Albert R. Pasch (* 4. Juli 1934 in Düsseldorf; † 24. Juni 2022 in MeiningenTraueranzeige, in: Südthüringer Zeitung vom 2. Juli 2022.) war ein deutscher Theaterregisseur, Schauspieldirektor und Schauspieler vor allem in Meiningen und Bautzen.
Leben Albert R. Pasch kam bereits mit zwölf Jahren ans Theater in Düsseldorf und absolvierte nach dem Besuch des Gymnasiums ein Studium der Theaterwissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die ersten Auftritte als Schauspieler hatte er in Frankfurt am Main, Heidelberg, Wiesbaden und Sommerhausen.
1956 siedelte er in die DDR über und war seit 1959 Regisseur. Für Aufführungen im Naturtheater Deutsch-Sowjetische Freundschaft in Steinbach-Langenbach schrieb er gemeinsam mit dem Schriftsteller Wolfgang Rinecker die Stücke Münchhausen und Till Eulenspiegel. Zusammen mit dem Dramatiker Armin Stolper erarbeitete er 1984 das Theaterstück Das Gemälde nach einem Roman von Daniil Granin. Von 1985 bis 1988 war er Schauspieldirektor und stellvertretender Intendant am Deutsch-Sorbischen Volkstheater in Bautzen. Im Juli 1988 ging er wieder zurück an Das Meininger Theater, wo er 1989 Schauspieldirektor wurde. Hier bearbeitete er das Reportagebuch Der Erste über einen 1. Sekretär der SED-Kreisleitung von Landolf Scherzer für die Bühne.Autorenverzeichnis Theater der Zeit
Auch neben seiner Theaterarbeit war Albert R. Pasch sehr aktiv. So unterstützte er unter anderem in den 1960er Jahren das Suhler Arbeitertheater.Neues Deutschland vom 28. März 1963, S. 4 In den 1970er Jahren beriet er gemeinsam mit Wolfgang Rinecker den Zirkel Schreibender Arbeiter des Reichsbahnausbesserungswerkes Meiningen.Neue Zeit vom 7. Juni 1978, S. 3
Nach dem Ausscheiden aus dem festen Theaterengagement gönnte sich Albert R. Pasch keine Ruhe. Er wurde Vizepräsident der Meininger Theaterstiftung.Homepage der Meininger Theaterstiftung Regelmäßig hielt er in der Meininger „Buchhandlung Lohmann“ Lesungen und gab Buchtipps unter dem Motto „Pasch halb acht“.Pasch halb acht Veranstaltungsreihe in der Buchhandlung Lohmann mini|hochkant|Grabstätte von Pasch auf dem Parkfriedhof Meiningen
Theater Regisseur Meininger Theater 1959: Ursula Damm-Wendler/Horst Ulrich Damm-Wendler: Wiedersehen am Wochenende 1960: Christoph Willibald Gluck: Die Pilger von Mekka 1960: Euripides: Ion, der Sohn Gottes 1961: William Shakespeare: Die Komödie der Irrungen
Theater der Altmark Stendal 1963: Friedrich Wolf: Der arme Konrad 1964: William Shakespeare: Hamlet
Landestheater Dessau 1965: Bertolt Brecht/Kurt Weill: Die Dreigroschenoper
Meininger Theater, (wenn nicht anders angegeben) 1971: Heiner Müller nach Inge Müller: Weiberkomödie 1974: Wolfgang Rinecker/Albert R. Pasch: Das Spiel vom argen Schalk Till Eulenspiegel (Meininger Theater im Naturtheater Steinbach-Langenbach) 1976: Paul Dessau/Karl Mickel: Einstein 1977: Uwe Schuster: Karl Damerow ist tot 1977: Wladimir Tendrjakow: Die Nacht nach der Abschlußfeier 1978: Wolfgang Rinecker/Albert R. Pasch: Münchhausen (Meininger Theater im Naturtheater Steinbach-Langenbach) 1978: Bertolt Brecht/Kurt Weill: Die Dreigroschenoper 1980: Tirso de Molina: Don Gil von den grünen Hosen 1982: Chris Hornbogen: Die Geschichte vom Hühnchen und vom Hähnchen (mit Fernsehaufzeichnung)Die Geschichte vom Hühnchen und vom Hähnchen Fernsehen der DDR (Memento) 1982: William Shakespeare: Der Kaufmann von Venedig 1983: Armin Stolper: Die Vogelscheuche oder Die Heimkehr des verlorenen Sohnes 1984: Albert R. Pasch/Armin Stolper nach Daniil Granin: Das Gemälde 1986: Karl-Heinz Voigt/Heinz Kramer nach Wilhelm Busch: Max und Moritz (Meininger Theater im Naturtheater Steinbach-Langenbach)
Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen 1986: Jurij Brězan: Marja Jantschowa 1987: Dario Fo: Der Dieb, der nicht zu Schaden kam 1987: Tschingis Aitmatow: Der Tag zieht den Jahrhundertweg 1987: Brüder Grimm: Hase und Igel 1988: Dario Fo: Der Nackte und der Mann im Frack 1988: Ulrich Plenzdorf nach Tschingis Aitmatow: Ein Tag, länger als ein Leben
Meininger Theater Südthüringisches Staatstheater (wenn nicht anders angegeben) 1989: Albert R. Pasch nach Landolf Scherzer: Der Erste 1990: Heinrich von Kleist: Der zerbrochne Krug 1990: Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris 1990: Thornton Wilder: Unsere kleine Stadt 1991: William Shakespeare: Der Widerspenstigen Zähmung 1991: William Shakespeare: Das Wintermärchen 1992: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise 1995: William Shakespeare: Othello (Theater der Stadt Schweinfurt) 1996: Marc ten Bosch: Elvis 1997: Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie zweiter Teil 1998: Jewgeni Jewtuschenko: Wenn alle Dänen Juden wären 2006: Jean Effel: Die Erschaffung der Welt (Meininger Puppentheater)
Schauspieler Albert Pasch war auch als Schauspieler in Theatern in Frankfurt am Main, Heidelberg, Wiesbaden und Sommerhausen, Erfurt, Brandenburg, Stendal, Dessau und Meiningen tätig. 1954: Pedro Calderón de la Barca: Der wundertätige Magus (Cyprian), Regie Luigi Malipiero (Torturmtheater Sommerhausen) 1967: Claus Hammel: Ein Yankee an König Artus' Hof (Merlin) – Regie: Dieter Wardetzky (Städtische Bühnen Erfurt) 1967: Henrik Ibsen: Hedda Gabler (Jörgen Tesmann) – Regie: Andreas Scheinert (Städtische Bühnen Erfurt) 1994: Neil Simon: Sunny Boys (Al Lewis) – Regie: Matthias Herold (Das Meininger Theater – Südthüringisches Staatstheater) 2008: Umberto Giordano/Luigi Illica: André Chénier (Alter Vater) – Regie: Ansgar Haag (Das Meininger Theater – Südthüringisches Staatstheater) 2009: Franz Lehár/Victor Léon/Leo Stein: Die lustige Witwe (Njegus) – Regie: Klaus Rak (Das Meininger Theater – Südthüringisches Staatstheater) 2010: Friedrich Schiller: Wilhelm Tell (Itel Reding) – Regie: Matthias Brenner (Das Meininger Theater – Südthüringisches Staatstheater)
Weitere Tätigkeiten Filme als Schauspieler 1979: Addio, piccola mia
Hörspiele als Sprecher 1950: Hans Müller-Schlösser: Schneider Wibbel (Pangdich, Blechschläger, Regie Karlheinz Schilling, Mundarthörspiel SWF) 1951: Axel Eggebrecht: Einer zaht seine Schuld (Kassierer im Finanzamt, Regie Karl Peter Biltz, SWF)
Auszeichnungen Ehrenmitglied des Schauspielensembles des Meininger StaatstheatersMain-Post vom 26. März 2003
Weblinks Das Theater ist sein Leben Südthüringen
Einzelnachweise
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