mini|Kunstprojekt „Wa(a)gnis“, Attikafigur und Fries Alter Markt 6, Potsdam mini|Tapete „Refugee camp“, Bahn II, Detail, 2009 mini|Kunstprojekt im Treppenhaus der Ländernotarkasse Leipzig mini|Hilfestellung VI. Kunstprojekt für Schulsporthallen, Kniprodestraße 27, Berlin-Pankow mini|Kunstprojekt „Halber Mond und schwarzer Bär“ am Bauprojekt „Wohnen am Dom“ mini|Installation Masterplan Teil V (Safari) Wolf von Waldow (* 19. August 1962 in Hamburg) ist ein deutscher Künstler und Designer.
Leben Wolf von Waldow wurde 1962 als Sohn von Joachim und Gisela von Waldow, geb. Sander, in Hamburg geboren. Bis 1982 besuchte er das Walddörfer-Gymnasium, Hamburg-Volksdorf. Nach einem abgebrochenen Kunstgeschichtsstudium, studierte er von 1986 bis 1992 Industrial Design an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Peter Raacke und Karl-Achim Czemper, 1988/90 unterbrochen durch ein Gaststudium für Schmuckdesign an der Fachhochschule Pforzheim bei Jens-Rüdiger Lorenzen. 1994 arbeitete er als Leiter für kreatives Gestalten im AWO-Zentrum Dosse Park in Wittstock mit Behinderten. Nach Stationen in Rom und Amsterdam lebt er seit 2000 in Berlin.Biografische Angaben nach Kai-Axel Aanderud: Wolf von Waldow 2003 vertrat er die Bundesrepublik Deutschland auf der Second Jilin Artfair of Wood Sculpture, Jilin City, Volksrepublik China.Wolf v. Waldow: „Let the world know about Jilin-City. Ein Reisebericht.“ In: Stadtkunst/Kunststadt 51/2004 Hrsg. BBK Berlin, 2004
Werk Wolf von Waldow ist besonders im Bereich Kunst im öffentlichen Raum tätig. Einer größeren Öffentlichkeit wurde er durch eine Serie mit laubgesägten Schmuckstücken für Männer bekannt, die in einem Filmbeitrag der TV-Reihe Wa(h)re Liebe mit Lilo Wanders vorgestellt wurden (1996). Fasziniert von Kunsthandwerkstechniken eignete er sich in den 1990er Jahren die Herstellung von Stuckmarmor und Holzintarsien an, die er in ersten raumbezogenen Wandarbeiten einsetzte. Daraus entwickelte sich sein Interesse für Projekte im Architekturzusammenhang. Als erstes Kunst-am-Bau Projekt entstand 1999 ein Mosaikboden für die SAGA-Wohnungsbaugesellschaft in Hamburg-St. Pauli. Ab 2006 standen Tapeten als «Kunst-am-Bau-light» im Mittelpunkt seiner Arbeit. So entwarf er 2008 eine Tapeten-Edition für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.Wolf von Waldow, auf griffelkunst.de Seit 2013 Arbeitet von Waldow hauptsächlich mit scherenschnittartigen Silhouetten aus Stahl. Seine Arbeiten sind oft mehrteilig und verteilen sich über den zu gestaltenden Bereich. So beleuchten sie verschiedene Aspekte eines Themas und fügen sich erst nach und nach beim Durchqueren des jeweiligen Raumes zu einem Gesamtkonzept zusammen. Den Projekten liegt häufig eine umfangreiche historische Recherche über den Standort zu Grunde, deren Ergebnisse von ihm separat veröffentlicht werden.Beispiele: Wolf v. Waldow: Leipzig, Springerstraße 8 – eine Spurensuche. Thomas Renner: Halber Mond und schwarzer Bär. oder Wolf v. Waldow: Zur Geschichte des Bauplatzes Talstraße 75, Hamburg St. Pauli
Formal arbeitet von Waldow mit der Addition, Überlagerung und Umdeutung von tradierten Bildzeichen, wie Symbolen, Emblemen, Icons, bis hin zu allegorischen Figurenkonstellationen.Hajo Schiff: Die Welttapete. Christian Weller beschreibt von Waldows Werk so: „In dieser Zeichenwelt erhalten die Dinge ungeahnte Potentiale. Bedeutungsfragmente schrumpfen, wuchern und wandern aus ihren Kontexten. Ihre Zusammenführung in einer raumlosen Ebene erzeugt eine Grammatik der Transformation. Wie im Traum oder im Spiel entsteht ein Universum mit eigenen Regeln und Alltäglichkeiten, die uns gerade deshalb faszinieren, weil sie uns immer ein wenig fremd bleiben werden.“Christian Weller: Einführungsrede Ausstellung „Wolf von Waldow – Die Hand vor Augen“. Neuer Kunstverein Wuppertal, Januar 2019
Werke (öffentlich) 1999: „Thalstraße“, Mosaikboden für ein Wohnhaus der SAGA Hamburg, Hamburg-St. Pauli 2003: Wand- und Glasgestaltungen, sowie Skulpturen für Neubau Hotel Le Royal Meridien, Hamburg (nach Renovierung 2016 teilweise entfernt) 2010: Neuausstattung des Cafés Bierhimmel, Berlin-Kreuzberg (nach Umbau 2015 zerstört) 2015: Treppenhausinstallation zum 25-jährigen Bestehen der Ländernotarkasse in Leipzig 2016: „Hilfestellung I-VIII“, Schulsporthallen Kniprodestraße, Berlin-Pankow, auf berlin.de 2018: „Halber Mond und schwarzer Bär“, Glasgestaltungen Quartier am Dom, ErfurtKunst am Bau, auf ullrich.immobilien 2024: „Waagnis“, Attikafiguren und Fries, Alter Markt 13/14, Potsdam 2023: „Storyboard“, Flurgestaltungen, Lebensort Vielfalt, Berlin Zahlreiche weitere Kunst-am-Bau Projekte entstanden für Privatpersonen und sind nicht öffentlich zugänglich.
Stipendium 15. Arbeits-Stipendium für bildende Kunst der Kulturbehörde Hamburg, 1995Wolf von Waldow, auf bbk-kulturwerk.de, abgerufen am 27. Juli 2026
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1993: „Wolf von Waldow – Figuurzaagwerk“, Galerie Ra, Amsterdam, Niederlande 2000: „Wolf von Waldow - Installationen“, Foyer für junge Kunst in der Vereins- und Westbank, Buchholz i.d.N. 2004: „Hummer und Sichel – Metallplastiken und Wandobjekte“, Galerie Ruth Sachse, Hamburg 2008: „Völkerkunde – Tapeten“, Galerie Ruth Sachse, Hamburg (Kat.) 2016: „Wolf von Waldow – Narrativ“, Galerie Ruth Sachse, Berlin u. Hamburg 2019: „Wolf von Waldow – Die Hand vor Augen“, Neuer Kunstverein Wuppertal, WuppertalDie Hand vor Augen Wolf von Waldow, auf neuer-kunstverein-wuppertal.de, abgerufen am 27. Juli 2026 2019: „Neue Heimat – Kleintierställe“, Projektraum Hühnerhaus Volksdorf, Hamburg (Kat.), auf huehnerhausvolksdorf.de
Gruppenausstellungen 1996: „Stipendiaten 1995 – 15. Arbeitsstipendium für bildende Kunst der Kulturbehörde Hamburg“, K3 Kampnagelfabrik, Hamburg (Kat.) 1996: „Artgenda ’96“, Nikolaj Kirke, Kopenhagen, Dänemark (Kat.) 1996: „Connections – Zeichnungen Hamburger KünstlerInnen“, Tölgyfa Galerie, Budapest, Ungarn (Kat.) 1999: „Junge Kunst – von Malerei bis Multimedia“, Haus der Kunst, München (Kat.) 2003: „Second Jilin Artfair of Wood Sculpture“, Jilin-City, Volksrepublik China 2004: „Hard Pop – Germans & Black Angry Bitches“, Showroom MAMA, Rotterdam, Niederlande (Kat.) 2008: „My View – Neues aus Berliner Ateliers“, Galerie Dörrie*Priess, Berlin 2011: „(Selbst)-Portrait – Abbilder und Netzwerke“, Schwules Museum, Berlin 2016: „Process Space Art Festival“, Canetti House, Russe, BulgarienProcess Space Art Festival 2016, auf processspace.net 2016: „ornamental“, Kunstquartier Bethanien, BerlinKunstquartier Bethanien, auf transformator-plus.com, abgerufen am 27. Juli 2026 2017: „Ad ognuno la sua p’arte“, Villatalla, Ligurien, Italien
Literatur Tim Schleider: Das geschmückte Geschlecht. Laubsägearbeiten von Wolf von Waldow. In: Magnus, Berlin 7/1993 S. 32–37 ISSN 0936-9090 Hajo Schiff: Wolf von Waldow. Junges Barock. In: Foyer für Junge Kunst 1986-2001. 15 Jahre Förderung zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler aus Norddeutschland. Vereins und Westbank (Hrsg.), Hamburg, 2001 S. 46–49 Hajo Schiff: Die Welttapete. In: Kat.: Wolf von Waldow. Hrsg. Galerie Ruth Sachse, Hamburg 2008 Ken Pratt: The Craft of Resistance. Wolf von Waldow. In: Wound 5, London, 2008, S. 311–317 ISSN 1755-800X Uwe Bresan: Café Bierhimmel in Berlin. In: AIT 6/2010 S. 108–109 ISSN 0173-8046 Carsten Bauhaus: Der Tapezierer. In: Männer 9/2010 S. 78–80 ISSN 0935-8838 Wolf v. Waldow: Leipzig, Springerstraße 8 – eine Spurensuche. In: 25 Jahre freiberufliches Notariat in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt. Otto Schmidt Verlag, Köln, 2015, ISBN 978-3-504-06222-4 Kai-Axel Aanderud: Wolf von Waldow. In: Geschichte derer von Waldow, Bd. 2, Hrsg. Familienrat derer von Waldow, Selbstverlag, Hamburg, 2016, S. 96–101 Uwe Bresan: Sporthalle Berlin. In: AIT 11/2016 ISSN 0173-8046 Thomas Renner: Halber Mond und schwarzer Bär. Ein Kunstprojekt von Wolf v. Waldow für das Quartier am Dom, Erfurt. Hrsg. Domplatz EF GmbH, Erfurt 2018 Uwe Bresan: Domquartier Erfurt. In: AIT 7/8/2019 ISSN 0173-8046 Peter Lodermeyer: Neue Heimat – Kleintierställe. In Kat.: Hühnerhaus Volksdorf. Kunst., Hrsg. Edith Sticker. Hyperzine Verlag, Hamburg, 2020 S. 10–13, ISBN 978-3-948127-11-4 Wolf v. Waldow: Die Hand vor Augen – Raumbezogene Arbeiten 2013-2021, Hrsg. Wolf v. Waldow, hyperzine verlag, Hamburg, 2021, ISBN 978-3-948127-25-1 Wolf v. Waldow: Storyboard. Ein Kunst-Projekt von Wolf von Waldow im Lebensort Vielfalt am Südkreuz Berlin Schöneberg. Darin: Lars Reimers: Kunst im Korridor. Essay und vierzehn Betrachtungen, Hrsg. Wolf v. Waldow, hyperzine verlag, Hamburg, 2025, ISBN 978-3-948127-55-8
Weblinks Website von Wolf von Waldow
Einzelnachweise
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