Radzim () ist ein Dorf in der Woiwodschaft Westpommern in Polen. Es gehört zur Gmina Radowo Małe (Gemeinde Klein Raddow) im Powiat Łobeski (Labeser Kreis). mini|Ehemaliges Herrenhaus (Aufnahme von 2011). Geographische Lage Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 55 Kilometer nordöstlich von Stettin und gut 20 Kilometer westlich der Kreisstadt Labes. Durch das Dorf verläuft die Woiwodschaftsstraße 147.

Geschichte Ab dem 19. Jahrhundert bildete Radem einen politischen Gutsbezirk, der im Jahre 1910 132 Einwohner zählte.

Später wurden Radem und die benachbarte Landgemeinde Friedrichsgnade zu einer gemeinsamen Landgemeinde zusammengefasst, in der die Wohnplätze Friedrichsgnade, Radem und Rademer Mühle bestanden.

Vor 1884 kaufte Graf Wichard von Königsmarck (1852–1922) das Gut Radem. Dieser war verheiratet mit Lucia von Klitzing, Tochter eines Ritterschaftsrates. Der Kauf erfolgte bereits vor der Verlobung des Paares.Paul Frhr. v. Roëll (Hrsg./Red.): Deutsches Adelsblatt. Wochen-Schrift für die Interessen des christlichen Adels beider Confessionen. №. 12, Jahrgang II, F. A. Günther & Sohn-Selbstverlag, Berlin, Sonntag, den 23. März 1884, S. 147. Die Familie bewirtschaftete auch Schloissin im Kreis Naugard, erworben 1887. Der Graf übernahm in der Region mehrere Funktionen, u. a. den Vorstand der regionalen Brennereiwesens.F. Rothenbach: Die deutsche Essigindustrie. Wochenschrift für das Gebiet der Alkohol-Essigfabrikation und verwandter Betriebszweige. Jahrgang II, Nr. 45, Gebr. Unger-Paul Paetel, Berlin, 9. November 1898, S. 358. Nachfolger als Gutsbesitzer wurde deren Sohn Wichard jun. von Königsmarck (1886–1927), dessen Ehefrau Dorothea Isenberg (1892–1947) in Kekaha auf Hawaii aufgewachsen war. Letzter Vertreter der Familie im Ort war nach der genealogischen Literatur der gleichnamige Wichard (III.) von Königsmarck, 1921 in Radem geboren, Hochzeit mit Rosemarie Curitz aus Regensburg 1943 in Radem.Walter von Hueck, Erik Amburger, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1973. Band VII, Band 56 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1973, S. 249 f.

Die Gemeinde führte zunächst den Namen „Radem“ und wurde zum 5. Mai 1938 in „Friedrichsgnade“ umbenannt.Systematisches Verzeichnis der Namens- und Bestandsänderung von Gemeinden. Auszugsweise abgedruckt, In: Fritz R. Barran: Städte-Atlas Pommern. 2. Auflage. Rautenberg, Würzburg 2005, ISBN 3-8003-3097-0, S. 192. sie gehörte zum Kreis Regenwalde der preußischen Provinz Pommern. Im Jahre 1925 zählte die Gemeinde 359 Einwohner in 75 Haushaltungen und im Jahre 1939 292 Einwohner. Um 1941 wurde als Gutsgröße 821 ha geführt.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A (Uradel) 1942. 115. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 296.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Radem, wie ganz Hinterpommern, an Polen. Die Bevölkerung wurde durch Polen ersetzt. Der Ortsname wurde zu „Radzim“ polonisiert. Heute liegt das Dorf in der polnischen Gmina Radowo Małe (Gemeinde Klein Raddow), in der es zum Schulzenamt Troszczyno (Friedrichsgnade) gehört.Sołectwa bei www.Radowomale.pl.

Söhne und Töchter des Ortes Diethard von Koenigsmarck (1923–2010), deutscher Unternehmer

Weblinks

Radem bei Meyers Gazetteer (mit historischer Landkarte)

Fußnoten

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