mini|hochkant mini|hochkant mini|hochkant|Kriegsdenkmünze 1813–14, dessen Band auch der Fahne verliehen wurde mini|hochkant|Erinnerungskreuz Königgrätz 1866, dessen Band auch der Fahne verliehen wurde

Das Infanterie-Regiment von Borcke (4. Pommersches) Nr. 21 war ein von 1813 bis 1919 bestehender Infanterieverband der Preußischen Armee.

Es ist das 21. Regiment der Heeresstruktur Preußens, die erweitert die des Norddeutschen Bundes und später des Deutschen Reiches (außer Bayern) wurde.

Allgemeines Stiftungstag 1. Juli 1813

Gedenktage 21. Januar 1871: Tag von Dijon 30. August 1914: Tag von Tannenberg

Regimentsmärsche Parademarsch: Fridericus-Rex-Grenadiermarsch (AM II, Nr. 198)Friedericus Rex Grenadiermarsch (AM II, Nr. 198) Präsentiermarsch: Pepita-Marsch (AM II, Nr. 160)Pepita-Marsch (AM II, Nr. 160) mini|hochkant|Säkularband, wie es 1913 zum 100-jährigen Bestehen des Regiments den Fahnen verliehen wurde, hier als Beispiel eines ostpreuß. Regiments. Bei IR 21 stand auf den unteren Bändern „Pommersches Miliz Bataillon Nr. 4“ bzw. Nr. 5 bzw. Nr. 2

Geschichte Formierung und Befreiungskriege Durch Allerhöchste Kabinettsorder (A.K.O.) vom 20. Dezember 1812 und 12. Januar 1813 sollte die preußische Armee durch neue Miliz-Bataillone in der Kriegsstärke der Linien-Bataillone vermehrt werden. Dazu wurde z. B. in der Provinz Pommern aus neuen Rekruten und Stammpersonal der Linien-Bataillone des 1. Pommerschen Infanterie-Regiments, des Colbergschen Infanterie-Regiments sowie des pommerschen Grenadierbataillons Nr. 8 die Miliz-Bataillone Nr. 1 bis 8 geschaffen. So auch entstand aus Grenadieren in Colberg das später nach Wollin verlegte Miliz-Bataillon Nr. 4, aus Musketieren des 2. Bataillon des Colbergschen Regiments das später nach Greiffenberg verlegte Miliz-Bataillon Nr. 5 und aus Füsilieren ebenfalls des Colbergschen Regiments in Cörlin das Miliz-Bataillon Nr. 2. Diese wurden während ihres Einsatzes bei der Belagerung der Festung Stettin, die von aus Russland rückfließenden französischen Truppen besetzt worden war, dann in Reserve-Bataillone Nr. 1, 2 und 4 des Colbergschen Regiments umbenannt. Durch Kabinettsorder vom 1. Juli 1813 wurde aus diesen 1., 2. und 4. pommerschen Reserve-Bataillonen des Colbergschen Infanterie-Regiments Nr. 9 das I., II. und Füsilier-Bataillon des neuaufgestellten 9. Reserve-Infanterie-Regimentes gebildet, welches nach einer weiteren Kabinets-Ordre vom 12. Juli zusammen mit dem Colbergschen Infanterie-Regiments Nr. 9 der 6. Brigade des III. Armeekorps unterstellt wurde. Die Vereinigung des Regiments geschah bei Berlin am 7. August 1813., Das Regiment nahm an den Befreiungskriegen 1813–1815 teil und kämpfte bei Großbeeren (23. August 1813), Dennewitz (6. September), Leipzig (I. Bataillon, 18. Oktober) Arnheim (30. November), Fort St. Andreas (14. Dezember), 11.–13. Januar und 1.–2. Februar 1814 vor Antwerpen (I. und Füsilier-Bataillon), Herzogenbusch (26. Januar 1814), 9. März 1814 bei Laon (I. und Füsilier-Bataillon), 16.–30. März 1814 vor Soissons und 1. April 1814 bei Compiègne.

Bei Wiederausbruch des Krieges 1815 wurde durch Umorganisation der Armee das III. zum II. Armee-Korps und das 9. Reserve-Regiment der 8. Brigade unterstellt., Es war bei Ligny (16. Juni 1815) Wawre (18. Juni), vor Mariembourg und Philippeville (24. Juni bis 21. Juli 1815), vor Givet (22. Juli bis 29. August 1815) und bei Médy-Bas (15. September 1815).

Am 15. Juni 1815 erfolgte die Verleihung dreier neuer Linienfahnen nebst dem Band der Kriegsdenkmünze 1813/14 durch Allerhöchste Kabinettsorder, am 30. September 1815 die Nagelung der Fahnen aller neuaufgestellten Regimenter des II. Armee-Korps in der Wohnung des Prinzen August von Preußen in Givet.

Westpreußen und Posen 1830–32 war das Regiment aufgrund der Cholera-Pandemie und geflohener polnischer Aufständischer aus Russisch-Polen in Westpreußen im Einsatz. 1846–51 zur Bekämpfung polnischer Unruhestifter in Posen. Hierbei nahm es an den Gefechten am 22. April 1848 in Strelno und am 2. Mai 1848 in Sokolowo teil.

Heeresreform Zur Aufstellung seines Tochterregiments, des 8. Pommerschen Infanterie-Regiments Nr. 61, erfolgten starke Abgaben an Personal an dieses (5. Mai 1860). Mit diesem nun sogenannten Schwesterregiment wurde die 8. Infanterie-Brigade gebildet. Es blieb bis 1890 mit ihm in dieser Brigade vereint, ab 1890 in der 70. Infanterie-Brigade im XVII. Armee-Korps.

Deutsch-Dänischer Krieg 1864 während des Deutsch-Dänischen Krieges stand das Regiment an der Grenze zum Kaiserreich Russland zur Sicherung aufgrund des dortigen polnischen Aufstandes.

Deutscher Krieg mini|Denkmal im Wald von Sadowa zur Grabstätte für die 1866 Gefallenen der 8. Brigade (Regimenter 21 und 61)

Zu Beginn des Kriegs gegen Österreich und seine Verbündeten wurde am 11. Juli 1866 aus dem Ersatz-Bataillon ein IV. Bataillon gebildet, welches bei Kriegsende aufgelöst wurde. Während des Krieges wurde die 8. Infanterie-Brigade der 4. Infanterie-Division im II. Armee-Korps und mit diesem der 1. Armee, welches unter dem Kommando Prinz Friedrich Karl stand, unterstellt. Teilnahme an der Schlacht bei Königgrätz (3. Juli 1866). Unter der Fahne des I. Bataillons fiel Sergeant Steckmann sowie der Bataillonskommandeur Hauptmann von Bagenski.

Am 27. September 1866 erfolgte die Abgabe der 9., 13., 14. Kompanie an das Infanterie-Regiment Nr. 76. Hamburg war wie andere norddeutsche Staaten Mitglied des Norddeutschen Bundes, seine Truppen in die preußische Heeresstruktur eingegliedert.

Das am 20. September durch König Wilhelm I. gestiftete Band zum Königgrätz-Erinnerungskreuz mit Schwertern wurde am 12. Dezember 1866 allen drei Fahnen verliehen.

Deutsch-Französischer Krieg Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 unterstand die 8. Infanterie-Brigade weiterhin der 4. Infanterie-Division des II. Armee-Korps, welches der 2. Armee Prinz Friedrich-Karls unterstellt war., Das Regiment focht bei Gravelotte-St. Privat (18. August 1870) stand vom 18. August bis 27. Oktober 1870 vor Metz, vom 3. November 1870 bis 3. Januar 1871 vor Paris, nahm am 16. Januar 1871 am Gefecht um Avallon, und an den Kämpfen um Dijon (21. bis 23. Januar 1871) teil. Hierbei war es mit dem 8. Pommerschen Infanterie-Regiment Nr. 61 in der selbständig operierenden 8. Infanterie-Brigade (Brigade Kettler) vereint zur Bindung der weit überlegenen Vogesen-Armee Garibaldis an Dijon durch deren Belagerung. Gefechte bei Talant Plombieres (22. Januar) und Pouilly (23. Januar). Dadurch wurde der Südarmee von Manteuffels der Vormarsch gegen die französische Hauptmacht und deren schließliche Vernichtung gedeckt. Bei der nach Eintreffen der Verstärkung anschließenden Einnahme Dijons bilden das Regiment die Spitze des Einmarsches der deutschen Truppen.

Am 16. Juni 1871 erhielten alle drei Fahnen das Eiserne Kreuz in der Spitze anstelle des Monogramms „FWR“ des Stifters König Friedrich Wilhelm III. Die Fahnenringe mit der Inschrift „XXI. J. R.“ wurden am 15. November 1876 durch neue mit der Inschrift „J.R. No. 21. I. B.“ (bzw. II. B. bzw. FB) ersetzt.

Blütezeit des Kaiserreichs Die 3. Kompanie wurde am 1. April 1881 sowie am 1. April 1887 die 10. Kompanie an das Infanterie-Regiment Nr. 129 abgegeben.

An seinem Geburtstag am 27. Januar 1889 verlieh Kaiser Wilhelm II. dem Regiment den Ehrennamen „von Borcke“.

1890 erfolgte die Unterstellung unter das neuaufgestellte XVII. Armee-Korps in Danzig. Gemeinsam mit dem Infanterie-Regiment „von der Marwitz“ (8. Pommersches) Nr. 61 bildete es nun die 70. Infanterie-Brigade in der 35. Division.

Das am 2. Oktober 1893 errichtete IV. (Halb-)Bataillon wurde am 1. April 1897 an das Infanterie-Regiment Nr. 176 abgegeben.

An der Niederschlagung des Boxeraufstandes 1900 in China nahmen ein Offizier und sieben Unteroffiziere sowie am Hereroaufstend 1904/05 in Deutsch-Südwestafrika ein Unteroffizier und 15 Mann teil.

1901 wurden die drei 1815 erhaltenen Regimentsfahnen durch neue ersetzt nach dem Muster 1890 in Armeekorpsfarbe. Nagelung und Weihe war am 16. September, die Übergabe erfolgte an alle Regimenter des XVII. Armee-Korps durch den Kaiser anlässlich Kaiserparade in Danzig.

Die 10. Kompanie wurde zur Aufstellung des III. Bataillons des Infanterie-Regiments Nr. 146 am 1. Oktober 1905 abgegeben.

1909 erschoss sich die 2. Kompanie den Kaiserpreis, 1913 die 12. Kompanie.

1910 wurde die vormalig dem Pommerschen Jäger-Bataillon „Fürst Bismarck“ Nr. 2 in Kulm zugehörige Maschinengewehr-Abteilung Nr. 4 dem I. Bataillon unterstellt.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens am 1. Juli 1913 erhielten die Fahnen das Säkularband.

Erster Weltkrieg Am 2. August 1914 wurde das Regiment gemäß Mobilisierungsplan mobilisiert, das 1. Ersatz-Bataillon sowie zwei Rekruten-Depots aufgestellt. Aus dem 1. Ersatz-Bataillon des Regiment, aufgestellt in Thorn, wurde später das I. Bataillon des Ersatz-Infanterie-Regiments Keller, dann das I. Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 375. Ferner wurde in Thorn ein 2. Ersatz-Bataillon aufgestellt sowie das 2. Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 21.

Bei Ausbruch des Krieges bildete der Verband mit dem Infanterie-Regiment „von der Marwitz“ (8. Pommersches) Nr. 61 weiterhin die 70. Infanterie-Brigade der 35. Infanterie-Division des XVII. Armee-Korps und wurde innerhalb der 8. Armee in Ostpreußen eingesetzt. Es nahm an den Schlachten bei Gumbinnen, und Tannenberg teil, wo es bei der Vernichtung der Narew-Armee am 30. August 1914 allein 12.400 Gefangene, darunter drei Generäle, machte und 69 Geschütze erbeutete, sowie an den Masurischen Seen wonach auch die restlichen russischen Truppen der Wilna-Armee aus Ostpreußen vertrieben wurden.

1914/15 war es am Feldzug in Polen (Warschau), Lodz, und Lowicz beteiligt. 1915 schied das Regiment aus 35. Infanterie-Division aus und wurde der neuaufgestellten 105. Infanterie-Division zugeteilt. Es nahm am Sommerfeldzug in Galizien (Durchbruchsschlacht von Gorlice-Tarnow) und danach am Feldzug in Serbien teil. Anfang Dezember 1915 schied die 105. Infanterie-Division aus der Heeresgruppe Mackensen aus zum Einsatz in Bulgarien. Das Regiment verlegte nach dem am Schwarzen Meere gelegenen Varna und wurde zum Küstenschutz der bulgarischen 3. Armee unterstellt. Im Juni 1916 brachen das II. und III. Bataillon sowie die MG-Kompanie zum erneuten Feldzug in Galizien auf (Kutyska, Dryszczow). Das I. Bataillon (Major Frithjof von Hammerstein-Gesmold) war ab Mitte Juli am Feldzug gegen Rumänien (Tutrakan, Topraisar, Constanza) beteiligt.

Die 10. Kompanie wurde am 1. Oktober 1916 als neue 4. Kompanie an das neuaufgestellte Infanterie-Regiment Nr. 426 abgegeben, weitere Truppenteile zur Bildung des Infanterie-Regiments Nr. 427.

Vom 17. September 1916 bis 7. November 1917 wurde die 105. Infanterie-Division in Kurland (Mitau, Üxküll, Jakobstadt) eingesetzt. Im November folgte die Verlegung der gesamten Division an die Westfront. Am 7. September 1918 kam es zur Bildung einer eigenen Minenwerfer-Kompanie des Regiments aus Teilen der Minenwerfer-Kompanie 105.