Waipu () ist ein Bezirk () der Stadt Taichung auf Taiwan, Republik China.
Lage Waipu liegt im Nordwesten des Stadtgebiets von Taichung. Die nördliche Grenze zum benachbarten Landkreis Miaoli bildet der Fluss Da’an Xi () und die südöstliche Bezirksgrenze wird vom Fluss Dajia Xi () gebildet. Die benachbarten Stadtbezirke sind Dajia im Westen und Norden, Houli im Osten und Südosten, sowie Qingshui im Südwesten. Im Nordosten grenzt Waipu an die Stadtgemeinde Yuanli im Landkreis Miaoli.
Geologisch bzw. landschaftsgeographisch handelt es sich um ein Flussterrassengelände, das in erdgeschichtlicher Zeit durch die beiden genannten Flüsse geformt wurde. Das Gelände wird von Norden nach Süden in fünf Terrassen unterteilt. Die Höhe über dem Meeresspiegel nimmt von Südosten nach Nordwesten hin ab.
Zum Ortsnamen Die niedriger gelegenen nordwestlichen Ortsteile (Zhongshan, Maming, Dadong, Tieshan, Tucheng, Buzi) wurden aufgrund besserer Versorgung mit dem Wasser des Da’an Xi und Quellwasser früher entwickelt. Die höher gelegenen südöstlichen Gebiete (Yongfeng, Liufen, Sankan, Datong, Shuimei) des Yuemeishan () wurden erst später erschlossen. Dieses zunächst unerschlossene Land wurde genannt. Das östlich davon gelegene Gebiet erhielt den Namen Neipu („hinter Pu“, der alte Name für den Nachbarbezirk Houli), während das westlich davon gelegene Gebiet den Namen Waipu („vor Pu“) bekam.
Geschichte mini|Bezirksbüro von Waipu Die ursprüngliche Bevölkerung bestand aus Angehörigen austronesischer Ethnien (Pingpu). Im 17. Jahrhundert blieb die Gegend von Waipu außerhalb des Einflussgebiets der spanischen Kolonisatoren im Norden und der Niederländer im Süden Taiwans. Zur Zeit der Herrschaft Zheng Chenggongs wurde es locker im Kreis Tianxing () organisiert. Während der anschließenden 212 Jahre Herrschaft des Kaiserreichs China der Qing-Dynastie über Taiwan (1683 bis 1895) änderten sich die Verwaltungsstrukturen insgesamt fünfmal und der Anteil von Han-Chinesen nahm durch stetige Einwanderung immer mehr zu. Während der Zeit der japanischen Herrschaft (1895 bis 1945) erfolgte 1920 eine größere Verwaltungsreform, die die Verwaltungseinheit Waipu in ihren heutigen Grenzen schuf. 1945 kam Taiwan zur Republik China und wurde eine Landgemeinde () im Landkreis Taichung. Zum 25. Dezember 2010 wurde der Landkreis Taichung aufgelöst und vollständig in die Stadt Taichung inkorporiert. Alle Landkreisgemeinden, so auch Waipu, erhielten den Status von Stadtbezirken ().
Bevölkerung Im Februar 2021 lebten 217 Angehörige indigener Völker im Bezirk, entsprechend einem Bevölkerungsanteil von 0,7 %. Die größten Gruppen bildeten die Amis (77) und Paiwan (48).
Gliederung von Waipu230px Verwaltungsgliederung Waipu ist in 11 Ortsteile (里, Li) unterteilt:
Wirtschaft mini|Reisfelder entlang des Dajia-Flusses Ein traditionelles Gewerbe, das zur Zeit der japanischen Herrschaft zu einer gewissen Blüte kam, ist die Töpferindustrie, deren Entwicklung durch das reichliche Vorhandensein von Tonerde begünstigt wurde. Insgesamt ist Waipu stark landwirtschaftlich geprägt. Hauptanbauprodukte sind Reis, Zierblumen (Garten-Gladiolen, Lilien u. a.), diverse Obstsorten (Weintrauben, Passionsfrucht, Drachenfrucht, Pflaumen, Nashi-Birnen), Mandschurischer Wasserreis (Zizania latifolia), Zucht-Champignons, sowie Süßkartoffeln. An Nutztieren werden Schweine, Milchvieh und Geflügel gehalten.
Verkehr Größte Straße ist die Nationalstraße 3 (Autobahn), die von Norden kommend in einen Bogen nach Westen abbiegt und dann wieder Richtung Süden verläuft. Wichtigste Ost-West-Verbindung ist die Kreisstraße 132. Das Zentrum Waipus wird von der Trasse der Taiwanischen Hochgeschwindigkeitsbahn (THSR) durchzogen, die hier allerdings keinen Halt aufweist. Etwas westlich von Waipu führt die Küstenlinie () der Taiwanischen Eisenbahn vorbei.
Besonderheiten In Waipu gibt es eine Reihe von älteren kulturhistorisch bemerkenswerten Häusern und mehrere Tempel. Dazu zählen der daoistische Wujisān Qingzong Daoyuan (, ) aus dem Jahr 1988 im Ortsteil Shuimei, der den Drei Reinen gewidmet ist, außerdem der buddhistische Cilian-Tempel () im Ortsteil Tieshan, der nach dem großen Erdbeben von 1935 im Stil der Tang-Dynastie neu erbaut wurde, der Yuxian-Tempel (, ) in Liufen und der Kaitian-Tempel (, ), ebenfalls in Liufen, der sich ursprünglich im Bezirk Taiping befand und nach dem 921-Erdbeben im Jahr 1999 nach Waipu verlegt und dort wieder neu aufgebaut wurde.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort auf Taiwan Waipu