mini|„Heilige Madonna ohne Kind mit Spenderehepaar“ (2020)|alt=Das Gemälde „Heilige Madonna ohne Kind mit Spenderehepaar“ aus dem Jahr 2020 Michaela Eichwald (* 1967 in Gummersbach) ist eine deutsche Künstlerin, die hauptsächlich im Bereich Malerei und Skulptur tätig ist, aber auch mit Text und Fotografie arbeitet.

Leben und Werk Eichwald studierte ab 1987 Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte und deutsche Philologie in Köln. Sie bewegte sich in der dortigen Kunstszene im Umfeld der Zeitschriften Texte zur Kunst und Spex, und schrieb ab 1989 Texte und Lyrik. Außerdem realisierte sie Filmprojekte und fotografierte. Dabei arbeitete sie allein oder mit anderen im Kollektiv. Ab Anfang der 1990er Jahre stand sie im engen gedanklichen Austausch mit z. B. Cosima von Bonin, Jutta Koether und Kai Althoff. Im Alter von 30 Jahren entschied sie sich dazu, bildende Künstlerin zu werden und hatte seither weltweit zahlreiche Einzelausstellungen. Seit 2008 lebt Eichwald in Berlin.

Die Künstlerin verfolgt in ihrem Werk einen interdisziplinären Ansatz. Sie verbindet Malerei, Collagen und skulpturale Arbeiten in unterschiedlichen Formaten mit Text in Form von z. B. mittelalterlicher Mystik, zeitgenössischer Lyrik oder mit Stilblüten. Typisch für Eichwalds Werk ist der Einsatz ungewöhnlicher Trägermaterialien wie bedruckte Leinwand, PVC oder Kunstleder, die sie mit Acryl, Öl, Tempera, Sprühfarbe, Beize, Graphit, Firnis und Lack bearbeitet. Für ihre Skulpturen verwendet sie u. a. Hühnerknochen, Radiergummis oder Süßigkeiten, die beispielsweise in Epoxidharz gegossen werden. Ihre Arbeiten, die typischerweise einen ironischen oder selbstironischen Unterton haben, beziehen sich oft auf Theologie, Philosophie, Kunstgeschichte und auf das eigene Lebensumfeld. Sie bewegen sich zwischen abstrakter und figurativer Kunst und sind insbesondere vom Dadaismus und der Postmoderne seit 1970 beeinflusst.

Seit 2006 betreibt Eichwald den Blog uhutrust.com, auf dem sie Fotos und Texte teilt. Seit dem Sommersemester 2021 hat sie eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste Wien für abstrakte Malerei inne.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen 1997: Galerie Daniel Buchholz, Köln 2000: Ich kann nicht zulassen, dass eine Differenz auftritt zwischen dem, was ich bejahe und dem, was ich verneine. Kunstverein Braunschweig 2007: Vilma Gold, London 2008: Ergriffenes Dasein, Artist, Writer Mentalist. Reena Spaulings Fine Art, New York Projektion. European Kunsthalle c/o Ebertplatz, Köln 2014: Der Aron Schreckmuster Preis. Palais de Tokyo, Paris 2015: Gesellschaft III. Bamberger Kondition. Villa Concordia, Bamberg 2015: quo vadis gnothi sauton und cui bono. Overduin & Co., Los Angeles 2016: Absolution. Silberkuppe, Berlin 2017: Frank. Reena Spaulings, New York 2018: SEID IHR DOOF ODER WAS?!???! Werke aus 20 Jahren. Kunstverein Schwerin 2018: Popanz Moloch Muff und Puff. Maureen Paley, London 2018: Suchende soll dahin gehen. Isabella Bortolozzi, Berlin 2019: Kartoffelschälgruppe Fragmentkörper. Morena di Luna, Maureen Paley, Hove 2019: bitte abholen und wegbringen. dependance, Brüssel 2020/21: Michaela Eichwald. Städtische Galerie im Lenbachhaus München 2020/21: Michaela Eichwald. Walker Art Center, Minneapolis 2021/22: Auf das Ganze achten und gegen die Tatsachen existieren, Kunsthalle Basel 2023: Michaela Eichwald. Freie Bahn ins Glück, Neue Galerie Gladbeck

Gruppenausstellungen

2006: Operation am offenen Pferd. Kölnischer Kunstverein, Köln 2007: Ich hätte durchaus die Kraft, gar nichts zu tun, Kunstverein in Hamburg 2010: BigMinis. Fetishes of Crisis. CAPC Museum für zeitgenössische Kunst von Bordeaux 2013: Some End of Thing. Kunstmuseum Basel Gegenwart 2014: The Forever Now: Contemporary Painting in an Atemporal World. MoMA, New York 2014: 8. Berlin Biennale 2015: Painting 2.0: Expression in the Information Age, Museum Brandhorst, München 2015: Raw And Delirious, Kunsthalle Bern 2015: Künstler und Dichter. Wiener Secession 2017: Painting 2.0, Mumok, Wien 2017: Rennes Biennale 2018: Michaela Eichwald, Stefan Tcherepnin + Sanity. Jo Brand, Glasgow

Veröffentlichungen Gewärtigen gegenwärtigen. 10 Jahre sind kein Tag. Ausgewählte Beiträge 1989–1999 b_books Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-933557-16-X Flower Photo Colouring, Rookie Books, Basel 2024, ISBN 978-3-9525690-2-3

Weblinks

Michaela Eichwald bei artnet Eichwalds Blog Uhutrust

Einzelnachweise

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