Ein Spielmodus oder kurz Modus ist eine Spielvariante in einem Computerspiel. Häufig kann im Mehrspieler-Teil eines Computerspiels zwischen verschiedenen Spielmodi gewählt werden. Dabei ändern sich normalerweise die Start- oder Siegbedingungen. Im Folgenden werden bekannte Spielmodi in Computerspielen dargestellt.

Einzelspieler- und Mehrspielermodus Einzelspieler Die meisten Spiele verfügen über einen Einzelspielermodus (im Englischen auch Singleplayer genannt), in welchem der Spieler ohne weitere menschliche Mitspieler gegen Computergegner, die von einer künstlichen Intelligenz repräsentiert werden, spielt (Player versus Environment). Teilweise kann er auch mit sogenannten Nicht-Spieler-Charaktern (NPCs) Dialoge führen oder Handeln. Häufig spielt der Spieler in diesem Modus einzelne Level oder Missionen.

Einige Spiele verfügen über eine eigene Geschichte und Handlung, die in Form von Zwischensequenzen, Skriptsequenzen, Textfeldern, Dialogfenstern oder eines Full Motion Videos erzählt wird. Dieser Modus wird daher auch als Kampagne bezeichnet. In vielen Spielen hat der Spieler außerdem die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad der künstlichen Intelligenz anzupassen. Einige Spiele bieten außerdem einen „New Game Plus“-Modus an, bei dem der Spieler nach dem Durchspielen des Spieles oder Erreichen eines bestimmten Wert das Spiel mit veränderten Werten neustarten kann und so der Wiederspielwert gesteigert wird. Weiterhin bieten einige Spiele einen Tutorial- oder Testmodus an, um den Spieler mit dem Spiel vertraut zu machen.

Mischformen Ein Wettbewerb mit anderen Spielern kann auch im Einzelspieler erfolgen, z. B. durch den Vergleich mit einer Highscore-Tabelle, einzelnen Herausforderungen oder im Rahmen eines Speedruns (in Rennspielen auch „Zeitrennen“). Des Weiteren verfügen einige Spiele über einen Koop-Modus, welcher es dem Spieler ermöglicht, mit anderen Mitspielern eine typische Einzelspielermission zu spielen. Während viele Koop-Missionen den Einzelspieler übertragen und den Koop-Modus damit optional machen, gibt es auch einige Missionen, die nur im Koop-Modus richtig funktionieren, da jeder Spieler bestimmte Aufgaben erfüllen muss.

Mehrspieler Im reinen Mehrspielermodus (im Englischen auch „Multiplayer“ genannt), kämpft der Spieler gegen menschliche Gegner (Player versus Player) oder kämpft gemeinsam mit anderen Spielern gegen Computergegner. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Kommunikation zwischen den Spielern via Text- oder Sprachchat. Der Prozess der Erstellung und Verwaltung von Mehrspieler-Spielesitzungen wird auch als Matchmaking bezeichnet.

Der Mehrspielermodus kann über einen Gameserver in einem Netzwerk gespielt werden, also entweder über LAN im Heimnetzwerk (LAN-Party) oder über das Internet (Onlinespiel). Weiterhin können Spieler in einigen Spielen auf demselben Bildschirm in einem sogenannten Split-Screen-Modus spielen. Dieser Modus wird auch als lokaler Mehrspieler oder Couch Multiplayer bezeichnet. Ein asynchroner Mehrspielermodus kann über den Wechsel der Spieler vor dem Computer oder der Konsole (Hot Seat) oder den Austausch von Spieledaten wie dem Savegame via E-Mail (Play-by-E-Mail), Internet oder Datenträger erfolgen. Im Crossplay-Modus spielt der Spieler auf einem Server mit Spielern von unterschiedlichen Plattformen wie Computer, Konsole, Handheld oder Smartphone.

Es kann außerdem zwischen der Anzahl der Spieler unterschieden werden. Ein Modus mit vielen Spielern wird auch als Massively Multiplayer Online Game (MMOG) bezeichnet. Während viele Einzelspieler das Verwenden von Cheatcodes und Mods unterstützen, sind diese meist im Mehrspielermodus verboten und werden auch als Hack bezeichnet. Einige Spiele verfügen aber über nutzerbetriebene Spieleserver mit eigenen Spielmodi (User-generated content) oder Funserver. Des Weiteren verfügen einige Spiele über einen freien Modus, in welchem die Spielfiguren der Spieler sich frei in der offenen Spielwelt bewegen können und oft Quests erfüllen können. Häufig ist die Spielwelt dabei auch eine persistente Welt, die sich dynamisch verändert. Viele Spiele mit einem „Games as a service“-Modell versuchen die Langzeitmotivation von Spielern durch regelmäßige neue Spielmodi, Events und Veränderungen in den Modi zu erhalten. Weitere Spiele lassen es außerdem zu, Spielmodi sehr differenziert anzupassen, so dass diese vom eigentlichen Prinzip und den Regeln des Modus abweichen können.

Shooter Ein Shooter ist ein Computerspiel, in dem sich die Spielfigur frei in einer Spielwelt bewegt und vor allem durch den Einsatz von Schusswaffen ein Spielziel erreichen muss.

Deathmatch Deathmatch (in etwa Kampf um Leben und Tod) bezeichnet eine populäre Mehrspielervariante bei Computerspielen, meist in Ego-Shootern.

Das Spielziel beim Deathmatch ist es, durch das Töten der Spielfiguren anderer Spieler so viele Punkte – sogenannte Frags oder Kills – wie möglich zu erreichen. Nach dem Tod erstehen Spielfiguren nach wenigen Sekunden an einer anderen Stelle des Levels wieder auf, um sich wieder am Spiel zu beteiligen. Begrenzt wird der Spielverlauf durch ein festgelegtes Zeit- oder Fraglimit.

Da es keine übergeordneten strategischen Ziele gibt und die Spielfigur jedes Spielers endlos viele Leben besitzt, rückt der Kampf zwischen zwei oder mehr Kontrahenten als alleiniges Spielelement in das Zentrum. Doch besteht der Reiz am Deathmatch durchaus nicht in der Gewalt, sondern in erster Linie darin, dass die Geschicklichkeit des Einzelnen spielentscheidend ist: Reaktionsschnelligkeit, Zielsicherheit, gekonnter Umgang mit den verschiedenen Waffen, Geschicklichkeit in der Bewegung und die genaue Kenntnis des jeweiligen Levels kommen beim Deathmatch in elementarer Weise zur Geltung.

Der Begriff Deathmatch wurde erstmals 1993 durch die Firma id Software mit dem Spiel Doom geprägt; beim Starten des Koop-Modus auf der Kommandozeile konnte man durch den zusätzlichen Parameter „-deathmatch“ statt eines Koop-Spiels ein Jeder-gegen-jeder-Spiel initiieren.GameStar 08/2010, S. 97 Vereinzelt werden für das gleiche Spielprinzip auch andere Bezeichnungen wie „Slayer“ oder auch die weniger martialische Bezeichnung Free for all (oft mit der Abkürzung „FFA“ angegeben) verwendet.

Standard-Deathmatch Auch Straight Deathmatch oder Free for All genannt (frei übersetzt etwa Jeder gegen Jeden). Jeder Spieler versucht auf sich allein gestellt gegen die übrigen Spieler zu gewinnen.

1-on-1-Deathmatch Diese Variante des Deathmatch, die auch als duel (Duell) oder tourney (Turnier) bezeichnet wird, wird in Form eines Zweikampfs ausgeführt. Anders als beim tendenziell unübersichtlichen Deathmatch mit vielen Spielern sind duels stark taktisch geprägt. Die beiden Spieler müssen die jeweilige Spielumgebung genau kennen und versuchen, stets den Aufenthaltsort der Spielfigur ihres Gegners in Erfahrung zu bringen und seine Aktionen im Voraus einzuschätzen, um die eigene Taktik darauf abzustimmen.

Team-Deathmatch Zwei oder mehr Teams kämpfen gegeneinander, die einzelnen Frags jedes Spielers werden zum Teamkonto addiert. Beim Team Deathmatch (TDM) spielt die Kontrolle von strategisch wichtigen Bereichen (zum Beispiel Standorte von Waffen oder Power-ups) im Level durch das eigene Team eine große Rolle.

Last Man Standing Last Man Standing (LMS) ist eine Variation des Deathmatch-Modus, bei der die Spielfigur jedes Spielers eine begrenzte Anzahl von Leben hat. Durch diese Regeländerung beginnt das Spiel mit vielen Spielern und endet für gewöhnlich in einer Duell-Situation zwischen den beiden letzten Spielern. Der Spieler mit der letzten überlebenden Spielfigur gewinnt die Runde.

Battle Royale

Eine besondere Variante von Last man Standing ist der Battle-Royale- bzw. Hunger-Games-Modus, der außerdem noch Survival-Elemente hinzufügt. Dabei muss der Spieler meist zufällig verteilte Gegenstände in der Karte finden und aufsammeln, um sich dadurch für den Kampf aufzurüsten. Die Spiele orientieren sich dabei an Werken wie Battle Royale und Die Tribute von Panem und fügen eine Begrenzung der Karte ein, die immer kleiner wird und so die Spieler zu einem bestimmten Punkt lenkt, oder setzen Airdrops oder bestimmte Zonen dafür ein. Auch nicht spielbare Charaktere wie Zombies sowie Sandbox-Spiel-Elemente (Bauen und Werken) können vorhanden sein. Spieler können meist alleine, zu zweit oder im Team spielen.

Bekannte Beispiele hierfür sind PUBG: Battlegrounds, Fortnite Battle Royale, Ring of Elysium, Apex Legends, H1Z1: King of Kill, ARK: Survival of the Fittest sowie Mods, Spielmodi und Plugins für Shooter und Sandboxspiele wie Minecraft, Gefahrenzone in Counter-Strike: Global Offensive oder Arma 2.

King of the Hill Der Spielmodus King of the Hill verbindet die Grundregeln des Deathmatch mit denen traditioneller Fangspiele: Die Spielfigur eines Spielers ist der King of the Hill. Er erhält für seine Abschüsse mehr Punkte oder hebt sich durch Spezialfähigkeiten von den übrigen Spielern ab (so z. B. in Unreal Tournament 2003 in der als Mutant bezeichneten Variante unendlich Munition, Tarnung und höhere Geschwindigkeit). Alle übrigen Spieler müssen versuchen, den King of the Hill zu töten. Gelingt dies einem Spieler, bekommt dieser zusätzliche Punkte und wird selbst zum King of the Hill. Das Abschießen der Spielfigur eines normalen Mitspielers hat in der Regel keinen Effekt auf das eigene Punktekonto.

Beispiele: Unreal, Jedi-Master-Modus in Star Wars Jedi Knight II: Jedi Outcast

Rambo Match Hierbei besitzt der King of the Hill eine Spezialwaffe, welche Spielfiguren seiner Mitspieler mit nur einem Schuss tötet (Siehe auch unten: InstaGib).

Capture the Flag Vorbild für diesen Spielmodus ist das Geländespiel Capture the Flag.

Bei Capture the Flag (CTF) stehen sich 2 Teams gegenüber (traditionell durch die Farben Rot und Blau gekennzeichnet), üblicherweise mit einer Mannschaftsstärke von fünf bis sieben. Je nach Natur des Computerspiels können auch weniger oder mehr Spieler ein Team bilden. Jedes Team besitzt eine meist baugleich gestaltete Basis (engl. base), in der eine Fahne (engl. flag) in der eigenen Team-Farbe an einem festen Platz aufgestellt ist.

Ziel des Spieles ist es, die gegnerische Fahne in die eigene Basis und dort in Kontakt mit der eigenen Fahne zu bringen, um so zu punkten. Die Spielfigur jedes Spielers kann die Fahne des gegnerischen Teams entwenden und damit zum Fahnenträger (engl. flag carrier) werden. Üblicherweise gilt, dass zum Erobern der gegnerischen Fahne die eigene Fahne sich an ihrem Standort befinden, das heißt gesichert sein muss. Um die eigene Fahne im Fall einer Entwendung wieder dorthin zurückzubringen, reicht die einfache Berührung der fallen gelassenen Fahne durch ein Mannschaftsmitglied, wodurch sie sofort zurück in die eigene Basis zurück teleportiert (engl. return) wird. Ist die Fahne des Gegners erobert worden, bekommt das Team einen Punkt gutgeschrieben und die gegnerische Fahne erscheint wieder in ihrer Basis, um erneut verteidigt bzw. geraubt werden zu können. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass der Fahnenträger meistens eingeschränkt ist, so dass er bspw. nicht mehr springen und/oder sprinten kann. Dadurch wird der Fokus mehr auf „Teamplay“ gelegt, da der Fahnenträger es sehr schwer hat, alleine zur eigenen Basis zu kommen.

Es werden im Allgemeinen Punkte für das Erobern (engl. capture) der Fahne, sowie (oftmals für Sieg und Niederlage irrelevante) Punkte (oder Frags) für das Ausschalten der Gegenspieler gegeben. Eine Runde Capture the Flag wird entweder durch ein Punktelimit oder durch ein Zeitlimit begrenzt.

Variationen Ein dem CTF ähnlicher Spielmodus kommt unter anderem in dem Spiel Halo: Kampf um die Zukunft vor. Aufgabe der Spieler ist es, die eigene Fahne in die gegnerische Basis zu bringen und dort die Fahne zu berühren. Dadurch gestaltet sich der Spielverlauf schneller, da der Weg in die gegnerische Basis zwar freigekämpft werden muss, der Rückweg aber entfällt. (Vgl. auch #JailBreak)