mini|Frontispiz: „Non haec sine numine Divum“ – Virg. Aeneid Lib. II.

Le feste d’Apollo (GluckWV 1.40, Wotquenne-Nummer: A.38) ist eine Festa teatrale in einem Prolog und drei Teilen von Christoph Willibald Gluck (Musik) mit Libretti von Carlo Gastone Gaetano Della Torre di Rezzonico (Prologo), Giuseppe Maria Pagnini (Atto di Bauci e Filemone), Giuseppe Pezzana (Atto d’Aristeo) und Ranieri de’ Calzabigi (Atto d’Orfeo). Das Werk wurde am 24. August 1769 und den folgenden Tagen anlässlich der Hochzeit der Herzogin Maria Amalia von Österreich, einer Tochter Maria Theresias, mit dem spanischen Infanten Herzog Ferdinand von Bourbon-Parma im Teatrino di Corte von Parma erstmals aufgeführt.

Handlung

Prologo

mini|Prologo: „… solido de marmore templa Instituam, festosque dies de nomine Phoebi“ – Virg. Aeneid lib. VI.

Majestätische Loggien mit antiken Arkaden am Meeresufer; in der Mitte ein Tripod

Die Athener Jungen und Mädchen unter der Führung von Arcinia und Anfrisio huldigen dem Gott Febo/Apollon (Chor: „Sorgi, possente nume“). Dessen Priester sieht in einer Vision die Vereinigung von Ferdinando und Amalia auf dem Thron von Parma voraus (Arie: „Del dì crescano le pompe“), die viel Gutes bewirken wird. Alle feiern (Arie Anfrisio: „Le grazie tenere“ – Arie Arcinia: „Con tremito soave“ – Chor: „Sorgi, possente nume“).

Atto di Bauci e Filemone

„Argomento“

mini|Atto di Bauci e Filemone: „Auferat hora duos eadem nec conjugis unquam Busta meae videam, neu sim tumulandus ab illa“ – Ovid Metam. lib. VIII

Liebliche bewaldete Landschaft mit Hütten, von denen zwei herausstechen; in der Mitte ein Altar, über den die Äste alter Buchen hängen

Szene 1. Das junge Schäferpaar Bauci und Filemone genießt das Leben in der Natur (Duett Bauci/Filemone: „Mio tesor, che bel contento“).

Szene 2. Der Gott Giove (Jupiter) wandert als Pilger Viandante verkleidet durch die Lande. Er ist auf der Suche nach gastfreundlichen Menschen, hat aber bis jetzt nur Ablehnung erfahren. Daher denkt er bereits daran, an der Menschheit ein Exempel statuieren. Filemone und Bauci allerdings verspüren Mitleid mit ihm und laden ihn in ihr ärmliches Haus. Giove erzählt ihnen, dass er eigentlich ein reicher Edelmann aus Kreta und Sohn des Giove-Priesters sei und sie für ihre Freundlichkeit belohnen wolle. Die beiden sind aber vollkommen zufrieden mit ihrem Leben. Das fruchtbare Land und ihre Tiere geben ihnen alles, was sie benötigen. Vergnügen erhalten sie durch geistliche Lieder und Tänze sowie durch ihre gegenseitige Liebe (Arie Filemone: „La fiamma del mio petto“). Giove schenkt ihnen daraufhin eine Zither, die Wünsche erfüllen kann. Filemone lädt ihn in das Haus, um ihn seinem Vater vorzustellen. Bauci will die Zither vor dem ersten Gebrauch auf dem Giove-Altar weihen.

Szene 3. Nachdem Filemone den vermeintlichen Pilger zu seinem Vater ins Haus gebracht hat, kehrt er zu Bauci zurück, um ihre für den Abend geplante Hochzeitsfeier vorzubereiten. Bauci besingt unterdessen ihre Liebe zu Filemone (Arie Bauci: „Il mio pastor tu sei“).

Szene 4. Schäfer und Schäferinnen erscheinen, tanzen und preisen das glückliche Paar (Chor: „Di due bell’anime“). Als sie sich dem Altar nähern, werden sie von Blitz und Donner erschreckt.

Szene 5. Giove gibt sich als Gott des Lichts und des Donners zu erkennen. Er selbst will das Schäferpaar vermählen. Auf einer Seite der Bühne erscheint ein Tempel. Nachdem ihm die Schäfer ihre Ehre erwiesen haben (Chor: „Lodi eterne“), verspricht er dem Paar sein Wohlwollen, solange sie einander treu bleiben (Arie Giove: „Il mio nume ha stanza degna“). Filemone und Bauci nehmen seine Gabe an und schwören sich ewige Treue (Duett Filemone, Bauci: „Se tuo dono“). Die anderen Hirten freuen sich mit ihnen (Chor: „Non mai stato più beato“). Giove verkündet, dass er nun den weniger würdigen Menschen zeigen werde, wer hier die Macht habe (Arie Giove: „Pe’ gravi torti miei“). Er lässt sich jedoch von Baucis und Filemones Bitten besänftigen (Tempesta con fulmini: „Giove, pietà, pietà“) und verspricht, die Menschheit zu verschonen. Filemone und Baucis bitten ihn nun jeweils, sie selbst vor dem anderen sterben zu lassen, wenn es soweit sein sollte. Beide können den Gedanken nicht ertragen, ohne ihren Partner zu leben. Daraufhin verspricht Giove ihnen, dass sie niemals sterben werden, sondern nach vielen Jahren zu Halbgöttern erhoben und von den Menschen an diesem Altar als Schutzgötter angebetet werden sollen. Er verschwindet in einer leuchtenden Wolke. Die Schäfer und Schäferinnen feiern (Chor: „Re superno“).

Atto d’Aristeo

„Argomento“

mini|Atto d’Aristeo: „Connubio jungam stabili“ – Virg. Aeneid Lib. IV.

Liebliche Landschaft, die das Tal von Tempe darstellt

Szene 1. Aristeo vertraut seinem Freund Ati an, dass er seit dem Tod Euridices keinen einzigen glücklichen Tag mehr hatte. Sein einziger Trost, seine Bienen, wurden ihm genommen. Außerdem hat er sich in die Nymphe Cidippe verliebt, die seiner Werbung hartnäckig widersteht. Ati rät ihm, seine Mutter Cirene um Hilfe zu bitten.

Szene 2. Ati beklagt das Unglück seines Freundes. Er findet, die Götter übertreiben es mit ihrer Rache (Arie Ati: „Quell’alma agitata“).

Das Innere von Cirenes Palast inmitten des Flusses Penèo, erbaut und geschmückt mit Kristall, Lava, Muscheln und Korallen; in der Ferne mehrere Flüsse, umgeben von Wasserfällen, die den Unterwasserwohnort verschönern

Szene 3. Cidippe liebt Aristeo durchaus. Seine Mutter Cirene allerdings verbietet ihr den Umgang mit ihrem Sohn, obwohl sie Cidippe eigentlich hoch schätzt. Aristeo muss zuvor den Zorn der Götter beschwichtigen, der sich sonst gegen sie beide wenden könnte.

Szene 4. Aristeo bedauert, dass nicht einmal das göttliche Blut seines Vaters Apollo seinen Schmerz lindern kann. Er befürchtet, dass sich jetzt auch seine Mutter von ihm abgewandt haben könnte. Cirene versichert ihm, dass dem nicht so sei. Sie könne nur deshalb nicht sein Leid lindern, weil sein Schicksal von einer höheren Macht bestimmt sei. Sie rät ihrem Sohn, durchzuhalten, denn der Zorn der Götter währe nicht ewig. Als er das Gespräch auf seine scheinbar unerwiderte Liebe zu Cidippe bringt, will diese antworten, doch Cirene fällt ihr ins Wort. Cidippe bittet sie, Aristeo in ihrem Sinne zu antworten (Arie Cidippe: „Tu sei madre“).

Szene 5. Der wegen der Kaltherzigkeit Cidippes verzweifelte Aristeo fleht die Götter an, ihren Hass auf ihn zu beenden. Cirene erinnert ihn an den berechtigten Zorn Orfeos und der Waldnymphen. Er müsse diese mit Opfergaben besänftigen. Wenn er anschließend den Himmel um Rat bitte, werde er Trost erhalten (Arie Cirene: „Nocchier, che in mezzo all’onde“).

Das Tal von Tempe

Szene 6. Aristeo bittet Ati, die Opfergaben im Tempel vorzubereiten und die Bevölkerung dort zu versammeln (Cavatina Aristeo: „Numi offesi, ombre sdegnate“).

Hain oder Tempel der Waldnymphen

Szene 7. Nach einer sanften Sinfonia treffen die Tempelwächterin Silvia und ihr Gefolge ein. Als Nächstes erscheint Aristeo an der Spitze der Einwohner von Tempe, gefolgt von Mädchen, die Körbe mit Blumen und Früchten tragen. Ein Kind trägt ein mit Bändern geschmücktes Lamm. Aristeo fordert alle auf, den Waldnymphen ihre Gaben zu weihen und bittet die Götter, ihm erneut ihr Wohlwollen zu schenken. Die Kinder und Einwohner tanzen und beten (Chor: „Del figlio d’Apollo“). Anschließend verdunkelt sich der Himmel, und von der linken Seite ertönt ein Donnerschlag. Aristeo sieht dies als gutes Omen. Silvia verkündet, dass die Götter seine Gebete erhört haben. Er kann endlich wieder glücklich sein (Arie Aristeo: „Cessate, fuggite“ – Chor: „Eccheggiar s’odano“).

Weite Aussicht majestätischer Weite hinter dem Fluss Penèo

Szene 8. Nach der Zeremonie wird Aristeo bereits von seinem Freund Ati erwartet, der die Opferung der Bullen beaufsichtigt hatte. Ati erzählt, dass aus den Eingeweiden der Tiere große Schwärme von Bienen aufgestiegen seien und sich wie Weintrauben an den umgebenden Bäumen gesammelt hätten. Jetzt fehlt nur noch Cidippe, um Aristeos Glück vollständig zu machen.

Szene 9. Cirene steigt mit ihren Nymphen und Cidippe in einer glänzenden Muschelschale aus dem Wasser und schließt ihren Sohn in die Arme. Sie hatte diese Ereignisse bereits vorhergesehen und erklärt, dass Tempe seinetwegen den Frieden wiedergefunden habe. Sie fordert Cidippe auf, Aristeo die Hand zu reichen. Cidippe gesteht ihm, dass sie ihn schon immer liebte und nur unter Schmerzen ihr Schweigen bewahren konnte (Terzett Cidippe/Aristeo/Cirene: „Fosti ognor l’amato bene“). Alle feiern (Chor: „Accompagni la coppia felice“).

Atto d’Orfeo

mini|Atto d’Orfeo: „Che farò senza Euridice? Dove andrò senza il mio ben!“

Bei diesem Akt handelt es sich um die in sieben Szenen unterteilte italienische Fassung von Glucks Orfeo ed Euridice.

„Argomento“

Gestaltung

Orchester

Die Orchesterbesetzung der Oper enthält die folgenden Instrumente:

Holzbläser: zwei Flöten, zwei Oboen Blechbläser: zwei Hörner, zwei Posaunen Pauken Streicher

Musiknummern

Die Festa teatrale enthält die folgenden Musiknummern:

Prologo Nr. 1 [Introduktion] Nr. 2 Ballo Nr. 3 Chor (Jungen und Mädchen Athens): „Sorgi, possente nume“ [Accompagnato-Rezitativ] (Anfrisio, Arcinia): „Meco di Giove“ [Accompagnato-Rezitativ] (Priester): „Mortali, a me visibilmente Apollo“ Nr. 4 Arie (Priester): „Del dì crescano le pompe“ Recitativo obligato: „Questo fiorente giovanil drappello“ Nr. 5 Arie (Anfrisio): „Le grazie tenere“ Rezitativ (Arcinia): „Vedi sull’orme mie“ Nr. 6 Arie (Arcinia): „Con tremito soave“ Rezitativ (Priester): „A voti il cielo arriderà“ Chor da capo (Jungen und Mädchen Athens): „Sorgi, possente nume“ Ballo da capo

Atto di Bauci e Filemone Nr. 1 Introduktion Nr. 2 Duett (Bauci, Filemone): „Mio tesor, che bel contento“ Rezitativ (Giove, Bauci, Filemone): „E così dunque obblia“ Nr. 3 Arie (Filemone): „La fiamma del mio petto“ Rezitativ (Bauci, Giove, Filemone): „I voti del mio cuore“ [Accompagnato-Rezitativ] (Bauci): „Prima ch’io sposi il suono“ Rezitativ (Filemone): „Al vecchio genitor“ Nr. 4 Arie (Bauci): „Il mio pastor tu sei“ Nr. 5 Chor und Ballo (Schäfer und Schäferinnen): „Di due bell’anime“ [Accompagnato-Rezitativ] (Filemone, Bauci): „Ora con lieti auspizi“ Rezitativ (Giove): „Sbandite ogni timore“ Nr. 6 Chor (Schäfer und Schäferinnen): „Lodi eterne“ Rezitativ (Giove): „Porgeteri or le destre“ Nr. 7 Arie (Giove): „Il mio nume ha stanza degna“ Rezitativ (Filemone, Bauci): „Sogno, o son desto?“ Nr. 8 Duett (Filemone, Bauci): „Se tuo dono“ Nr. 9 Chor (Schäfer und Schäferinnen): „Non mai stato più beato“ Rezitativ (Giove): „Il giusto guiderdone“ Nr. 10 Arie (Giove): „Pe’ gravi torti miei“ Nr. 11 Tempesta con fulmini (Bauci, Filemone, Giove): „Giove, pietà, pietà“ Rezitativ (Giove, Filemone, Bauci): „S’altro bramante ancora“ Nr. 12 Chor (Schäfer und Schäferinnen): „Re superno“

Atto d’Aristeo Nr. 1 Introduktion Rezitativ (Aristeo, Ati): „E dovrò sempre“ Rezitativ (Ati): „Popoli a lui soggeti“ Nr. 2 Arie (Ati): „Quell’alma agitata“ Rezitativ (Cirene, Cidippe): „Sì, vezzosa Cidippe“ Rezitativ (Aristeo, Cirene, Cidippe): „O del patrio Peneo“ Nr. 3 Arie (Cidippe): „Tu sei madre“ Rezitativ (Aristeo, Cirene): „Così risponde all’amor mio Cidippe?“ Nr. 4 Arie (Cirene): „Nocchier, che in mezzo all’onde“ Rezitativ (Ati, Aristeo): „Impaziente attendo che ritorni Aristeo“ Nr. 5 Cavatina (Aristeo): „Numi offesi, ombre sdegnate“ Nr. 6 Sinfonia Rezitativ (Aristeo): „Meco venite, amici“ Nr. 7 Chor und Tanz (Mädchen und Einwohner von Tempe): „Del figlio d’Apollo“ Rezitativ [accompagnato] (Aristeo): „Tuona il cielo a sinistra!“ Nr. 8 Arie (Aristeo): „Cessate, fuggite“ Nr. 9 Chor (Chor di Fanciulli e d’Abitanti di Tempe): „Eccheggiar s’odano“ Rezitativ (Ati, Aristeo): „D’Aristeo i presagi“ Rezitativ (Aristeo, Cirene, Cidippe): „Fra le tue braccia, o madre“ Nr. 10 Terzett (Cidippe, Aristeo, Cirene): „Fosti ognor l’amato bene“