mini|hochkant|Nr. 10–12 Die historische Mühlenstraße in Güstrow liegt in der nördlichen Altstadt. Sie führt in West-Ost-Richtung vom Markt und der Engen Straße bis zur Straße Am Berge und zur Langen Straße.
Nebenstraßen mini|hochkant|Güstrow 1706 Die Nebenstraßen und Anschlussstraßen wurden benannt als Markt nach dem mittelalterlichen Marktplatz, Enge Straße, Lange Straße und Am Berge (früher Ziegenmarkt) wohl wegen des leichten Anstieges.
Geschichte mini|hochkant|Nr. 17 mini|hochkant|Nr. 42 und 43 mini|hochkant|Nr. 47 mini|hochkant|Nr. 48 Die Straße wurde benannt nach den früheren Wassermühlen, die in diesem Mühlenquartier standen.
Güstrow besteht seit um 1100 und war von 1229 bis 1436 sowie von 1556 bis 1695 Residenzstadt. Die slawische Burg und Schloss Güstrow prägten den Ort. Nach dem großen Stadtbrand von 1503 wurden viele Häuser neu erbaut.
Im Mühlenviertel ist diese Straße eine der ältesten in der Stadt. An der zunächst unbebauten Nordseite befanden sich früher die rückwärtigen Grundstückszugänge der Häuser. Später entstanden hier, nunmehr an der Baustraße, kleine Wohnhäuser, oft im Besitz von Ackerbürgern.
Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sie sich zu einer Einkaufsstraße. Ab 1991 wurde die historische Altstadt als früheres Nationales Flächendenkmal und nun Modellstadt der Städtebauförderung saniert und so auch die verkehrsberuhigte Straße (2010) und ihre Häuser sowie die Innenhofbereiche (2014).Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat: Städtebauförderung des Bundes und der Länder – Bericht zu 50 Jahre Städtebauförderung: Güstrow – Altstadt
Gebäude, Anlagen (Auswahl) An der Straße stehen überwiegend zwei- und dreigeschossige sanierte Häuser. Die mit (D) gekennzeichneten Häuser stehen oder standen unter Denkmalschutz.Liste der Baudenkmale in GüstrowGüstrow historische Ansichten auf alten Fotos und Postkarten ab 1890.Stadt Güstrow: Förderschwerpunkt Quartier Mühlenstraße / Hollstraße, Plakat von 2018.
Nordseite Nr. 1, Ecke Markt: 3-gesch. 8-achsiges historisierendes Wohn- und Geschäftshaus (D), mit gliedernden Pilastern und markantem Kraggesims, hier fanden 1712 Waffenstillstandsverhandlungen im Großen Nordischen Krieg statt, hier wohnte der Reichsgerichtsrat Paul Viereck (1860–1915), heute mit Schlossapotheke Nr. 2: 2-gesch. Wohn- und Geschäftshaus (D), saniert in den 1990er Jahren Nr. 3: 2-gesch. historisierendes Wohn- und Geschäftshaus (D) Nr. 4: 3-gesch. Wohn- und Geschäftshaus (D) mit Praxis Nr. 5: 3-gesch. Wohn- und Geschäftshaus (D) Nr. 6: 3-gesch. klassizistisches, saniertes Wohn- und Geschäftshaus (D) Nr. 8: 3-gesch. historisierendes, saniertes Wohn- und Geschäftshaus Nr. 10: 2-gesch. saniertes Wohn- und Geschäftshaus mit Mezzaningeschoss Nr. 11: 3-gesch. saniertes Wohn- und Geschäftshaus Nr. 12: 3-gesch. verklinkertes, um 1988/89 rekonstruiertes Wohnhaus mit denkmalgeschütztem Dachstuhl (D) sowie Fachwerkgiebel, zuvor Abriss des alten GebäudesKonrad Grunau: 45 Jahre Altstadt in der DDR. In: BIG-Städtebau M/V (Hrsg.), Dr. Peter Lack (Redaktion): Zukunft aus Tradition – 10 Jahre Stadterneuerung Güstrow. Druck Koepcke, Güstrow 2001, ISBN 3-934776-08-6. Nr. 13: 2-gesch. verklinkertes Wohnhaus von 1988/89 als Giebelhaus, zuvor Abriss des alten Giebelhauses Nr. 14: 2-gesch. Wohnhaus (D) Nr. 16: 3-gesch. saniertes Wohn- und Geschäftshaus mit barockisierendem Giebel Nr. 17: 2-gesch. Wohnhaus aus der Renaissance (D), Giebelhaus, saniert in den 1980er Jahren Nr. 18/19: 2-gesch. Wohnhaus, saniert in den 1990er Jahren Am Berge Nr. 1, Ecke Mühlenstraße: 3-gesch. Wohn- und Geschäftshaus
Südseite Nr. 42: 2-gesch. Wohn- und Gasthaus, Giebelhaus mit Restaurant Nr. 43: 2-gesch. Wohnhaus im Stil der Renaissance (D) mit seitlichem Giebelrisalit, in den 1990er Jahren nach Plänen von Paul Rummel rekonstruiert Nr. 44: 2-gesch. Wohn- und Geschäftshaus (D), Giebelhaus Nr. 45: 2-gesch., früher historisierendes, saniertes Wohnhaus Nr. 46: 2-gesch. Wohnhaus (D), Fachwerkgiebel mit Seitenrisalit und Backsteinausfachungen, saniert 2019, wobei das Fachwerk sichtbar wurde Nr. 47: 2-gesch. historisierendes Giebelwohnhaus (D) mit einem markanten Dreiecksabschluss Nr. 48: 2-gesch. Wohn- und Geschäftshaus aus der Hochrenaissance von 1539 (D), reich verzierter Backsteingiebel mit vielen Fialen und großem Portal, ältester Profanbau in Güstrow, bemalte Holzdecken aus dem 16. Jh., benannt als Derzscher Hof nach der Familie Derz später auch das Alte Brauhaus, Neubau auf der fast zerstörten Kemlade und Gebäudesanierung bis 2016 und Bauherrenpreis 2014Architektengemeinschaft Henze/Neuendorff: Derzscher Hof. In: BIG-Städtebau M/V (Hrsg.), Dr. Peter Lack (Redaktion): Zukunft aus Tradition – 10 Jahre Stadterneuerung Güstrow. Druck Koepcke, Güstrow 2001, ISBN 3-934776-08-6., heute Bistro Derzscher Hof in der zweigeschossigen Diele Nr. 49: 2-gesch. historisierendes Wohn- und Geschäftshaus (D) mit Hintergebäude sowie prägendem Gesims, früherer Martens Hof Nr. 50: ehemals 2-gesch. Giebelhaus aus dem 17. Jh. (D), 2004 Abbruch, Baulücke Nr. 51: 2-gesch. historisierendes Wohn- und Geschäftshaus von 1913 (D) mit zwei seitlichen offenen Giebelelementen und die Fassade betonende Säulen Nr. 52: 2-gesch. Fachwerkgiebelhaus, mit Kemlade aus dem 17. Jh., um 1903 aufgestockt, hinten 3-gesch. Fachwerkhaus von 1900, saniert in den 1990er Jahren Nr. 53: 2-gesch. Wohnhaus wohl aus dem 17. Jh. (D), Straßenfassade vom 19. Jh., 3-gesch. Anbau von um 1900, saniert wohl nach 2015 Nr. 54: ehem. 2-gesch. Fachwerkgiebelhaus, 2019 Abbruch, Neubau durch WGG geplant Nr. 55: ehem. 2-gesch. Fachwerkgiebelhaus, 1979 Abbruch und Baulücke, Neubau durch WGG geplant Nr. 56: 2-gesch. Wohn- und Geschäftshaus (D) mit Speicher Nr. 57: 3-gesch. Wohn- und Geschäftshaus von 1860/1870 (D), früher Hotel mit hinteren Anbauten, nach 2018 saniert Nr. 58: 2-gesch. saniertes Wohnhaus von um 1700 mit älterem Kern (D), 3-gesch. barocker Giebel mit Rundabschluss, Kemlade aus dem 18. Jh. Markt Nr. 13, Ecke Mühlenstraße: 3-gesch. 5-achsiges neoklassizistisches Wohn- und Geschäftshaus mit Apotheke
Literatur Stadt Güstrow (Hrsg.): Betrachtungen – 775 Jahre Güstrow. Heidberg-Verlag, 2003, ISBN 3-934776-17-5. BIG-Städtebau M/V (Hrsg.), Dr. Peter Lack (Redaktion): Zukunft aus Tradition – 10 Jahre Stadterneuerung Güstrow. Druck Koepcke, Güstrow 2001, ISBN 3-934776-08-6.
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