, wurde sie für die Tour gegen Pakistan im Juli 2013 nominiert. Dort absolvierte sie ihr erstes WTwenty20 und WODI und konnte im zweiten WODI 3 Wickets für 28 Runs im Bowling erzielen und wurde als Spielerin des Spiels ausgezeichnet. Sie etablierte sich im Nationalteam und bestritt so auch die weiteren Touren der Nationalmannschaft in diesem Jahr. Ihre erste wichtige Leistung im WTwenty20 konnte sie bei einem Drei-Nationen-Turnier in den West Indies im Oktober 2013 gegen Neuseeland erzielen, als ihr 4 Wickets für 21 Runs gelangen. Dabei erzielte sie einen Hattrick. Auf der Tour in Australien spielte sie ihren ersten Test und konnte dort 49 Runs im ersten Innings erzielen. Bei der gleichen Tour erzielte sie im zweiten WODI ihr erstes internationales Half-Century mit 57 Runs.

Ihre erste Weltmeisterschaft spielte sie beim ICC Women’s World Twenty20 2014 und konnte in der Vorrunde gegen die West Indies (für 18 Runs) und Bangladesch (für 10 Runs) jeweils 3 Wickets erzielen. Im Finale gegen Australien konnte sie zwar 2 Wickets für 12 Runs erzielen, was jedoch nicht zum Gewinn des Titels reichte. Im Sommer gehörte sie zu den ersten Frauen in England die einen zentralen Vertrag bekamen.

Auf der Tour in Neuseeland im Februar 2015 konnte sie mit 65* Runs im fünften Spiel die WODI-Serie für England sichern. Gegen Australien im Sommer 2015 gelangen ihr im ersten WODI 66 Runs und sie wurde zur Spielerin des Spiels ausgezeichnet. Im dritten WTwenty20 der Tour konnte sie sowohl 47 Runs, wie auch 4 Wickets für 15 Runs erzielen.

Entwicklung zur wichtigen Schlag-Frau Ihre zweite Weltmeisterschaft spielte sie beim ICC Women’s World Twenty20 2016 im März 2016, bei dem sie mit dem Team im Halbfinale gegen Australien ausschied. Auf der Tour gegen Pakistan im Sommer 2016 erzielte sie im zweiten WODI 80 und im dritten WODI 48 Runs. Im Oktober des Jahres in den West Indies erzielte sie zwei Mal 58 Runs, und in Sri Lanka zwei weitere Half-Centuries (51 und 77 Runs).

Beim Women’s Cricket World Cup 2017 konnte sie zunächst gegen Pakistan ihr erstes internationales Century über 137 Runs in 92 Bällen erzielen. In einem weiteren Vorrundenspiel gegen Neuseeland konnte sie ein weiteres Century über 129 Runs in 111 Bällen erzielen und wurde als Spielerin des Spiels ausgezeichnet. Im Finale gegen Indien war sie die wichtigste Schlagfrau, als ihr ein Half-Century über 51 Runs gelang und sie so wichtigen Anteil am Titelgewinn Englands hatte. Für diese Leistung wurde sie im April 2018 zu einem der Fünf Wisden Cricketers of the Year ernannt.

Bei einem Drei-Nationen-Turnier im März 2018 erzielte sie 68* und 50 Runs gegen Australien. Im Verlaufe des Jahres erzielte sie noch weitere Half-Centuries und kam so beim ICC Women’s World Twenty20 2018 im November in den West Indies zum Einsatz. Ihre dortigen beste Leistungen waren 3 Wickets für 4 Runs gegen Südafrika in der Vorrunde und 52* Runs gegen Indien im Halbfinale. Jedoch unterlag sie mit ihrem Team im Finale gegen Australien. Im Frühjahr 2019 auf den Touren in Indien (85 Runs) und Sri Lanka (93 Runs) konnte sie jeweils ein Half-Century erzielen. Bei der Women’s Ashes 2019 konnte sie im WTest 88 Runs im ersten Innings erzielen. Ein weiteres WODI-Century gelang ihr auf der Tour gegen Pakistan in Malaysia im Dezember 2019, als sie 100* Runs in 85 Bällen erzielte.

Aufstieg zur Kapitänin Beim ICC Women’s T20 World Cup 2020 im Februar 2020 konnte sie in der Vorrunde gegen Südafrika (50 Runs) und Thailand (59* Runs) jeweils ein Half-Century erzielen. Jedoch schied sie mit dem Team auf Grund der schlechteren Vorrundenleistung im Halbfinale gegen Indien aus. Auf der folgenden Tour gegen die West Indies konnte sie im dritten WTwenty20 82 Runs erzielen. Im Februar 2021 gelang ihr im zweiten WODI der Serie in Neuseeland neben einem Fifty über 63 Runs drei Wickets (3/26), wofür sie ausgezeichnet wurde. In der Saison 2021 traf das Team auf Indien, wobei sie in den WODIs ein Fifty über 74* Runs und in den WTwenty20s ein weiteres über 55 Runs erreichte. Im Februar 2022 reiste die Mannschaft zur Ashes-Tour nach Australien. Dabei erreichte sie im WTest ein Fifty (58 Runs) und drei Wickets (3/41), bevor ihr in der WODI-Serie ein Century über 109* Runs aus 85 Bällen gelang. Im März folgte der Women’s Cricket World Cup 2022. Hier erzielte sie in der Vorrunde ein Fifty (61 Runs) gegen Neuseeland, womit sie den Sieg sicherstellte und als Spielerin des Spiels ausgezeichnet wurde. Das Team erreichte das Finale gegen Australien, wo sie ein Century über 148* Runs aus 121 Bällen beisteuerte, was jedoch nicht reichte, um die Vorgabe einzuholen.

In der Saison 2022 kam Südafrika nach England. Im WTest erzielte sie ein Century über 169* Runs aus 263 Bälle, wofür sie ausgezeichnet wurde. In den WODIs konnte sie erst in Fifty (55 Runs) und vier Wickets (4/59) und dann ein weiteres Fifty (63 Runs) erzielen. Darauf folgten die Commonwealth Games 2022, wo ihre beste Leistung 41 Runs im Halbfinale gegen Indien waren, die nicht für den Finaleinzug ausreichten. Bei der folgenden Tour gegen Indien sollte sie die verletzte Heather Knight als Kapitänin vertreten, doch zog sie sich aus mentalen Gründen von der Tour zurück. Im Dezember des Jahres erreichte sie zwei Fifty (90 und 85 Runs) in der WODI-Serie in den West Indies, wofür sie als Spielerin der Serie ausgezeichnet wurde. Die Saison wurde mit dem ICC Women’s T20 World Cup 2023 beendet. Hier konnte sie ein Fifty über 81* Runs in der Vorrunde gegen Pakistan erreichen. Bei den Ashes gegen Australien im Juli 2023 erreichte sie im WTest ein Fifty über 78 Runs. In der folgenden WODI-Serie erzielte sie zunächst ein Century über 111 Runs aus 99 Bällen in zweiten Spiel und in der abschließenden dritten Begegnung 129 Runs aus 149 Bällen, wofür sie als Spielerin der Serie ausgezeichnet wurde. Auch stieg sie damit zur besten WODI-Batterin der Welt auf. Zum Ende der Saison gelang ihr ein weiteres Century über 120 Runs aus 74 Bällen gegen Sri Lanka. Im Dezember reiste das Team nach Indien, wo sie im WTest (59 Runs) und den WTwenty20s (77 Runs) je ein Fifty erreiche.

Gegen Neuseeland erzielte sie im April 2024 3 Wickets für 21 Runs in der WODI-Serie. In der Saison Saison 2024 erreichte sie erst ein Century über 124* Runs aus 117 Bällen gegen Pakistan, bevor ihr ein weiteres Fifty über 76* Runs beim Gegenbesuch von Neuseeland gelang. Im Oktober spielte sie beim ICC Women’s T20 World Cup 2024. Hier konnte sie im entscheidenden Spiel gegen die West Indies in der Vorrunde ein Fifty über 57 Runs erreichen, jedoch verlor England das Spiel und verpasste so das Halbfinale. Daran schloss sich eine WTwenty20-Serie in Südafrika an, wo ihr zwei weitere Fifties (59 und 67 Runs) gelangen. Im zugehörigen WTest erreichte sie ein Century über 128 Runs aus 145 Bällen. Im neuen Jahr kam es zur Ashes-Tour gegen Australien. Im WTest erreichte sie ein Fifty über 51 Runs, ebenso wie im letzten Spiel der WODI-Serie (61 Runs). Nach der deutlichen Niederlage bei der Tour verlor Heather Knight den Kapitänsposten und Sciver-Brunt übernahm die Rolle.

Kapitänin der Nationalmannschaft Im Mai 2025 traf sie mit dem Team auf die West Indies, wo sie zwei Fifties in den WODIs (52 und 57* Runs) und ein weiteres WTwenty20s (55* Runs) erzielte. In der folgenden Tour gegen Indien konnte sie ebenfalls in beiden Serien je ein Fifty (98 und 66 Runs) erreichen. Jedoch verlor England unter ihrer Leitung beide Serien. Auch verletzte sie sich und musste mehrere Wochen pausieren. Im Oktober fand der Women’s Cricket World Cup 2025 statt, bei dem sie gegen Sri Lanka ein Century über 117 Runs aus 117 Bällen erreichte und dafür ausgezeichnet wurde. Im Halbfinale steuerte sie ein Fifty über 64 Runs gegen Südafrika bei, womit sie das Ausscheiden jedoch nicht verhindern konnte. Im Mai 2026 verletzte sie sich an der Wade und wurde erst kurz vor der kommenden Weltmeisterschaft wieder fit. Dort konnte sie mit einem Fifty über 75 Runs im Halbfinale gegen Südafrika den Finaleinzug sichern. Dort traf das Team auf Australien und trotz eines weiteren Fifties über 58* Runs unterlag die englische Mannschaft.

Privates Sciver ist verheiratet mit ihrer Teamkollegin in der Nationalmannschaft, Katherine Sciver-Brunt. Die geplante Hochzeit im September 2020 musste auf Grund der Covid-19-Pandemie verschoben werden und konnte im Mai 2022 nachgeholt werden. Ab Januar 2023 entschieden sie sich beide, unter ihrem Ehenamen anzutreten.

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Einzelnachweise

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