mini|Heckansicht
Der Hyundai Ioniq 5 ist ein batterieelektrisch angetriebenes Crossover-SUV. Der südkoreanische Hersteller Hyundai spricht von einem Crossover Utility Vehicle (CUV).
Die Produktion des Wagens erfolgte zunächst ausschließlich im südkoreanischen Ulsan. Seit Oktober 2024 wird der Ioniq 5 auch im US-amerikanischen Bryan County gebaut.
Modellgeschichte
Vorgeschichte Einen ersten Ausblick auf die Gestaltung künftiger Elektroautos des Herstellers präsentierte Hyundai im September 2019 auf der IAA in Frankfurt am Main mit dem Hyundai 45 EV Concept. Optisch sollte die neue Designlinie an den 1974 vorgestellten Hyundai Pony erinnern. Die Zahl „45“ im Namen des Konzeptfahrzeugs soll auf das 45-jährige Jubiläum des Pony anspielen. Im Innenraum verfügt das Konzeptfahrzeug über ein breites Informationsdisplay. Außerdem sind die Vordersitze drehbar.
Im August 2020 gab Hyundai bekannt, mit Ioniq eine neue Submarke für batterieelektrische Fahrzeuge gegründet zu haben; bis dahin wurde der Name für die Schräghecklimousine Hyundai Ioniq genutzt. Bis zum Jahr 2024 wurden drei Elektroautos – darunter der Ioniq 5 – angekündigt, die alle auf der neuen Electric Global Modular Platform (E-GMP) basieren, die schnelles Aufladen und eine große Reichweite ermöglicht. Auch diverse Modelle von Kia (z. B. EV6) und Genesis (z. B. GV60) sollen diese Plattform nutzen. Der Name „Ioniq“ setzt sich aus „Ion“ (geladenes Teilchen) und „unique“ (einzigartig) zusammen.
Serienfahrzeug Den Ioniq 5 präsentierte Hyundai am 23. Februar 2021 über eine Online-Veranstaltung. Das Design, für das der Designer Luc Donckerwolke verantwortlich zeichnet, orientiert sich am 2019 vorgestellten Konzeptfahrzeug, fällt gegenüber diesem aber höher aus. Auffällig sind der lange Radstand von drei Metern, die kurzen Überhänge, die große Serienbereifung (Standard 19", optional 20") und die C-Säule im 45-Grad-Winkel. Die an die Optik früher Videospiele erinnernden Pixel-Elemente unter anderem in den LED-Leuchten und dem Rückleuchtenband lassen neben dem Hyundai Pony auch an den DeLorean DMC-12 denken.
mini|Typ-2-Ladeanschluss mit Ladeanzeige in Pixeloptik
In den Handel kam die Baureihe im Juni 2021. Zunächst erhältlich war das auf europaweit 3000 Exemplare limitierte Sondermodell, welches in Deutschland Project 45 heißt, mit einem 72,6-kWh-Lithium-Polymer-Akkumulator und Allradantrieb. Als Konkurrenzmodelle werden unter anderem Audi Q4 e-tron, Nissan Ariya, Škoda Enyaq oder VW ID.4 genannt.
Für das Modelljahr 2023 präsentierte Hyundai im April 2022 eine technisch überarbeitete Version. So hat der größere Akku fortan wie der Kia EV6 einen Energieinhalt von 77,4 kWh, wodurch die maximale Reichweite auf über 500 km ansteigen soll. Außerdem sind nun kamerabasierte Innen- und Außenspiegel verfügbar.
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Disney präsentierte Hyundai im April 2023 auf der New York International Auto Show den Ioniq 5 als Disney100 Platinum Concept. Diverse Bauteile sind in Anlehnung an Figuren des Medienunternehmens gestaltet; beispielsweise sollen die Felgen an die Ohren von Micky Maus erinnern. Eine auf 1000 Exemplare limitierte Serienversion dieses Konzeptes soll Anfang 2024 in den Handel kommen.
Mit dem Ioniq 5 N präsentierte Hyundai im Juli 2023 auf dem Goodwood Festival of Speed eine Sportversion der Baureihe. Sie kam im Frühjahr 2024 auf den Markt. In Südkorea und Japan ist sie auch als DK Edition erhältlich. Diese Version wurde zusammen mit dem „Drift King“ Keiichi Tsuchiya entwickelt und soll für Driften optimiert sein. So werden beispielsweise größere Bremsen verbaut und die Reifen sollen besser greifen, wenn sie über Asphalt rutschen.
Eine im März 2024 vorgestellte überarbeitete Version des Ioniq 5 wird seit August 2024 verkauft. Wegen neuer Stoßstangen wird der Wagen zwei Zentimeter länger. Zudem führte Hyundai die sportlicher gestaltete Variante N Line und ausschließlich in Nordamerika die geländegängigere Variante XRT ein.
Hochautomatisierte Variante Gemeinsam mit Aptiv präsentierte Hyundai im September 2021 auf der IAA in München vom Ioniq 5 eine Version, die nach Autonomiestufe 4 fahren können soll. Im Dezember 2022 startete eine Testphase in Las Vegas. Ab 2024 soll diese Variante als „Robotaxi“ kommerziell Personen in den USA befördern. Weitere Länder sollen danach folgen.
N Time Attack Spec Für die Teilnahme am Pikes Peak International Hill Climb 2024 präsentierte Hyundai im Juni 2024 auf Basis des N die optimierte Version „Time Attack Spec“. Sie hat aerodynamische Anpassungen wie einen großen Heckflügel sowie Verbreiterungen der Kotflügel. Weiter wurden Reifen, Bremsen und das Fahrwerk angepasst. Die maximale Leistung wurde auf 505 kW (687 PS) gesteigert. Mit einer Zeit von 09:54.901 Minuten erzielte das Modell beim Bergrennen einen neuen Rekord für „modifizierte SUV“.
Technik Die Plattform hat eine Tragstruktur aus ultrahochfestem Stahl zum Einbau der Batterie und ein Stahlfahrwerk mit Fünflenkerhinterachse. Außen hat der Ioniq 5 bündig in die Karosserie integrierte Türgriffe, die auf Wunsch bei Annäherung automatisch herausfahren können.
Antrieb mini|Motorraum Die heckangetriebenen Ioniq 5 haben einen Elektromotor an der Hinterachse. Dieser Motor leistet zwischen 120 und 168 kW und erreicht ein maximales Drehmoment von 350 Nm. Die Allradvarianten haben zudem einen Elektromotor an der Vorderachse mit einer Leistung zwischen 53 und 74 kW und einem maximalen Drehmoment von 255 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit ist für alle Modelle auf 185 km/h begrenzt. Die maximale Anhängelast wird bei den Modellen mit der größeren Batterie mit 1,6 Tonnen angegeben.
Im N leistet der hintere Motor 282 kW und der vordere 166 kW. So ergibt sich eine Gesamtleistung von 448 kW. Per sogenanntem N Grin Boost kann die maximale Leistung für zehn Sekunden auf 478 kW erhöht werden. Das maximale Drehmoment liegt bei 770 Nm, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 260 km/h angegeben. Um ein sportliches Fahrgefühl zu vermitteln, wird das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe aus anderen N-Fahrzeugen Hyundais simuliert. Dabei wird einerseits die Drehmomentabgabe des Motors elektronisch so gesteuert, dass Rucke für Schaltvorgänge abgebildet werden. Andererseits ist es möglich, Auspuffgeräusche über innere und externe Lautsprecher nachzuahmen.
Batterie und Ladefähigkeit Für das SUV stehen zwei Batteriegrößen zur Auswahl. Die kleinere hat einen nutzbaren Energieinhalt von 58 kWh, die größere 72,6 kWh (ab 2022: 77,4 kWh). Beide sind mit Hinterrad- oder Allradantrieb kombinierbar. Die maximale Reichweite wird mit 362 bis 507 km nach WLTP angegeben. Die in den Batterien verbauten Lithium-Polymer-Zellen werden vom südkoreanischen Hersteller SK Innovation bezogen. Mit dem Ioniq 5 kommt erstmals in einem Volumenmodell eine 800-Volt-Schnellladetechnik zum Einsatz, wie sie zuvor nur in Elektro-Sportwagen wie Porsche Taycan und Audi RS e-tron GT verfügbar war; möglich ist zudem das Laden mit 400 Volt. Mit einer Ladeleistung von bis zu 240 kW soll der große Akkumulator unter optimalen Bedingungen von 10 auf 80 Prozent in 18 Minuten geladen werden können. In fünf Minuten kann Energie für 100 km (WLTP) nachgeladen werden. Das Fahrzeug unterstützt bidirektionales Laden bis zu 3,6 kW. Ab der Ausstattung Techniq ist eine Wärmepumpe und wärmedämmende Frontscheibe enthalten. Gegen Aufpreis gibt es ein Solardach, das die Fahrzeugelektronik sowie die Fahrzeugbatterie versorgen kann; es soll die Reichweite bis zu 2.000 km pro Jahr erhöhen können.
Eine höhere Energiedichte hat die Batterie im N. Dadurch erhöht sich der Energieinhalt bei gleichem Platzbedarf auf 84 kWh. Die maximale Ladeleistung soll hier 350 kW betragen. Mit der Modellpflege 2024 erhielten auch die anderen Ioniq 5 diesen Akku.
Innenraum Der Radstand ist mit drei Metern deutlich länger im Vergleich zu anderen Modellen in diesem Segment, weshalb das Platzangebot im Innenraum größer als für die Fahrzeugklasse üblich ausfällt. Zudem sind die Sitzlehnen dünn gehalten und die im Verhältnis 60:40 umklappbare Rückbank ist genauso wie ab der Ausstattung Techniq die Mittelkonsole verschiebbar. An vielen Stellen werden Materialien aus nachhaltigen Ressourcen wie Zuckerrohr, recycelten Plastikflaschen oder geborgenen Geisternetzen verwendet.
mini|Innenraum mit zwei nebeneinander angeordneten Displays und einer weiteren Bedieneinheit mittig darunter
Es kommen zwei 12,25 Zoll große Displays zum Einsatz, optional ist ein Head-up-Display erhältlich. Das Infotainmentsystem kann auch mittels Spracherkennung gesteuert werden. Die Kopplung mit einem Smartphone ist kabelgebunden über Apple CarPlay oder Android Auto möglich. Weitere Funktionen sollen mittels Over-the-Air-Updates freigeschaltet oder nachgerüstet werden können. In der Mittelkonsole befindet sich außerdem eine schmale Knopfleiste, über die sich beispielsweise die Klimaanlage steuern lässt.
Statt klassischer Sitze werden im N Rennschalensitze verbaut. Außerdem ist die Mittelkonsole nicht verschiebbar.
Assistenzsysteme Zahlreiche Fahrerassistenzsysteme stehen für den Ioniq 5 – teilweise gegen Aufpreis – zur Verfügung. Beispielsweise ist er das erste Hyundai-Modell mit einem sogenannten Autobahnassistenten der zweiten Generation (HDA 2.0, Level 2 Autonomes Fahren), der den Wagen nicht nur in der Spur halten, sondern den Fahrer auch bei einem Spurwechsel unterstützen kann. Weitere Systeme sind beispielsweise ein autonomer Notbremsassistent, ein Aufmerksamkeitsassistent oder ein Ausstiegsassistent.
Sicherheit Im Herbst 2021 wurde der Ioniq 5 vom Euro NCAP auf die Fahrzeugsicherheit getestet. Er erhielt fünf von fünf möglichen Sternen.
Ausstattung Neben der Basisvariante stehen je nach Region weitere Ausstattungspakete zur Wahl. In Deutschland enthält das Paket Dynamiq u. a. weitere Assistenzsysteme und ein Heizsystem für die Batterie. Auf dieser Ausstattung baut Techniq auf. Es bietet beispielsweise eine Wärmepumpe, eine verschiebbare Mittelkonsole, Voll-LED-Projektionsscheinwerfer und dunkel getönte Scheiben ab der B-Säule. Die höchste Ausstattungslinie stellt Uniq dar. Hier wird zusätzlich u. a. eine elektrische Heckklappe geliefert, auch die Türgriffe fahren elektrisch aus. Über das Head-up-Display hinaus gibt es eine Totwinkelanzeige im Fahrerdisplay, die belüfteten Ledersitze haben Ziernähte und im Auto ist ein Lautsprechersystem von Bose mit Subwoofer integriert.
Hyundai deklariert auch die stärkeren Motorisierungen als Sonderausstattung, so dass entsprechende Fahrzeuge trotz eines Listenpreises von über 40.000 Euro (netto) in Deutschland den gesamten Umweltbonus erhielten.
Technische Daten