Die Liste von Anschlägen auf Juden und jüdische Einrichtungen in der Schweiz umfasst gewaltsame Angriffe auf Juden in der Schweiz, jüdische sowie israelische Einrichtungen in der Schweiz. Ebenfalls aufgelistet sind fehlgeschlagene und vereitelte Anschlagspläne.
Datum Ort AnschlagsartOpferzahlBeschreibung Endingen und Lengnau im Aargau Pogrom Misshandlungen und Vermögensschaden Aufgestachelt von konterrevolutionären Kräften, die gegen die helvetische Republik und die damit verbundene Emanzipation der Juden im Stecklikrieg waren, misshandelten und plünderten Bauern zunächst in Lengnau und anschließend in Endingen.Werner Bergmann: Tumulte ― Excesse ― Pogrome: Kollektive Gewalt gegen Juden in Europa 1789-1900 Wallstein 2020, ISBN 978-3-8353-3645-2, S. 134 f. Payerne Mordanschlag auf Arthur Bloch 1 Toter Der Viehhändler Arthur Bloch aus Bern wurde vom Viehmarkt der Kleinstadt Payerne im Kanton Waadt von Mitgliedern der Nationalen Bewegung der Schweiz in einen Hinterhalt gelockt und ermordet.Hans Stutz: Judenmord von Payerne (1942). In: Handbuch des Antisemitismus Band 4 - Ereignisse, Dekrete, Kontroversen. Hrsg.: Wolfgang Benz, Brigitte Mihok, Gruyter 2011, ISBN 978-3-598-24076-8, S. 194 f. Siehe dazu auch Un juif pour l'exemple. Zürich Bombenanschlag auf den Swissair-Flug 330 47 Tote An Bord einer Coronado auf einem regulären Linienflug von Zürich nach Tel Aviv detonierte eine Bombe palästinensischen Ursprungs. Die Maschine stürzte bei Würenlingen ab, dabei starben alle 47 Insassen. Die Täter wurden nicht gefasst.Todesflug Swissair 330: Weshalb wurden die Täter nie gefasst? Tagesanzeiger, 25. Juni 2010; abgerufen am 27. September 2012 Zürich Sprengstoffanschlag auf die Synagoge an der Freigutstrasse 37 in Zürich Sachschaden und Schmierereien Am frühen Morgen gegen 02.50 Uhr wurde auf die Synagoge an der Freigutstrasse 37 im Stadtkreis 2 ein Sprengstoffanschlag verübt, dabei wurden die Fassade und eine Fluchttreppe beschädigt. Zudem wurde die Fassade mit antisemitischen Parolen sowie Hakenkreuz und SS-Zeichen verschmiert. Bild der Fassade nach dem Anschlag Zürich Messerangriff 1 Verletzter Ein Bäcker aus dem Kanton Schaffhausen verletzte einen israelischen Touristen mit einem Teigmesser schwer. Zuvor lauerte er Sigi Feigel, Ehrenpräsident der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich, vor dessen Büro auf. Da Feigel nicht herauskam, suchte der Täter ein Zufallsopfer und traf auf den Touristen, der wegen seiner Kippa als Jude erkennbar war. Der Täter hatte Wahnvorstellungen. Zürich Mordanschlag auf Abraham Grünbaum 1 Toter Bei einem Besuch in der Schweiz wurde der israelische Rabbiner Abraham Grünbaum auf dem Weg zum Abendgebet in der Synagoge der Gemeinde „Agudas Achim“ in Wiedikon mit zwei Schüssen aus nächster Nähe von einem Unbekannten niedergestreckt. Er verstarb trotz ärztlicher Hilfe 30 Minuten später. Täter und Tatgründe konnten bis heute nicht ermittelt werden.(Stand: Februar 2021)Mord an Rabbi. Tötete die Zwickauer Zelle auch in Zürich? Spiegel, 13. Dezember 2011 Lugano Brandanschlag Sachschaden In Lugano verübte ein psychisch kranker Arbeitsloser einen Brandanschlag auf die Synagoge und das Bekleidungsgeschäft einer jüdischen Familie.Peter Bollag: Feuer in der Via Maderno. Jüdische Allgemeine, 9. März 2015, abgerufen am 15. Februar 2021. Zürich Messerangriff 1 Verletzter Im Zürcher Stadtkreis 3 wurde ein 60-jähriger Mann mit einem Messer angegriffen. Das als „Jude“ betitelte Opfer wurde leicht verletzt.LausanneAngriff auf die körperliche Integrität1 leicht VerletzterDrei Jugendliche greifen bei der Synagoge den Assistenten des Rabbiners an, beschimpfen ihn antisemitisch und schlagen ihn.Genf Messerangriff1 VerletzterEin 22-jähriger Brite sticht auf einen orthodoxen Juden ein, als dieser als Beifahrer in ein Auto steigen will. Der Mann überlebt, da seine Ehefrau sofort losfährt und die Rettungsdienste alarmiert. Der Täter wird ein Jahr später in den Niederlanden verhaftet. Im Sommer 2013 stufte ihn ein Gericht als unzurechnungsfähig ein und wies ihn in eine psychiatrische Klinik ein. Laut psychiatrischem Gutachten habe der Täter zum Tatzeitpunkt an Halluzinationen gelitten, sich vor einer Weltverschwörung gefürchtet und sei wegen einer israelischen Attacke auf ein Schiff, das die Gaza-Blockade durchbrechen wollte, erzürnt gewesen. Das Opfer wählte er aus, weil es Jude war.BielAngriff auf SynagogeSachschadenUnbekannte ritzten antisemitische Parolen in die Synagoge in Biel.Zürich Messerangriff1 VerletzterAm 2. März 2024 wurde ein orthodoxer Jude Opfer eines Messerangriffes und lebensbedrohlich verletzt. Der Täter ist ein Schweiz-Tunesier und filmte zuvor ein Bekennervideo zum Islamischen Staat.Zürich Versuchter BrandanschlagkeineEin psychisch verwirrter Mann goss am Eingang einer Synagoge Benzin aus, wurde jedoch vom hauseigenen Sicherheitsdienst ertappt. Er ergriff die Flucht und wurde bald darauf verhaftet.Zürich Körperlicher Angriff1 VerletzterEin 26-jähriger orthodoxer Jude wurde von einem 40-jährigen Mann mit Faustschlägen angegriffen. Der mutmassliche Täter äusserte sich wiederholt antisemitisch und beleidigend. Er konnte von mehreren Passanten überwältigt und festgenommen werden.
Siehe auch
Liste von Anschlägen auf Juden und jüdische Einrichtungen in den Vereinigten Staaten Liste von antisemitischen Anschlägen und Angriffen im deutschsprachigen Raum nach 1945 Liste von Anschlägen auf Juden und jüdische Einrichtungen in Frankreich
Einzelnachweise
Anschlag Juden und judische Einrichtungen in der Schweiz !Anschlage auf Juden und judische Einrichtungen Kategorie:Judentum in der Schweiz Kategorie:Liste (Judentum)