Bodil Marie Kaalund-Jørgensen (* 8. November 1930 in Silkeborg; † 22. Dezember 2016 in Kongens Lyngby) war eine dänische Malerin, Textilkünstlerin und Autorin. Sie wurde vor allem für ihre Kunstwerke in dänischen Kirchen sowie für ihre Bibelillustrationen bekannt. Sie gilt zudem als bedeutende Förderin der grönländischen Kunstszene.
Leben Jugend aus Ausbildung Bodil Marie Kaalund-Jørgensen wurde 1930 in Silkeborg als Tochter des Malers Martin Kaalund-Jørgensen (1889–1952) und der Lehrerin Hilda Jenny Rasmussen (1896–1984) geboren.Merete Harding, Mads Lidegaard: Bodil Kaalund. Dansk Biografisk Leksikon. Durch ihren Vater interessierte sie sich schon früh für die Malerei. 1942 zog die Familie nach Lyngby, wo Bodil Kaalund für den Rest ihres Lebens lebte. 1946 entdeckte sie während eines Urlaubs die Arbeit von Edvard Munch und beschloss wie ihr Vater Malerin zu werden. Noch als Schülerin stellte sie 1948 in der Herbstausstellung von Den Frie Udstilling zwei Landschaftsbilder aus. 1949 verließ sie die Lyngby Statsskole mit der HochschulreifeNina Dahlmann Olsen: Bodil Kaalund. Dansk Kvindebiografisk Leksikon. und begann 1950 ein Studium an der Malerschule der Königlich Dänischen Akademie, wo sie von Kræsten Iversen unterrichtet wurde. Daneben besuchte sie auch zeitweise die Grafische Schule bei Holger J. Jensen und die Freskoschule bei Elof Risebye.Sissel F. Plathe: Bodil Kaalund. Weilbachs Künstlerlexikon. Während ihrer Zeit an der Kunstakademie lernte sie den grönländischen Künstler und Schriftsteller Jens Rosing kennen. Infolgedessen entwickelte sie ein großes Interesse an der Kunst und Kultur Grönlands. Das Studium schloss sie 1954 ab.
Ehe Am 6. August 1950 heiratete sie in Raklev den Maler Nikolaj Nielsen (1923–2017), Sohn des Lehrers Aage Nielsen (1895–1987) und der Lehrerin Karen Marie Lauritzen (1890–?). Sie hatte ihn an der Akademie kennengelernt. 1960 wurde ihr Sohn Magnus Kaalund-Nielsen geboren. 1976 wurde die Ehe geschieden, nachdem beide bereits seit rund zehn Jahren getrennt lebtenPernille Borenhoff: Bodil Kaalund er død: En stædig rad og en fri fugl. det grønne område (27. Dezember 2016). Teil 2 S. 4–5. und Nikolaj Nielsen heiratete 1980 die Kunstweberin Else Thordur Hansen.Majken Meinhardt: Nikolaj Nielsen. Weilbachs Künstlerlexikon.
Künstlerisches Wirken in Dänemark und Grönland Bodil Kaalund war sehr religiös, was sich deutlich in ihrer Kunst widerspiegelt.Torben Weirup: Portræt: Bodil Kaalund. Århus Stiftstidende (7. November 2015). Nach dem Ende ihrer Ausbildung war sie noch lange auf der Suche nach ihrem künstlerischen Fingerabdruck, stellte nebenher aber regelmäßig bei der Herbstausstellung aus. Sie reiste viel umher, darunter in Italien, Griechenland, der Türkei und schließlich Nordnorwegen, wo sich ihr Interesse für das Arktische verstärkte. 1966 durfte sie eine Einzelausstellung im Rahmen von Ung Dansk Kunst durchführen, wo ihr Bild Korsnedtagelsen für ihren Durchbruch sorgte.
1968 reiste sie nach Grönland, um die erste Ausstellung dänischer Kunst in Grönland zu arrangieren. Im folgenden Jahr arrangierte sie eine Ausstellung grönländischer Kunst in Dänemark im Louisiana Museum of Modern Art, was erstmals zur Anerkennung grönländischer Kunst in Dänemark führte. Gemeinsam mit Hans Lynge arbeitete sie von 1969 bis 1971 an der Gründung der Grafisk Værksted in Nuuk, die 1972 eröffnet wurde und heute Grønlands Kunstskole (Grönlands Kunstschule) heißt. 1979 veröffentlichte sie Grønlands Kunst (übersetzt als The Art of Greenland), das erste umfangreiche Werk dieser Art.
mini|Altarbild in der Lemvig Kirke in Lemvig mini|Altarbild in der Solbjerg Kirke in Frederiksberg In den 1970er Jahren schuf sie als einer der ersten Frauen in Dänemark Kirchenkunst, wobei vor allem die Kirchen im Lemvig Sogn und im Solbjerg Sogn als bedeutendste Werke hervorstechen. 1984 begann sie die offizielle dänische Bibel zu illustrieren, die 1992 erschien. Im Rahmen dessen schuf sie 159 Aquarelle, aus denen 1994 das Museum für Religiöse Kunst in Lemvig gegründet wurde. 1985 illustrierte sie Thomas Kingos Kirchenlieder, was sie sich schon als 14-Jährige vorgenommen hatte. Außerdem schuf sie Bischofsroben und andere kirchliche Textilkunstwerke.
Ihre Kunst wurde in Dänemark, Grönland, den Färöern, Schweden, Lettland, Deutschland und Rumänien ausgestellt.Bodil Kaalund. Kraks Blå Bog 2016 (digitale Ausgabe, Abonnement erforderlich).
Tätigkeiten Ab den 1970er Jahren war sie in einer Vielzahl von künstlerischen Organisationen tätig. Von 1972 bis 1996 war sie Mitglied der Akademie für die Schönen Künste und saß von 1975 bis 1977 und von 1978 bis 1980 im Akademierat, wobei sie Vorsitzende der Malerabteilung war sowie Vizepräsidentin des Akademierats in den letzten drei Jahren. Von 1977 bis 1983 war sie Vorsitzende der dänischen Abteilung der International Association of Art und von 1979 1982 Vorsitzende des Nordischen Kunstverbands. Von 1978 bis 1981 war sie Mitglied im Rat des Nordischen Kunstzentrums, ab 1969 Vorstandsmitglied der Dänisch-Grönländischen Kulturstiftung, davon von 1997 bis 2002 als Vorsitzende, von 1981 bis 1984 in der Gesellschaft für Kirchliche Kunst. Von 1982 bis 1998 war sie Kunstberaterin der Gemeinde Nuuk und sie war Stiftungsratsmitglied für die Gründung der Grönländischen Nationalgalerie.
Bodil Kaalund starb am 22. Dezember 2016 im Alter von 86 Jahren in Kongens Lyngby, wo sie auch begraben wurde.Bodil Marie Kaalund-Jørgensen. gravsted.dk.
Auszeichnungen 1970: Sir Harman Booths Mindelegat 1984: Christen Købkes Legat 1988–1991: Statens Kunstfonds Legat 1993: Kulturpreis der Lyngby-Taarbæk Kommune 1994: Ole Haslunds Kunstnerfonds Legat 2000: Grönländischer Kulturpreis 2001: Kristian Zahrtmanns Mindefonds Hæderslegat 2002: N. L. Høyen Medaljen 2005: Ehrenbürgerin in Lemvig 2005: Ritterin des Dannebrogordens 2006: Nersornaat in Silber
Werke Bücher Quelle: 1976: New York 1979: Grønlands Kunst 1983: The Art of Greenland Neuauflage 1990 Neuauflage 2011 1981: Øje og Hånd 1997: Aron fra Kangeq 1997: Lysets maler 1997: Qaamarnup qalipaasua
Buchillustrationen Quelle: 1982: Op! Al den ting som Gud har gjort 1984: Som dend Gyldne Sool frembryder 1992: Bibelen 1994: I Begyndelsen 1997: Dejlig er Jorden 2000: Kaalunds Kirker 2001: Den Røde Tråd 2001: L'art du Groenland 2005: Krop og Ånd 2006: Hans Lynge
Kirchenkunst Quelle: 1977: Over Hadsten Kirke, Hadsten Sogn 1977–1981: Lemvig Sogn 1981: Føvling Sogn (Horsens Kommune) 1983: Hørning Sogn (Skanderborg Kommune) 1983: Fredens Sogn (Aarhus Kommune) 1984: Solbjerg Sogn (Frederiksberg Kommune) 1987: Strandmarks Sogn 1988: Odby Sogn 1992: Bøvling Sogn 1993: Allerslev Sogn (Vordingborg Kommune) 1995: Nexø Sogn 1998: Nørre Felding Sogn 1999: Mariakapellet, Bliksvær (Norwegen) 2000: Kolt Sogn 2002: Stenkyrka, Tjørn (Schweden) 2004: Fousing Sogn 2010: Kirche, Kollmar (Deutschland)
Weblinks
Inge Mørch Jensen: Bodil Kaalund. Danmarks Nationalleksikon.
Einzelnachweise
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