Susanne Rikus (* 1968 in Höxter, Westfalen) ist eine deutsche Künstlerin. Interkulturell agierend, bedient sie sich einer Vielzahl von Ausdrucksmöglichkeiten. Neben Malerei, Fotografie, Gesang, Tanz und Performance konstruiert sie auch begehbare Klangskulpturen und Themenhäuser, wo sie architektonisch neue Blickwinkel auslotet. Im Zentrum ihres Kunstschaffens steht die Auseinandersetzung mit Zeugnissen alter Traditionen und (im)materiellem Kulturgut vor Ort.

Leben und Werk Nach Susanne Rikus’ Diplomabschluss im Fachbereich Architektur 1992 und dem Ausüben des Berufs folgten Arbeitsaufenthalte in Ländern Europas, auf Hawaii, in Mexiko, Kanada, Chicago und New York. Wenige Monate nach der Verleihung des Kulturpreises des Kreises Höxter 1994 wurde ihre Kunst- und Architekturkarriere durch einen schweren Autounfall unterbrochen. Auf dieser existenziellen Erfahrung gründet seither ihr künstlerisches Werk.Susanne Rikus über ihre Kunst. Interviews und Statements: Interview in den Heckmann Höfen Berlin-Mitte im Januar 2019 Art in Dialog, mit Kwong Chui Kuen, Hong Kong, 08. April 2019 Christian Salvesen: Interview mit Susanne Rikus im Rahmen der Kunst-Serie in: Visionen. 10 (2014) S. 66–69; Ders.: Vom Mythos der Schöpfung. Susanne Rikus. In: Visionen. 7 (2015) S. 42–45. Nach einer Tanzausbildung sowie einem Gaststudium in Vancouver (Kanada) und Dozententätigkeit im In- und Ausland (u. a. Chicago Columbia College, Fachhochschule Holzminden-Hildesheim) und Studienreisen durch viele Länder Europas, durch Südafrika und Kanada, lebt und wirkt sie heute zeitweise auf Sardinien oder Hawaii. Seit 1996 führt sie eine eigene Galerie,Art Gallery Susanne Rikus seit 2014 in den Heckmann-Höfen in Berlin-Mitte.Heckmann-Höfe Hofstaat gesucht. Auf tagesspiegel.de

Susanne Rikus arbeitet vor Ort mit dem uralten und reichen Wissen der jeweiligen Kultur, das sie sich aneignet. Hieraus entwickelt sie teils prozesshaft Schicht um Schicht, teils sehr spontan farbig expressive Malerei mit vielfach thematischen Bezügen. Häufig birgt diese Ästhetik sprengende und zugleich bergende Momente und erzeugt eine starke Energie, die sich in der jeweiligen künstlerischen Form verdichtet. Archetypisches Wissen im Dialog der Kulturen bringt Susanne Rikus außerdem durch Tanz, Musik und Gesang oder Performances körperlich zum Ausdruck.

In einer von der Künstlerin entwickelten Technik, der Transferkunst, lässt sie schließlich die Vergangenheit von der Gegenwart durchdringen. In dem Verfahren transferiert sie Fotografien historischer Orte oder der Natur mit Farbpigmenten auf Leinwand oder einen transparenten Träger wie z. B. Acrylglas. Durch die Weiterbearbeitung mit Farbe befreit Rikus das Motiv und setzt es in einen neuen Sinnkontext. Nichtgreifbares, die Sehnsucht nach den Quellen und ihren lebendigen Fundamenten wird damit in Bildern ausgedrückt. Mit der künstlerischen Fokussierung auf die gemeinsamen Wurzeln der Kulturen im Sinne einer wertschätzenden Anbindung erhofft sich Susanne Rikus mehr gegenseitige Toleranz und Völkerverständigung. Ihre spezifische Betrachtungsweise alter, kultureller Reichtümer und besonderer Orte wie Kultplätze oder Tempelanlagen, die sie dann entsprechend künstlerisch umsetzt, hat sie erst nach ihrem Autounfall entwickelt.Julia Lehmann: Berlin-Mitte: Wie Künstlerin Susanne Rikus ein zweites Leben bekam, in: Berliner Morgenpost 19. November 2024

Die Auseinandersetzung mit ihrer Nahtoderfahrung während des Unfalls – die Ärzte gaben ihr keine Hoffnung je wieder künstlerisch arbeiten zu können – machte sie nicht nur überlebensfähig, sondern schenkte ihr auch tiefe Einblicke und Erfahrungen auf einer hohen Bewusstseinsebene. Damit arbeitet sie seither intensiv und möchte damit dem Seelisch-Geistigen in der Kunst auf Grundlage intuitiver Erfahrung mehr Bedeutung verleihen.Christine Longère: Thema Transformation. Elisabeth Brügger und Susanne Rikus laden ins Atelierhaus ein. In: Neue Westfälische. Nr. 269, 18. November 1999 Susanne Rikus sieht sich der künstlerischen Tradition von Pionierinnen auf jenem Gebiet, wie beispielsweise der schwedischen Malerin Hilma af Klint (1862–1944) verpflichtet (ohne sie vorher zu kennen), die sich zeitlebens der spirituellen Suche gewidmet hat und deren abstrakte Arbeiten ausnahmslos darauf beruhen. Im Kunstbetrieb spielt diese Thematik zunehmend eine Rolle. So äußert eine Journalistin Anfang November 2020 kurz vor dem Lockdown: „(…) in der Galerie von Susanne Rikus Fine Arts treffe ich die Künstlerin persönlich (…). Diesen Ort erlebe ich kurz vor dem Wegschließen der Kulturorte als einen besonderen Kosmos an Bewegung, Energie und Farbe, eine temperamentvolle moderne Offenbarung zur Kulturgeschichte der Menschheit.“Anne Schäfer-Junker. In: Berliner Woche. 1. November 2020, online

Ausstellungen und Performances (Auswahl) Seit 1992 hatte Susanne Rikus über 100 Ausstellungen im In- und AuslandLaut Artfacts rangiert die Künstlerin weltweit unter den Top 100.000, deutschlandweit unter den Top 10.000, https://artfacts.net/upgrade/analytics/artist//591358

1994: Kulturpreis des Kreises Höxter gefolgt von der Kulturpreis-Ausstellung auf Schloss Corvey (E) 1996: „Frauen sehen Europa,“ Fotowettbewerb Diepholz (G) 1997: „Kanada Reise,“ Historisches Rathaus Höxter (E) 1998: „Provence – Architektur und Landschaft,“ Stadtsparkasse Bodenwerder (E) 2000: Klosterprojekt, Expo 2000, Hannover (E) 2002: Studio „Mönchemühle“, HöxterHarald Iding: Susanne Rikus stellt großformatige Acrylbilder und Photographien vor. In: Höxtersche Zeitung 7.11.2002; Martina Schäfer: Sinnliche Körperwelten. In: Neue Westfälische Nr. 258, 7.11.2002 (E) 2002: „Dialog der Kulturen,“ Schloss Haemelschenburg, Hameln (G) 2002: „Tres artistas alemanes y su region,“ Deutsche Botschaft in Lima, Peru„Höxter Corvey. Tres artistas alemanes y su regiòn“. Instituto Cultural Peruano Aléman. Lima 2002 (G) 2002: „Poesie der Landschaft,“ Historisches Rathaus HöxterMartina Schäfer: Poesie einer Landschaft. Susanne Rikus stellt im Historischen Rathaus aus. In: Neue Westfälische 17.1.2003 (E) 2004: „Paderborn zeigt Flagge“, Kunstevent von 116 Künstlern (G) 2005: Time and Space Gallery, Kauai, HawaiiMartina Schäfer: Brücken von Höxter nach Hawaii. Susanne Rikus hat eine zweite künstlerische Heimat gefunden. In: Neue Westfälische Nr. 104, 4.5.2004; Wolfgang Braun: Abschied von der Mönchsmühle. Susanne Rikus will nach Atelierfest für längere Zeit nach Hawaii. In: Höxtersche Zeitung 20.4.2005 (G) 2006–2008: Pasinger Kuvertfabrik, Atelier und Ausstellungen 2007: Künstlergruppe Pleinair Pragser Wildsee, Üblackerhäusl MünchenKatalog Visioni illuminate Arte nelle Dolomiti. 4. Pleinair Lago di Braies 2004; schaarschmidt.it (G) 2007: Ausstellung und Performance, Galerie des Wahnsinns, Ratingen (G) 2008: Rosenthal Galerie Köln (E) 2009: Künstlergruppe, Pasinger Kulturfabrik, München (G)Pleinair Pragser Wildsee, auf artfacts.net 2009: Gesangs-Performance „Hawaiianische und einheimische Lieder“, Museum für Anthropologie München 2010–2014: Embracing Love Gallery, Kauai, Hawaii (E) 2010: „Figurale Bilder und Skulpturen;“ Cafe Schwartzsche Villa, Berlin (E) 2011: Mercedes trifft Susanne Rikus, Mercedes-Benz Gallery, Berlin (E) 2011: Mehrere Ausstellungen in Galerien auf Kauai, Hawaii: Island Art Gallery in Hanapepe, Ship Wreck Gallery Kapaa 2012–2014: Ausstellungen im Kunsthaus K17, Atelier in Potsdam, auf potsdam.tv (G) 2013: „Transformation“, Performance in Potsdam 2016: Sammlung Hussong – Alle 600 Holzpostkarten, Schloss Corvey HöxterWestfalenblatt 20. Mai 2016: Corvey zeigt erstmals alle 600 Exponate der einzigartigen Holzpostkarten-Sammlung Hussong aus Dalhausen Künstlergrüße von Christo und Loriot (G) 2014–2016: Art Gallery Susanne Rikus Heckmann Höfe (E) 2016–2018: Art Gallery Susanne Rikus Steglitz (E) ab 2018: Art Gallery Susanne Rikus Heckmann Höfe„Hawaii“ Malereiausstellung 2.3.-31.3.2019 Art Gallery S.R. Heckmann Höfe Berlin. In: Chasedmagazine. 2 (2019) http://www.chasedmagazine.com/2019/02/ausstellung-hawaii-in-der-art-gallery-susanne-rikus-heckmann-hoefe-berlin-mitte/ (E) 2018/2019: Bridging cultures, Ausstellung & Gesangsperformance Nov. 2018 bis Jan. 2019 im Prachtwerk Berlin 2019: „Hawaii – Reise zum Ursprung,“ Kreishaus HöxterAusstellung »Hawaii – Reise zum Ursprung« von Susanne Rikus im Kreishaus – Künstlerin lebt in Berlin Ein Hauch von Paradies in: Westfalen-Blatt, 13. April 2019 (E) 2019: „Mysterien von Pompeji“, Art Gallery Susanne Rikus Heckmann Höfe (E) 2019: „Zen & Rhythmus.“ Fotografien und Malereien, Art Gallery Susanne Rikus Heckmann HöfeZen & Rhythmus – Fotografien und Malereien von Susanne Rikus 25. April 2019 - 29. April 2019, auf kunstleben-berlin.de (E) 2020: „Joyful moments - NOW!“ Art Gallery Susanne Rikus (E), Gallery Weekend Berlin 2020/2021: Island Art Gallery in Hanapepe, Kauai, Hawaii

Arbeiten in privaten und öffentlichen Sammlungen Viktor Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey, Höxter Lippold von Klencke, Schloss Hämelschenburg, Hameln Alexander von Köckritz, Amelunxen Kreis Höxter und Kreis Hameln Sparkasse Höxter und Hameln Eva Gelsdorf, Wehrden Larry Magnussen, Lawaii (Hawaii) Klaus Himmelreich, Köln Joachim Köhrich, Berlin

Einzelnachweise

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