Die Liste von Zwischenfällen mit der Fokker F-27 zeigt eine Übersicht über Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen des Typs Fokker F-27 Friendship.

Vom Erstflug 1955 bis Februar 2025 wurden 179 Fokker F-27 zerstört, 165 davon durch Unfälle. Bei 95 dieser Zwischenfälle gab es insgesamt 1574 Todesopfer.Liste von Unfällen mit Fokker-F-27 Friendship, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 2. März 2025.

1955 bis 1969 Am 10. Juni 1960 stürzte eine Fokker F-27-100 Friendship der Trans Australia Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen VH-TFB) beim Landeanflug auf den Flughafen von Mackay (Queensland) 12 Kilometer vor dem Ziel ins Meer. Zum Zeitpunkt des Absturzes herrschten schlechte Sichtverhältnisse. Alle 29 Insassen starben, die vier Besatzungsmitglieder und 25 Passagiere. Es war der erste Totalschaden einer F-27 und gleichzeitig deren erste tödliche Unfall.

Am 23. September 1961 wurde eine Fokker F-27-100 der Türk Hava Yollari – THY (TC-TAY) 18 Kilometer vor dem Zielflughafen Ankara-Esenboğa in einen Berg geflogen. Bei diesem CFIT, Controlled flight into terrain, wurden von den 29 Insassen 28 getötet, alle 4 Besatzungsmitglieder und 24 Passagiere.Unfallbericht F-27-100 TC-TAY, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 12. August 2019.

Am 12. Oktober 1962 stürzte eine Fokker F-27 Friendship 100 der Philippine Airlines (PI-C503) kurz nach dem Abheben vom Flughafen Manila (Philippinen) auf einem Trainingsflug ab. Es wird vermutet, dass beim Üben eines Triebwerksausfalls das falsche Triebwerk zusätzlich abgestellt wurde. Alle 3 Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen, kamen ums Leben.

Am 7. Februar 1966 wurde eine Fokker F-27-200 der niederländischen Schreiner Airways (PH-SAB), die im Auftrag der Indian Airlines eingesetzt war, durch einen Navigationsfehler nach dem Start vom Flughafen Srinagar (Indien) 72 Kilometer südsüdöstlich davon am Banihall Pass in einer Höhe von 12.364 Fuß (3.770 Metern) gegen einen Berg geflogen. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 37 Personen an Bord getötet.

Am 25. Juni 1966 überrollte eine Fokker F-27-200 der Union of Burma Airways (XY-ADL) bei der Landung auf dem Flughafen von Moulmein (Birma) das Ende der Landebahn. Alle Insassen überlebten. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt.

Am 28. Februar 1967 stürzte eine Fokker F-27 Friendship 100 der Philippine Airlines (PI-C501) im Anflug auf den Flughafen Mactan-Cebu (Philippinen) 1,5 Kilometer vor der Landebahn ab. Grund war ein Kontrollverlust, der durch eine falsche Lastverteilung verursacht wurde, die den Schwerpunkt hinter die zulässige hintere Schwerpunktgrenze verlagert hatte. Von den 19 Insassen kamen 12 ums Leben, alle vier Besatzungsmitglieder und 8 Passagiere.

Am 6. Juli 1967 wurde eine Fokker F-27 Friendship 100 der Philippine Airlines (PI-C527) nach dem Start vom Flughafen Bacolod City Domestic (Philippinen) in einen Berg geflogen. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 21 Insassen getötet, vier Besatzungsmitglieder und 17 Passagiere.

Am 21. April 1969 geriet eine Fokker F-27-200 der Indian Airlines (VT-DOJ) in der Nähe von Khulna (Ostpakistan) in ein Gebiet mit heftigen Böen und starken Abwärtsströmungen. Die Piloten verloren bei starkem Fallwind die Kontrolle über das Flugzeug, welches abstürzte. Alle 44 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 40 Passagiere, kamen ums Leben.

Am 24. Mai 1969 verunglückte eine Fokker F-27-600 der italienischen Aero Trasporti Italiani (ATI) (I-ATIT) von Rom kommend bei der Landung auf dem Flughafen Reggio Calabria. Beide Pilotensitze waren von auszubildenden Flugzeugführern besetzt, während der Ausbildungskapitän dahinter auf dem Jumpseat saß. Die Maschine schlug vor der Landebahn auf, das Fahrwerk brach zusammen und das Flugzeug stürzte auf die Landebahn 15. Bei dem Unfall kam ein Passagier ums Leben, die anderen 35 Insassen überlebten den Unfall. Das erst ein Jahr alte Flugzeug wurde zerstört.

Am 27. Dezember 1969 verunglückte eine Fokker F-27-500 der dänischen Maersk Air (OY-APB) auf einem Ausbildungsflug 500 Meter westlich des Flughafens Bornholm (Dänemark). Bei einem simulierten Triebwerksausfall nach dem Start geriet das Flugzeug teilweise außer Kontrolle, streifte einige Büsche 270 Meter hinter dem Ende der Startbahn 29, wurde dann auf dem steinigen Strand aufgesetzt und rutschte bis in 2 Meter tiefes Wasser. Die erst 18 Tage alte Maschine wurde irreparabel beschädigt. Alle vier Piloten, die einzigen Insassen, überlebten den Unfall.

1970 bis 1979 Am 25. Januar 1970 geriet eine F-27-200 der Royal Nepal Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen 9N-AAR) nach einem Flug von Kathmandu, Nepal während des Endanflugs auf den Flughafen Delhi-Palam in ein schweres Gewitter mit Turbulenzen und schweren Fallböen. Die Piloten verloren die Kontrolle über das Flugzeug; es stürzte drei Kilometer östlich des Flughafens ab. Ein Crewmitglied kam ums Leben, alle anderen 22 Insassen überlebten.Unfallbericht F-27-200 9N-AAR, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. November 2017.

Am 17. Februar 1970 wurde eine Fokker F-27-100 der Türk Hava Yollari – THY (TC-TEZ) auf dem damaligen Flughafen Samsun-Samair (Türkei) zu weit hinten auf der Landebahn aufgesetzt und überrollte das Landebahnende in schlammigen Boden hinein. Die Maschine wurde irreparabel beschädigt. Alle 29 Insassen, Besatzungsmitglieder und Passagiere, überlebten den Unfall.Unfallbericht F-27-100 TC-TEZ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 12. August 2019.

Am 9. Mai 1970 verloren die Piloten einer Fokker F-27 Friendship 100 der Philippine Airlines (PI-C532) während des Starts vom Flughafen Illigan/Maria Cristina (Philippinen) bei fast Null Sichtweite die Kontrolle über das Flugzeug. Die Maschine kam von der Startbahn ab, rollte über Sandaufschüttungen und überquerte den Seitenstreifen. Die linke Tragflächenspitze prallte gegen eine Steinhalde, wodurch das Flugzeug ins Schleudern geriet und zerstört wurde. Von den 33 Insassen wurde ein Besatzungsmitglied getötet.

Am 7. Juni 1970 wurde eine Fokker F-27-200 der Indian Airlines (VT-DVG) bei der Landung auf dem Flughafen Agartala (Indien) mit einer höheren als der normalen Landegeschwindigkeit und bei 2775 Fuß (845 Meter) vom Bahnbeginn aufgesetzt. Das Flugzeug überrollte das Landebahnende und wurde irreparabel beschädigt. Alle 39 Insassen, fünf Besatzungsmitglieder und 34 Passagiere, überlebten den Unfall.

Am 1. Juli 1970 überrollte eine Fokker F-27 Friendship 200 der Philippine Airlines (PI-C504) bei der Landung auf dem Flughafen Dumaguete/Sibulan (Philippinen) das Landebahnende. Dabei wurden das Fahrwerk und die rechte Tragfläche schwer beschädigt. Alle 29 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 26 Passagiere, überlebten den Unfall. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt.

Am 6. August 1970 stürzte eine Fokker F-27-200 der Pakistan International Airlines (AP-ALM) 3 Minuten nach dem Start vom Flughafen Rawalpindi (Pakistan) ab. Das Wetter war zum Unfallzeitpunkt sehr schlecht und gekennzeichnet durch Gewitter, Starkregen und böigen Wind. Alle 30 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 26 Passagiere, kamen ums Leben.

Am 29. August 1970 wurde eine Fokker F-27-400 der Indian Airlines (VT-DWT) 19 Kilometer vom Startflughafen Silchar (Indien) entfernt in einen 1500 Meter hohen Berg geflogen, weil die Piloten das vorgeschriebene Abflugverfahren ignoriert hatten. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 39 Insassen getötet, fünf Besatzungsmitglieder und 34 Passagiere.

Am 26. September 1970 verunglückte eine Fokker 27-300 der Flugfelag Islands (TF-FIL) beim Anflug auf den Flughafen Vágar auf der färöischen Insel Mykines, weil die Crew den Sinkflug bei Nebel zu früh eingeleitet hatte. Bei dem Unfall kamen der Kapitän und 7 Passagiere, die sich vorne links in der Maschine befunden hatten, ums Leben. 26 Passagiere und Besatzungsmitglieder überlebten, teilweise schwer verletzt. Drei leichter verletzte Passagiere gingen zu Fuß etwa eine Stunde zur Siedlung Mykines, um Hilfe zu holen.

Am 16. April 1972 stürzte eine Fokker F-27-200 der italienischen Aero Trasporti Italiani (ATI) (I-ATIP) auf dem Flug vom Flughafen Rom-Fiumicino nach Foggia bei Amaseno ab. Etwa 14 Minuten nach dem Start kam es nach dem Einflug in ein Gewittergebiet bei heftigen Turbulenzen zum Kontrollverlust, woraufhin die Maschine rund 100 Kilometer südöstlich von Rom mit hoher Geschwindigkeit abstürzte. Alle 18 Insassen, die drei Besatzungsmitglieder und 15 Passagiere, kamen ums Leben.

Am 12. August 1972 wurde mit einer Fokker F-27-100 der Indian Airlines (VT-DME) im Anflug auf den Flughafen Delhi (Indien) zunächst durchgestartet. Beim zweiten Versuch flog der Kapitän unter die Mindestsinkflughöhe. Als er den Boden erkannte, leitete er viel zu spät ein erneutes Durchstarten ein, allerdings mit voll ausgefahrenen Landeklappen und ausgefahrenem Fahrwerk. Die F-27 schlug 1,5 Kilometer südlich des Flughafens im Gelände auf. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 18 Insassen getötet, vier Besatzungsmitglieder und 14 Passagiere.

Am 26. September 1972 rollte eine Fokker F-27-600 der Garuda Indonesia (PK-GFP), die zu einem Testflug vom Flughafen Jakarta-Kemayoran startete, beim Abheben in einer Höhe von 30 Metern plötzlich nach rechts und stürzte 90 Meter neben der Startbahn ins Gelände. Es befand sich nur eine dreiköpfige Besatzung an Bord, die bei dem Unfall getötet wurde.Unfallbericht F-27-600, PK-GFP, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 1. März 2019.

Am 30. Oktober 1972 wurde eine Fokker F-27-200 der italienischen Aero Trasporti Italiani (ATI) (I-ATIR) auf dem Weg von Rom nach Bari bei Poggiorsini in einen nur 440 Meter hohen Hügel geflogen, noch 35 Kilometer vom Flughafen Bari entfernt. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 27 Menschen an Bord getötet wurden, drei Besatzungsmitglieder und 24 Passagiere.

Am 8. Dezember 1972 wurde eine Fokker F-27-600 der Pakistan International Airlines (AP-AUS) in der Nähe von Jalkot (Pakistan) bei regnerischem Wetter in einen Hügel geflogen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 26 Insassen getötet, vier Besatzungsmitglieder und 22 Passagiere.

Am 30. April 1974 wurde eine F-27-200 Burma Airways (XY-ADM) bei der Landung auf dem Flughafen von Bassein (Birma) spät aufgesetzt. Die Maschine überrollte das Ende der Landebahn, woraufhin das Bugfahrwerk zusammenbrach. Alle 40 Insassen überlebten. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt.

Am 24. Juli 1974 wurde eine Fokker F-27-200 der Air France (F-BPUI) nahe dem Flughafen Nantes in den Boden geflogen, wobei alle drei Menschen an Bord bestehend aus der Besatzung ums Leben kamen (siehe auch Flugunfall der Air France bei Héric).

Am 6. August 1974 detonierte an einer über Nacht geparkten F-27-500 der französischen Air Inter (F-BPNF) auf dem Flughafen Quimper (Département Finistère, Frankreich) eine Bombe unter dem Rumpf, auf der Höhe des Hauptfahrwerks. Die Explosion riss den Rumpf in der Mitte 4 Meter auf. Der obere Rumpf wurde durch die Explosion ebenfalls zertrümmert und die Tragflächen verformt. Die Triebwerke und Verkleidungen wurden verformt und teilweise abgerissen. Über Personenschäden ist nichts bekannt. Das Flugzeug wurde zerstört.Unfallbericht TYP F-BPNF, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 18. Februar 2025.

Am 7. September 1974 wurde eine Fokker F-27-600 der Garuda Indonesia (PK-GFJ), die von Jakarta-Kemayoran zu einem Inlandsflug gestartet war, im Landeanflug kurz vor dem Flughafen Bandar Lampung während eines Unwetters in ein Gebäude geflogen. Von den 36 Personen an Bord wurden 33 getötet, nur drei Passagiere überlebten.Unfallbericht F-27-600, PK-GFJ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. Februar 2021.