Borchert und der eisige Tod ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalfilmreihe Der Zürich-Krimi aus dem Jahr 2021. Er wurde im Auftrag von ARD Degeto für Das Erste produziert. Die 10. Folge der Filmreihe wurde am 4. Februar 2021 erstgesendet.

Handlung Thomas Borchert, der Anwalt ohne Lizenz, bereitet sich auf eine Reise nach Venedig vor. Er erhält in dem Wohnwagen, in dem er seit seiner Rückkehr nach Zürich im Garten seines Elternhauses wohnt, Besuch von seiner Chefin, Rechtsanwältin Dominique Kuster. Sie zeigt ihm eine anonymen Nachricht, die sie erhalten hat: «Franz Brosi ist unschuldig …». Die Rechtsanwältin berichtet Borchert weiter, dass Fanz Brosi ihr erster Mandant als Pflichtverteidigerin war und dieser wegen Mordes an einem jungen Banker in Haft sitzt. Die Nachricht gibt beiden zu denken, denn Brosi selbst hatte sich damals selbst gestellt, die Tat gestanden und lehnt damals wie heute jegliche sträfliche Milderung ab. Beide suchen den Häftling auf, der auch ihnen gegenüber darauf beharrt, schuldig zu sein. Zudem habe er sich aufgrund seiner tiefen Religiosität mit der Tatsache abgefunden, für seine Schuld büßen zu müssen. Im Gespräch mit einem Gefängniswärter erfahren Dominique Kuster und Borchert, dass Franz Brosi trotz seiner Gicht fast täglich in der gefängniseigenen Schreinerei arbeite. Er erhalte einmal im Monat Besuch von seiner Frau Maria Brosi. Befragt nach dessen Gewohnheiten des Kirchenbesuchs berichtet der Justizangestellte, dass Brosi höchstens zu hohen Feiertagen die Kapelle des Gefängnisses aufsuche.

Nach dem Besuch bei Brosi im Gefängnis besorgt Dominique Kuster die damaligen Prozessunterlagen. Beide Anwälte gehen die Akten in einem Café durch und lassen den Fall Revue passieren. Nach Aussage Brosis habe er den Bankangestellten Gero Hochegger erschossen, nachdem dieser ihm angedroht habe, das Haus der Familie Brosi im Örtchen Vent im Prättigau pfänden zu lassen. Zudem erschließen die Anwälte, dass Gero Hochegger aufgrund der Reisezeiten in der Gegend, einem kleinen Bergdorf in Graubünden, übernachtet haben müsse. In den Akten finden sie auch den entsprechenden Ort: Das Hotel Lotti in Scuol, der nächstgrößeren Stadt. Da ihn der Fall nicht loslässt, fährt Borchert für eigene Ermittlungen an den Ort des Geschehens. Dominique Kuster bittet ihrerseits den Polizeihauptmann Marco Furrer, die Ermittlungsakten von damals zu besorgen. Borchert mietet sich im Hotel Lotti ein und befragt den Chef, Martin Lotti. Der kann sich aber an den Gast nicht erinnern und behauptet zudem, die Unterlagen aus der Zeit seien bereits vernichtet worden. Mit dem Bus lässt Borchert sich dann in das Bergdorf bringen, in dem die Familie Brosi lebt. Dort trifft er auf die verschlossene Ehefrau Brosis, die der Geschichte ihres Mannes nichts hinzuzufügen hat. Allerdings erfährt Borchert, dass Franz und Maria Brosi eine Tochter haben: Johanna Brosi. In der Dorfkneipe trifft der Anwalt auf eine Mauer des Schweigens. Nachdem eine Lawine die einzige Straße verschüttet hat, kommt Borchert für die Nacht in einem Kloster unter.

In der Dorfkneipe von Vent trifft er auf eine Mauer des Schweigens und erhält auf seine Fragen keine Antworten, stattdessen wird ihm unverhohlen gedroht. Auf dem Weg nach Draußen nimmt Borchert eine Fotografie an sich, die eine Jagdgesellschaft zeigt. Der Anwalt bespricht sich mit seinem alten Freund Reto Zanger, der sich gut in den Finanzangelegenheiten in der Schweiz auskennt und auch die Bank kennt, für die Gero Hochegger gearbeitet hat. Zur Zeit des Mordes arbeitete die Bank laut Zanger in Zusammenarbeit mit einem Hedgefonds daran, abgelegene Schweizer Bergdörfer wie Vent für hochklassigen Tourismus zu erschließen. Auf dem Weg zur Bushaltestelle bespricht der Anwalt sich mit Dominique Kuster und berichtet von seiner erfolglosen Recherche. Immerhin hat er erschließen können, dass Franz Brosi nicht aus der Gegend von Vent stammt, sondern aus Brienz. Beide verabreden sich für den nächsten Morgen, aber nachdem er feststellt, dass eine Lawine die einzige Straße verschüttet hat, muss Borchert seine Pläne ändern. Weder vom Dorfwirt Remo Euler noch von Maria Brosi wird ihm allerdings Obdach gewährt. Stattdessen kommt Borchert für die Nacht in einem Kloster unter. Beim Beobachten der Nonnen im Innenhof, meint Borchert, Johanna Brosi unter den Schwestern zu erkennen. Aber der Abt, der die Brosis in seiner Zeit als Pfarrer getraut hat und die Familie gut kennt, tut diese Vermutung als absurd ab.

Angeregt durch einen Grundriss, den er in einem Buch über das Kloster Vent findet, erkundet Borchert nachts das Kloster auf der Suche nach einem Geheimgang, der von den Räumlichkeiten der Brüder in den Bereich der Nonnen führen soll. In den Gewölben unterhalb des Klosters wird er niedergeschlagen und gewürgt. Allerdings wird der Täter unterbrochen und Borchert erwacht morgens in seinem Zimmer. Anschließend telefoniert er mit Dominique Kuster, die inzwischen die alten Ermittlungsakten von Marco Furrer erhalten hat, und animiert sie, bei der ComFin Bank zu recherchieren. Gemeinsam mit Reto Zanger spricht die Anwältin in Zürich beim Arbeitgeber des Bankers vor. Im Gespräch mit dem Geschäftsführer Paul Schneider stellt sich heraus, dass Gero Hochegger als Devisenhändler nichts mit Kreditgeschäften zu tun hatte und der Kredit, der an Franz Brosi vergeben worden war, von diesem zuverlässig abbezahlt wurde, also keine Handhabe für eine Pfändung vorlag. Zudem sei Vent laut Aussage Schneiders als Investitionsobjekt für das damalige Vorhaben der ComFin Bank nicht in Frage gekommen, unter anderem aufgrund des Lawinenrisikos. Borchert ermittelt seinerseits im tiefverschneiten Vent weiter und spricht mit George Plattner, dem Schwager Brosis, der nach dessen Verhaftung das Haus der Familie gekauft hatte, mit dem Revierförster Ueli Ziegler, der Hocheggers Leiche vor der Polizei gefunden hatte, sowie mit Maria Brosi, die ihm bestätigt, dass ihre Tochter seit der Verhaftung Franz Brosis im Kloster Vent lebt.

Es gelingt Borchert, die verschüttete Straße zu passieren und zurück nach Scuol zu gelangen, wo er von der Hotelangestellten Fabienne erfährt, dass sie vor vielen Jahren gemeinsam mit Johanna Brosi, Gero Hochegger und Martin Lotti gefeiert hat. Daraufhin stellt der Anwalt den Hotelbesitzer zur Rede, der ein Schulfreund Hocheggers war und zugibt, Borchert am Vortag angelogen zu haben. Nach der Feier in der örtlichen Loco Bar hatte er gemeinsam mit Gero Hochegger Johanna Brosi vergewaltigt. In Zürich suchen inzwischen Dominique Kuster und Marco Furrer das Gefängnis auf, um Franz Brosi mit den bisherigen Ergebnissen zu konfrontieren und die Wahrheit von ihm zu erfahren. Doch der Schreiner hat sich inzwischen nach einem Telefonat mit seiner Frau erhängt. Für Marie und Johanna Brosi hat er je einen Brief auf seinem Nachtschrank hinterlassen. Im Plättigau hat sich Borchert inzwischen wieder nach Vent fahren lassen und sucht nochmal Ueli Ziegler auf. Dessen Schreibmaschine identifiziert der Anwalt als Ursprung der anonymen Nachricht. Anschließend kann er aus dem Gespräch mit dem ehemaligen Förster den wahren Tathergang erschließen. Johanna Brosi hatte dem Banker und seinem Freund Martin Lotti am Morgen nach der Tat aufgelauert und Gero Hochegger mit dem Gewehr ihres Vaters erschossen. Als dieser und der Förster die Leiche fanden, beschlossen sie, dass Franz Brosi die Schuld auf sich nimmt.

Hintergrund Der Film wurde vom 3. März 2020 bis zum 16. August 2020 an Schauplätzen in Zürich, Scuol und Vnà sowie in der tschechischen Hauptstadt Prag unter dem Arbeitstitel "Der Zürich-Krimi: Borchert und das eiskalte Herz" gedreht.

Rezeption Kritik Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm fassten Borchert und der eisige Tod mit den Worten „Behäbige Tätersuche in verschneiter Bergkulisse“ zusammen. Sie bewerteten den Film mit dem Daumen zur Seite. Wilfried Geldner, der Kritiker der Zeitschrift Prisma lobt die Episode als "großes Winterkino aus den Schweizer Bergen" und vergleicht die Inszenierung mit der vom Westernfilm bekannten Grundstruktur.Wilfried Geldner: Großes Winterkino aus den Schweizer Bergen, Kritik vom 4. Februar 201 in Prisma (prisma.de), aufgerufen am 21. August 2026 Für Oliver Armknecht vom Kulturportal film-rezensionen.de handelt es sich um eine spannende Episode, deren Wirkung durch die verschneite Kulisse verstärkt wird. Das Drehbuch lasse den Zuschauer dabei auf angenehme Weise im Dunkeln tappen, auch wenn manche Wendung letztlich keinen Sinn ergäbe.Oliver Armknecht: Der Zürich-Krimi: Borchert und der eisige Tod, Kritik vom 3. Februar 2021 auf film-rezensionen.de aufgerufen am 21. August 2026

Einschaltquoten Bei der Erstausstrahlung verfolgten 6,53 Millionen Zuschauer die Filmhandlung, was einem Marktanteil von 18,9 Prozent entsprach. Bei den 14–49-Jährigen verfolgten 0,76 Millionen Zuschauer die Filmhandlung, mit einem Marktanteil von 8,1 Prozent.

Weblinks

Zusammenfassung der Handlung von Borchert und der eisige Tod auf den Internetseiten des BR

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2021 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Fernsehfilm (Das Erste) Kategorie:Kriminalfilm Borchert und der eisige Tod