Plöckendorf (fränkisch: BlegadoafE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 55. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: blégɒdǫɘf.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rednitzhembach im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Plöckendorf liegt in der Gemarkung Rednitzhembach.

Geografische Lage Das Pfarrdorf Plöckendorf bildet mit Igelsdorf im Nordwesten, Untermainbach im Süden eine geschlossene Siedlung. Im Osten fließt die Rednitz vorbei, im Norden liegt das Waldgebiet Reutschacht. Die Staatsstraße 2409 führt zur Anschlussstelle 56 (Schwabach-Süd) der A 6 (2,3 km nordwestlich) bzw. an Rednitzhembach vorbei nach Pfaffenhofen (4,3 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rednitzhembach (0,9 km südöstlich) bzw. nach Igelsdorf (1 km westlich). Am westlichen Ortsrand liegt der Haltepunkt Rednitzhembach an der Bahnstrecke Nürnberg–Roth, die von der S 2 bedient wird.

Geschichte 1345 wurde der Ort als „Plykendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Die heutige Form ist erst seit 1867 in Gebrauch. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Blicko, der Personenname des Siedlungsgründers.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 55.Nach W. Ulsamer: 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 441, Ersterwähnung 1340 als „Plikendorff“.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Plöckendorf 10 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Schwabach. Grundherren waren das Kastenamt Schwabach (3 Ganzhöfe, 3 Köblergüter, 1 Gütlein, 1 Zapfenwirtschaft) und Nürnberger Eigenherren (von Welser: 1 Ganzhof, von Fürer: 1 Ganzhof).F. Eigler: Schwabach, S. 413f.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 359.

Von 1797 bis 1808 unterstand Plöckendorf dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Plöckendorf dem Steuerdistrikt Rednitzhembach (I. Sektion) und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Rednitzhembach zugeordnet. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand ein Anwesen von 1822 bis 1836 dem Patrimonialgericht Haimendorf.F. Eigler: Schwabach, S. 480f.

1895 wurde bei Plöckendorf der Haltepunkt Rednitzhembach an der Bahnstrecke Nürnberg-Treuchtlingen eröffnet. Dadurch – aber vor allem infolge des Zuzugs von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg – wuchs die Bevölkerung stark an.

Baudenkmäler In Plöckendorf gibt es zwei Baudenkmäler: Bahnhofstraße 2: Ehemaliges Wohnstallhaus Zwischen den Brücken 1: Nebengebäude

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2021Einwohner 62 72 86 65 63 76 99 432 911 1017 1942 2145HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 12 11 13 15 19 61 164 454 Quelle

Religion Plöckendorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Willibald (Büchenbach) gepfarrt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Johannes der Täufer (Schwand bei Nürnberg) zuständig. 1960/61 wurde im Ort die römisch-katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz errichtet.W. Ulsamer: 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 441f.

Persönlichkeiten Peer Schmidt (* 1958 in Plöckendorf; † 2009), Historiker und Hochschullehrer

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Rednitzhembach Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1345 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)